Startseite  

20.08.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Olympia 2016

Ein Bericht aus Berlin

Ich habe mir angesichts der Nachrichten rund um Olympia in Rio de Janeiro überlegt, wie die weltweite Berichterstattung ausehen würde, wenn nicht die brasilianische Stadt sondern Berlin die Olympischen Sommerspiele 2016 ausrichten würde.

Man würde erstaunt darüber berichten, dass man die Olympischen Spiele genau in dem Stadion eröffnet, in dem das 1936 Adolf Hitler tat. In Israel und der jüdischen Welt würde man sich darüber beklagen, dass bei der Eröffungsfeier, in der es auch um die deutsche und die Berliner Geschichte ging, die Judenverfolgung keine Rolle spielte. Auch in Afrika gäbe es Aufregung. Dort würde die Tatsache, dass auch der Völkermord an den Hereros nicht thematisiert würde, für Verstimmung sorgen. International würde auch bemängelt werden, dass die Bundeswehr überall im Stadtbild präsent ist. Insgesamt würde man die Sicherheitsmaßnahmen allerdings loben.

Das würden die Berliner selbstverständlich anders sehen. Die würden sich wundern, dass es geschafft wurde, die olympischen Stätten alle termingerecht fertig zu stellen. Man würde darüber berichten, dass das nur gelang, weil man tausende Flüchtlinge mitarbeiten ließ - und das nur zum  Mindestlohn. Man würde sich das Maul darüber zerreißen, dass sowohl die Kanzler-U-Bahn als auch der Flughafen BER ihren Betrieb aufgenommen haben. Wobei, auf dem neuen Flughafen dürften die Maschinen nur starten und landen, weil es für die Zeit der Olympischen Spielen Sondergenehmigungen gäbe. Nach den Spielen gingen die Baumaßnahmen dann weiter. Der Clou wäre, dass man es sogar geschafft hat, das ehemalige Stadtschloss zumindestens äußerlich fertig zu stellen. Dennoch würden die Berliner immer was zu meckern finden, obwohl sie im Inneren ihres Herzens stolz darauf wären, das Olympia in der Stadt Station macht.

Doch ohne Proteste ginge es nun mal in der Hauptstadt nicht. Die internationalen Fernsehteams wüssten gar nicht, welche Demo sie gerade filmen sollten. Die radikale Linke würde sich mit der Polizei Straßenschlachten liefern. Die Rechte würde Flagge zeigen und die Polizei, dass sie mit Wasserwerfern umgehen kann.

In Russland würden sich die Medien darüber auslassen, dass man in Deutschland alles dafür getan hat, die russischen Sportler mit dem Vorwurf des Dopings von den Spielen fernzuhalten. Man wolle so sicher stellen, dass man selber die erfolgreichste Nation wird, wäre aus Russland zu hören. Der Vorwurf würde auch aus anderen Ländern kommen. Vielleicht würde man auch darauf verweisen, dass viele Dopingmittel aus deutschen Firmen stammen.

Klar ist, dass Russlands Präsident Putin vor diesem Hintergrund nicht nach Berlin kommen würde. Auch der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan boykottierte Berlin. Dagegen hätte man dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un nahe gelegt, nicht nach Berlin zu kommen. Auch Herr Assat wäre wohl nicht willkommen. Dagegen gäbe es nicht nur in den USA einige Aufregung, denn nicht nur Barack Obama, sondern auch die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton wäre nach Berlin gekommen. Das würde man als einseitige Unterstützung von Frau Clinton und Affront gegen Donald Trump werten. Der republikanische Präsidentschaftskandidat wäre selbstverständlich auf eigene Kosten nach Berlin geflogen.

Was würde man noch aus Berlin berichten? Das alles perfekt organisiert wurde? Sicherlich. Man würde mit einigem Erstaunen darüber sinnieren, dass die Berliner insgesamt sehr freundlich und hilfsbereit sind. Doch das wäre ja nichts neues. Man würde sehr erstaunt Bilder in die Welt senden, auf der die Kanzlerin im olympischen Dorf im Sportdress zu sehen ist.

So etwas kommt heraus, wenn man beim Einmarsch von über 200 Mannschaften ins Maracanã-Stadion mitten in der Nacht ins Träumen gerät. Olympia in Berlin - das werde ich wohl nicht mehr erleben. Eigentlich schade.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 06.08.2016

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit