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22.05.2017

 

 

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Mehr Kfz-Diebstähle

Autodiebe setzten verstärkt auf Hightech

Die Polizei hat im vergangenen Jahr mehr gestohlene Autos im sogenannten Schengen-Raum aufspüren können als ein Jahr zuvor. Auch in Deutschland gab es aufgrund von Fahndungsausschreibungen anderer Schengenstaaten mehr Erfolge bei der Aufklärung von Autodiebstählen.

Soweit die guten Nachrichten aus dem jüngst veröffentlichten „Bundeslagebild Kfz-Kriminalität“ des Bundeskriminalamts. Die „bad news“ lauten: Die Polizei registrierte im Jahr 2015 in Deutschland 19.391 Autodiebstähle und damit 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Ungeachtet dieser Zunahme sei die Zahl der Fälle „dauerhaft entwendeter Personenkraftwagen“ – wie es im Amtsdeutsch heißt – seit 2009 auf einem weitgehend gleichen Niveau geblieben, kommentiert das BKA die aktuelle Autodiebstahl-Statistik 2016. Als beunruhigend bewertet die Polizeibehörde dagegen insbesondere die im Vorjahresvergleich um 22 Prozent gestiegene Zahl entwendeter Mietfahrzeuge sowie die zunehmenden Diebstähle hochpreisiger SUV und Geländewagen.

Alarmierend ist laut BKA auch die wachsende technische Finesse, mit der die Autoknacker vorgehen. Die hohe Qualifikation der Täter wird demnach auch an der zunehmenden Zahl von Fällen deutlich, bei denen die Banden sich der „Funkstreckenverlängerung“ bedienen. Bei diesem Funkschlüssel-Trick wird mit speziellen elektronischen Instrumenten der Bordelektronik von Fahrzeugen mit einem sogenannten "Keyless-Entry"-System vorgegaukelt, dass ein Fahrzeugschlüssel vorhanden und damit eine berechtigte Nutzung gegeben sei. Dieses Beispiel macht aus Sicht des BKA deutlich, wie die Autodiebe für ihre Taten immer mehr neueste Technologien einsetzen, insbesondere um die Autoelektronik regelrecht zu „hacken“.

Offensichtlich besteht laut der Autodiebstahl-Statistik 2016 zudem eine eindeutige Vorliebe der Fahrzeugknacker für deutsche Fabrikate: Denn bei rund drei Vierteln aller im vergangenen Jahr hierzulande entwendeten Fahrzeuge handelte es sich um Modelle deutscher Hersteller. Auch eine Form der Wertschätzung …

Gegen die international agierenden Täter in Bereich der Kfz-Kriminalität sei nur mit einer effektiven, staatenübergreifenden Zusammenarbeit der Polizei anzukommen, betont BKA-Präsident Holger Münch. Als ein erfolgreiches Beispiel solcher internationaler Kooperation hebt Münch das im Jahr 2014 eingerichtete Projekt „Mobile organized crime groups“ (MOCG) hervor. Dabei arbeiten das BKA und das Landeskriminalamt (LKA) Berlin mit Europol und Polizeibehörden aus Lettland, Litauen, Estland, Rumänien, Polen, Schweden, Frankreich, Österreich sowie rund 50 weiteren Polizeidienststellen aus den Bundesländern zusammen. Sie führten gemeinsam eine Vielzahl von Maßnahmen zur Bekämpfung der Kfz-Kriminalität in den Projektpartnerländern durch, wie das BKA berichtet.

Durch die enge Kooperation von über 100 Polizeidienststellen im In- und Ausland seien mehr als 70 Täterbanden zerschlagen und vereinzelt auch Tatverdächtige aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität festgenommen worden, resümiert der BKA-Chef. Insgesamt wurden demnach in der zweieinhalbjährigen Projektlaufzeit mindestens 1.890 Tatverdächtige ermittelt und 575 Haftbefehle ausgestellt. Von ihnen sollen Straftaten mit einem Gesamtschaden von mehr als 65 Millionen Euro verursacht worden sein.

Die Ergebnisse des MOCG-Projekts zeigten, wie wichtig es sei, gegen die international aktiven Autodiebe staatenübergreifend vorzugehen, stellt BMA-Chef Münch fest: „Nur so können wir auch organisierte Täterstrukturen wirkungsvoll bekämpfen“, sagt er.

Quelle: Goslar-Institut

 


Veröffentlicht am: 25.09.2016

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