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26.07.2017

 

 

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Sport und Kulturgenuss

Reisen auf dem Elberadweg von der Quelle bis nach Dresden

Radreisen werden immer beliebter – vor allem entlang von Flüssen. Von Deutschlands Radwegen ist nach einer Umfrage des Allgemeine Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC) der Elberadweg seit längerer Zeit der beliebteste (gefolgt von den Radwegen am Main, an der Donau und am Rhein). 

Von der Quelle hoch oben im Riesengebirge bis zur Mündung legt die Elbe eine Strecke von 1.165 km zurück, fast ein Drittel der Gesamtlänge (364 km) entfällt auf tschechisches Gebiet. Gerade dieser Streckenabschnitt in Tschechien und der Weg durch das Elbstandsteingebirge nach Dresden ist landschaftlich und kulturell einer der interessantesten.

Beliebt ist der Beginn ab Prag entlang der Moldau und dann ab Melnik der Elbe entlang. Besonders reizvoll, aber sportlich herausfordernd ist alternativ der Start an der Elbquelle im Riesengebirge, dem höchsten böhmischen Gebirge.

Der Ausgangspunkt liegt unter dem Berg Medvedin an der Drahtseilbahn. Die Drahtseilbahn bringt den Radler und sein Fahrrad auf den Berg Medvedin, von da aus führt ein Kamm-Weg zur Elbquelle (tschechisch: „Pramen Labe“). Unweit der Quelle lädt der eindrucksvolle, moderne Hotel- und Restaurant-Bau der „Elbebaude“ zu einer Rast ein (Übernachtungen schon ab 28 € pro Person). Da die Steigung beträchtlich ist, empfiehlt sich ein E-Bike. Es gibt aber auch einen Busservice, der im Dorf "Horni Misecky" startet und bis zur  Baude „Vrbatova bouda“ fährt, von dort sind es nur noch 3 km zur Elbquelle zu laufen. Vom Wintersportort Spindlermühle kann man zu Fuß nach Horni Misecky zur Haltestelle gehen (schöne Steigerung).



Der eigentliche Beginn des Elberadwegs ist einige Kilometer flussabwärts im Ort Vrchlabi. Er führt dann über die Städte Hradec Králové/Königgrätz und Pardubice/Pardubitz (Foto). Beide Städte haben sehr schöne Marktplätze mit eindrucksvollen Barock- und Jugendstilbauten. Pardubice hat zudem ein schönes Renaissance-Schloss mit dem Ostböhmischen Museum.

Direkt am Elberadweg liegen noch zwei besonders reizvolle Orte


Kuks/Kukus - hier erinnert ein großes Barockhospital an ein ehemals luxuriöses Heilbad; die rechts und links vor der Hospital-Kirche stehenden Statuen versinnbildlichen die Tugenden und Laster der Menschheit, sie gelten als die schönsten Barockplastiken Böhmens. Auf der anderen Seite der Elbe befindet sich an Stelle des zerstörten Schlosses ein sehr empfehlenswertes Restaurant.

Kladruby nad Ladem – hier sind die Anlagen des schon 1560 von den Habsburgern gegründeten Nationalgestüts sehenswert. Die Zucht ist berühmt für ihre Alt-Kladruber Schimmel, sehr leistungsfähige und doch zutrauliche Pferde, die auch zu Reit- und Kutsch-Ausflügen gemietet werden können. Für die gesamte Anlage wird die Eintragung in die UNESCO-Welterbeliste angestrebt.



Und ein Stück weiter der Elbe entlang laden die auch sehr reizvollen Städte Mělník, Roudnice und Litoměřice (Foto) zu Übernachtungen ein. Litoměřice (Leitmeritz) hat den größten mittelalterlichen Marktplatz Tschechiens und ein im Kern gotisches Renaissance-Rathaus, auch sehr schöne Barockhäuser z.B. das Kelchhaus, das im 16. Jh. umgebaut wurde und eine Kuppel in Form eines Weinkelches hat, das Symbol des Weinbaues in dieser Gegend, der bis in das 13. Jahrhundert zurück geht.
 


Im Ort Velké Zernoseky  befindet sich der älteste Weinkeller Böhmens. Weinverkostungen, Kellerführungen und Übernachtungen sind hier ein Erlebnis. In Litoměřice ist die neu eröffnete Stephanus-Brauerei (U sv. Stepána) im Diözesanhaus und das „Café mit Dampf“ (Café káva s párou) in einem ehemaligen, 1870 erbauten Bahnhof direkt in Nähe des Radwegs zu empfehlen. Von Litoměřice aus kann man einen hervorragenden Blick auf die Porta Bohemica und das Landschaftsschutzgebiet Böhmisches Mittelgebirge genießen.

