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Aufgespießt: Krokodilstränen

... vergossen von Gauck, Merkel und Co.

(Helmut Harff/Chefredakteur) Es gibt schon wieder Hochwasser in Dresden. Diesmal sind weder der Klimawandel noch die Pegida dafür verantwortlich. Es sind mehrheitlich Ossis, die für Hochwasser in der Elbestadt sorgen. Es sind die Redner, die zum Tag der Deutschen Einheit wieder viele Krokodilstränen vergießen.

Die einen heulen, wenn sie über die armen DDR-Bürger lamentieren, die so mir nichts dir nichts kopfüber in den westdeutschen Alltag gestürzt wurden. Das wollten doch die Ossis, die da riefen "Wir sind das Volk" und die mit Spruchbändern auf die Straße gingen "Kommt die D-Mark nicht zu uns, kommen wir zu ihr". Schön, die D-Mark ging, aber viele aus der DDR auch.

Andere vergießen Krokodilstränen darüber, wie toll die Deutsche Einheit gelungen ist und wissen ganz sicher, wo die blühenden Landschaften zu finden sind. Sie schluchzen bei dem Gedanken, wie wir alle - zumindest die über 45 - die deutsche Einheit gemeistert haben.

Tränenreich sind sicherlich auch die Ausführungen von denen, die bemängeln, dass es noch immer Unterschiede zwischen Ost und West gibt. Regelrechte Tränensturzbäche vergießen die, die sich darüber auslassen, dass die Ossis - vor allem aber nicht nur die in Sachsen - Ausländer nicht mögen.

Rechnet man nun noch die Krokodilstränen hinzu, die auf allen Demos - auf der von Pegida und den Pegida-Gegnern - vergossen werden, so muss man schon befürchten, dass die Elbe überläuft und die Brühlschen Terrassen unter Wasser stehen.

Ich kann dieses tränenreiche Gebrabbel über die gelungenen oder eben nicht gelungene deutsche Einheit genauso wenig ertragen, wie die oberflächlichen Erklärungen für die Ausländerfeidlichkeit der angeblich so auf Völkerfreundschaft bedachten DDR-Bevölkerung. Diese tränenreichen Tiraden sorgen bei mir für Sodbrennen und Brechreiz.

Welche Geschichtskenntnisse haben die, die da behaupten, dass sich die Regionen in Deutschland einmal landsmannschaftlich und wirtschaftlich näher gestanden haben, als es heute der Fall ist? Wann waren in dem Land, das erst seit 1871 überhaupt ein Staat ist, die Lebensverhältnisse in Brandenburg und im Ruhrgebiet, auf Rügen und in München, in Hamburg und im Allgäu schon einmal ähnlich? Zumindest nicht zur Gründung des Deutschen Reiches, nicht bei seiner Zerschlagung und nicht am 3. Oktober 1990, als die DDR dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beitrat. Warum soll sich das jetzt, 26 Jahre später geändert haben. Also Schluss mit den Krokodilstränen und mehr Ehrlichkeit und Realitätssinn.

Wo sind eigentlich die Gaucks und Merkels aufgewachsen? In einer DDR mit ihrer Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft? In einer DDR, in der jeder Ausländer mit offenen Armen empfangen wurde - auch wenn er kein Westgeld hatte? Ich bin in einer DDR aufgewachsen, in der sich niemand an Judenwitze, an abfälligen Bemerkungen über die Pollacken, in der sich niemand über schwulenfeindliche Witze aufgeregt hat. Ich bin in einer sehr nationalistischen DDR aufgewachsen. Vielleicht haben die Krokodilstränen-Vergießer, die nicht nur Dresden unter Wasser setzten, vieles anders als ich erlebt, vielleicht haben sie einiges verdräng. Doch ehrlich, beides kann ich nicht gebrauchen - schon gar nicht an einem 3. Oktober.

 


Veröffentlicht am: 03.10.2016

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