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Morgengruß von Helmut Harff: Bigotterie

Ich bin stinksauer

Ich habe noch nie so wenig Olympia gesehen, wie in diesem Jahr. Die Quote geht Tag für Tag zurück. Das hat nichts mit Organisationspannen in Rio, das hat noch nicht einmal mit den Ergbnissen der deutschen Athleten zu tun.

Mir kommt zunehmend der kalte Kaffee bei der Olympia-Berichterstattung hoch, wenn ich die deutschen Sportreporter erleben muss. Was dort abgeliefert wird, sorgt bei mir für Bluthochdruck. Dafür sorgen nicht die emotionalen Ausbrüche der Reporter, sonderen deren Bigotterie.

Da sind einerseits die ständigen Doping-Berichte und vor allem die ständigen Doping-Verdächtigungen. Schwimmt jemand besser, läuft jemand schneller, vollbringt irgendwie jemand Höchstleistungen, so steht sofort der Dopingvorwurf im Raum. Sorry, nicht immer - nicht, wenn mal ein deutscher Athlet über sich hinaus wächst. Leider kommt das gerade bei diesen olmpischen Spielen viel zu selten vor.

Hier ist der nächste Aufreger für mich. Ja, ich rege mich auf und ich verstehe es auch nicht, warum es so vielen deutschen Athleten ausgerechnet bei Olympia nicht geling, auch nur annähernd ihre Leistungen abzurufen. Noch mehr rege ich mich darüber auf, dass die, die jeden unter Dopingverdacht stellen, immer wieder darauf hinweisen, dass die deutschen Athleten so oft nicht unter den Medaillengewinnern sind. Sollen sie doch froh sein, stehen doch damit "unsere" Sportler nicht im Verdacht, unerlaubte Substanzen konsumiert zu haben. Die Spitze ist dann noch, wenn man indiskutable Leistungen schön redet - und das selbt dann, wenn der Sportler seine Leistung selbstkritisch hinterfragt.

Wie kann man als Sportreporter Doping kritisieren, aber ständig von Athleten zumindest den Gewinn einer Medaille fordern? Warum gibt man sich nicht mit dem olympischen Credo zufrieden, wonach Teilnahme entscheidend ist? Wieso kümmert man sich so um das Thema Doping, geht aber der Frage kaum nach, warum so viele heimische Athleten augenscheinlich ihre Leistungen in Rio nicht abrufen können. Dann hört man maximal, dass etwas passieren müsse, dass Redebedarf besteht. Das höre ich seit vielen Olympischen Spielen - doch das Desaster wird immer größer.

Vielleicht wäre ein Anfang, wenn man sich nicht so viel um das Thema Doping kümmern würde. Vielleicht sollten die Sportreporter viel mehr ihre Finger in die unzähligen Wunden im deutschen Leistungssportsystem legen. Vielleicht sollten sie auch einfach nur ihren Job machen und möglichst neutral über den Sport in Rio berichten. Vielleicht würde mir dann nicht gleich wieder mein Frühstückskaffee hoch kommen und ich könnte mich so richtig über die deutschen Erfolge freuen und über Mißerfolge ärgern.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Unseren Sportlern drücke ich weiterhin alle Daumen.

 


Veröffentlicht am: 17.08.2016

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