3 km entfernt von Litoměřice liegt Terezín/Theresienstadt. Als Festung Theresienstadt unter Kaiser Josef II. erbaut, war hier während des Zweiten Weltkriegs das bekannte Konzentrationslager. Jetzt ist hier eine nationale Gedenkstätte mit Ghettomuseum.

Die nächste nächste große Stadt an der Elbe, die Industriestadt Ústí nad Labem (früher Aussig) liegt landschaftliche sehr reizvoll. Am rechten Elbufer steht auf einem steilen Klingsteinfelsen die Burg Střekov/Schreckenstein (die u. a. R.Wagner zu seiner Oper Tannhäuser inspiriert hat), unter der Burg ist der Malerwinkel mit ursprünglichen Fachwerkhäusern sehenswert, im Stadtzentrum weist die Pfarrkirche aus dem 14.Jh. eine Besonderheit auf, ihr 65 Meter hohe Turm neigt sich seit dem verheerenden Bombenangriff vom April 1945 um 1,92 m zur Seite, er ist damit nach dem schiefen Turm von Pisa der zweitschiefste Turm Europas, ein Betonkern schützt ihn vor dem Einsturz. Eine Seilbahn bringt den Besucher auf ein hoch über der Stadt gelegenes Schloss-Restaurant aus dem 19. Jahrhundert.

Sehr reizvoll ist auch der Besuch des gleichfalls direkt am Elberadweg gelegenen Velké Brezno/Großpriesen. Sehenswert ist das von einem sehr schönen Park umgebene Schloss im Neorenaissance-Stil von 1845, dessen Interieur bis ins Detail im Stil der damaligen Zeit ausgestattet ist.  Für den Bierliebhaber empfiehlt sich eine Besichtigung der Breznák Brauerei. Diese Brauerei (die eingetragene Schutzmarke ist eine Abbildung des Herrn Cibich, ein gemütlicher Biertrinker) weist eine mehr als vierhundert Jahre lange Tradition auf, schon um die Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert wurden hier 18 Biersorten gebraut.

In Děčín (Tetschen), auf der Landzunge am Zusammenfluss der Flüsse Ploučnice und Elbe gelegen, steht ein schon im 12. Jahrhundert erwähntes Schloss, das nach einem Brand im Renaissancestil wiederaufgebaut und später im Barockstil umgebaut wurde (1835 hielt sich im Schloss der Komponist F. Chopin auf).

Außergewöhnlich ist ein 300 m langer im Felsen eingehauener Zugangsweg, der in seiner Art einzigartig ist (sog. Dlouhá jízda – Lange Fahrt) und ein terrassenförmig angelegter Rosengarten. Am linken Ufer der Elbe sind am steilen Felshang Pastýřská stěna (Schäfferwand) 15  Kletterstrecken mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden eingerichtet worden, oben befindet sich ein pittoreskes Schlossrestaurant aus dem 19. Jahrhundert und im ehemaligem Jagdhaus das Museum der Elbeschifffahrt.

Unweit, in Děčín, beginnt die zauberhafte und bizarre Felsenwelt des Nationalparks Böhmische Schweiz und des Elbsandsteingebirges, deren einzigartige Schönheit für den Tourismus im 18. Jh. von romantischen Malern aus der Schweiz entdeckt und bewundert wurde.

Diese Etappe bietet herrliche Aussichten in das Elbtal, das sich hier zwischen den Sandsteinfelsen hindurch windet. Nach dem Überfahren der Staatsgrenze nach Deutschland folgen die historische Kurstadt Bad Schandau, die monumentale Festung Königstein, der größten Bergfestung Europas auf einem Tafelberg, der Kurort Rathen an der charakteristischen Felsformation Bastei und die Stadt Pirna mit ihrem schönen historischen Stadtzentrum.

Schließlich erreicht die Radtour das sehr sehenswerte Schloss Pillnitz mit seinen Parkanlagen, schon Stadtteil der Kulturmetropole Dresden.

Räder und E-Bikes, Gepäcktransport, auch gesamte Touren mit Begleitung können bei mehreren tschechischen Reisebüros gebucht werden. Der Autor hat sehr positive Erfahrungen mit Enthusia gemacht.
  
Informationen und kostenlose Prospekte, vor allem das empfehlenswerte Elberadweg-Handbuch sind unter www.elberadweg.de, sowie unter www.labska-stezka.cz/de und beim Tschechischen Fremdenverkehrsamt www.czechtourism.com erhältlich.

Text/Fotos: Jörg Raach/Julia Kratzer

 


Veröffentlicht am: 22.08.2016

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