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21.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Was passiert da?

Was der Terror mit uns macht

Nach jedem Terroranschlag sagen uns Politiker im Fernsehen, dass wir uns davon nicht beeinflussen lassen. Fast gebetsmühlenartig äußern Leute, dass sie sich ihr Leben nicht von Attentätern beeinflussen lassen. Doch stimmt das?

Ich habe mich gestern mit der Queen of Burlesque Marlene von Steenwag getroffen. Es ging um ihre Pläne und vor allem die vierte Auflage des Berlin Burlesque Festival 2016 im Oktober 2016. Doch dann erzählte mir die Künstlerin davon, dass sie einen Auftritt geplant hatte, in dem eine Burka eine Rolle spielen sollte. Ich fand die Idee toll, fragte mich aber gleichzeitig, ob das in der heutigen Zeit eine wirklich gute Idee ist. Augenscheinlich nicht, denn Frau von Steenwag verbannt die Burka bis auf weiteres irgendwo in ihrem Ankleidezimmer. Sie erzählte mir auch von Schmäh- und Hassmails.

So weit sind wir also schon, ging es mir durch den Kopf. In diesem Land trauen sich Künstler nicht mehr, sich so wie sie wollen künstlerisch zu äußern. Ein Burka und eine Burlesque-Tänzerin, die sich ja nicht auszieht, das geht in diesem Land augenscheinlich zumindest aktuell nicht mehr zusammen. Ich befürchte, nein, ich bin mir sicher, dass Marlene kein Einzelfall ist. Ich möchte nicht wirklich wissen, wie viele künstlerische Äußerungen dem Zeitgeist zum Opfer fallen. Ich befürchte allerdings, dass die Zahl zumindest mit jedem Anschlag steigt.

Ich frage mich auch, was in Veranstaltern von Festivals und Volksfesten, was in Veranstaltern von Sportevents oder kirchlichen Veranstaltungen vorgeht. Kann man sich gegen Terroranschlägen versicheren? Gibt es Sicherheitskräfte - auch in der sogenannten Provinz - die mit einer solchen Bedrohungslage, wie wir sie aktuell haben, umgehen können? Wann werden bei solchen Anlässen Rucksäcke verboten? Muss man bei Veranstaltungen demnächst Sprengstoffhunde buchen um zumindest etwas Sicherheit vorgaukeln zu können?

Wie war das, wir lassen uns von den Terroristen unsere Lebensart nicht nehmen. Das mag ja jeder Einzelne für sich so sehen. Doch wenn das Politiker behaupten, so lügen sie nicht nur sich in die Tasche, sondern sie belügen auch uns. Als zumindest indirekte Lüge bezeichne ich es auch, wenn Politiker, aber beispielsweise auch die Deutsche Bahn suggerieren will, dass man mit mehr Sicherheitskräfte auch mehr Sicherheit herstellen kann.

Doch was tun? Für das eigene Ego, für das eigenen Selbstverständnis plädiere ich dafür, viel mehr Flagge zu zeigen. Was ich meine? Wieso reagieren wir auf den Mord an einem französischen Pfarrer nicht damit, dass wir - ob gläubig oder nicht - am Sonntag alle in die Kirche gehen? Schön, im Osten wird das auf dem flachen Land schwierig, weil in vielen Fällen die Kirchentüren nur noch alle vier Wochen geöffent werden. Da muss sich dann die Kirche etwas anderes einfallen lassen. So eine Aktion, vielleicht ausgeführt von allen AFD-Wählern und Sympatisanten, von allen Pegida-Demonstranten, wäre zumindest ein Zeichen in die richtige Richtung.

Ich wünsche mir auch, dass die Muslime, die vom Terror nichts halten, endlich auf die Straße gehen. Was sie da sollen? Flagge zeigen, zeigen, dass sie Gewalt gegen wen auch immer ablehnen, verabscheuen. Dieses Demonstrationsrecht - ein hohes Gut in Deutschland - sollten, nein müssen auch die friedenssüchtigen Flüchtlinge nutzen. Es wäre aber schon toll, wenn man nicht weg sieht, wenn ein Terrorist im Flüchtlingslager eine Bombe baut.

Wir lassen uns unser freies Leben nicht nehmen? Schön wäre es. Wenn dem so wäre, könnte ich hier viel mehr über Genussthemen fabulieren. Leider ist die Realität eine andere. Ich hätte gern die Show von Marlene in der Burka gesehen.

Ob mir jetzt mein Frühstück so richtig schmeckt?

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und einen angstfreien Tag. Sehen wir uns alle im Oktober auf dem Berlin Burlesque Festival 2016.

 


Veröffentlicht am: 27.07.2016

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