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Aufgespießt: Damals

… war alles besser

(Helmut Harff/Chefredakteur) Wann haben Sie das letzte Mal gedacht oder gar gesagt, dass damals alles besser war? Noch nie? Oh, ich wusste gar nicht, dass auch Menschen unter 14 Jahren Leser von genussmaenner.de sind. Alle Älteren werden wohl genau diesen Stoßseufzer schon mehr als einmal gemacht haben.

Früher war alles besser! Stimmt, früher war ich schlanker, war ich schneller, feierte ich mehr. Doch, damals war alles besser. Klar, es gab keine Flüchtlinge - zumindest nicht in meinem Haus, die Fahrkarten waren billiger, es gab nur gesunde Lebensmittel und das Auto konnte man noch selber reparieren. Was war noch? Die Frauen mit denen man was hatte waren auch jünger (meistens zumindest), die Musik war viel besser und auch das Fernsehprogramm war besser. Selbst die Werbung machte mehr Spaß.

Ja, dass behaupte viele ältere, im Osten - so meine Beobachtung - sind das viel mehr, als im Westen. Doch auch die Alt-Bundesdeutschen trauern gern den alten Zeiten nach. Ich trauere da nicht allzu viel nach. Klar war ich jünger und einiges viel mir leichter. Doch war darum früher vieles besser? War meine Ausbauwohnung (Wessis bitte googlen) mit Außenklo besser? War es besser, dass ich nach der Party nie ein Taxi fand? War der Fusel, den wir damals für teures Geld im Intershop kauften wirklich besser? War das Essen in der Kantine besser, war überhaupt unser Essen besser?

Ich glaube all das nicht. Ich glaube nicht, dass vor Zeiten wirklich bessere Filme als heute gemacht wurden, ich glaube auch nicht, dass wir damals ruhiger, sicherer, entspannter lebten als heute. Ich glaube viel mehr, dass wir all das, was uns damals so richtig angekotzt hat, was uns auf die Palme gebrachte hat, was wir bekämpfen wollten, mehr und mehr verdrängt haben. Das gilt für uns im Osten wie für die im Westen. Ich bin überzeugt davon, dass diese Art von Rückblick einfach menschlich ist.

Wir würden ja verrückt werden, wenn wir uns all den (Verzeihung) Scheiß erinnern, der uns das Leben so über die Jahrzehnte beschert. Ich würde allerdings auch verrückt werden, wenn ich immer zurück denke. Ich würde verrückt werden, wenn ich immer daran denken würde, was da alles sooooo viel besser war. Es braucht doch nur einige Gedanken um auf viele Dinge zu kommen, die damals so unschön, so schlecht waren, dass am sie auf keinen Fall wieder haben möchte.

Ich finde dieses stetige Zurückblicken unnötig und kontraproduktiv. Wenn ich den vermeintlich guten Zeiten ständig nachtrauere, dann habe ich weder den Blick für Hier und Heute noch für die Zukunft frei. Aber ich lebe heute und hoffentlich auch noch übermorgen. Da interessiert mich viel mehr, wie ich heute lebe, wie ich übermorgen leben werde. Ich habe heute Wünsche, Ziele und Visionen. Die will ich heute und auch noch übermorgen umsetzen. Ja, ich wiege jetzt mehr als vor 50 Jahren. Ja, ich bin für die heute jungen Frauen im besten Fall ein netter Gesprächspartner, im schlimmsten ein alter Sack. Doch so ist das Leben.

Ich will nicht ständig zurück blicken, ich blicke nach vorn. Ich habe für heute und Übermorgen so viele Ideen, die unbedingt und sofort umzusetzen sind. Ich will heute das Leben genießen und nicht dem nachtrauern, was mal war oder was ich gerade noch in Erinnerung habe.

 


Veröffentlicht am: 17.10.2016

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