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Morgengruß von Helmut Harff: Ängste

Manche sind rational …

Erst einmal eine Entschuldigung dafür, dass es gestern keinen Morgengruß gab. Schuld daran war eine Pressereise. Der Montag endete im Vereinsheim des 1. FC Köln sehr spät und es ging schon früh wieder zurück. Da bleib keine Zeit, etwas in die Tasten zu hauen.

Nein, es ging nicht um Fußball, obwohl wir in das Geißbockheim – die Zentrale des 1. FC Köln eingeladen wurden. Wobei das Thema, um das es ging, kennen die Fußballer nur zu gut. Es ging um unsere Ängste. Es ging um eine Studie mit dem etwas sperrigem Titel: „Todsicher: Die Wahrnehmung und Fehlwahrnehmung von Alltagsrisiken in der Öffentlichkeit“. Die stellte Professor Horst Müller-Peters vom Institut für Versicherungswesen an der Technische Hochschule Köln vor.

Es ging also nicht nur um die Ängste von Fußballern, sondern um unserer aller Ängste. Es ging um reale und eher unrationale Ängste. Der erste Satz der Zusammenfassung der Studie erklärt, um was es dem Professor und dem einladenden Goslar-Institut ging: „Die Risikowahrnehmung von Bürgern und Verbrauchern weicht aufgrund von psychologischen Verzerrungseffekten in vielen Fällen deutlich von den realen Risiken ab, was zu „irrationalen“ Entscheidungen und ungeeignetem Vorsorgen und Versichern führen kann.“ Ein Beispiel: Viele Menschen verzichteten aus Angst vor einem Terroranschlag auf einen Besuch des Münchener Oktoberfestes. Das ist angesichts der Terrormeldungen erst einmal verständlich, aber völlig irrational. Die „Chance“ Opfer eines Terroranschlages zu werden ist so gering, dass sie in Prozenten kaum darstellbar ist, aber wir haben Angst. Die Gefahr, bei der Fahrt zur Arbeit Opfer eines Verkehrsunfalls zu werden, ist dagegen ungleich größer. Doch wer lässt deshalb schon das Auto stehen?

Was heißt das? Viele Menschen würden heute eine Versicherung abschließen, die sie gegen die Folgen eines Terroranschlages absichert. Das wäre ein gutes Geschäft für die Versicherungen und ein schlechtes für die Versicherten, die sich hier von ihren irrationalen Ängsten leiten lassen würden.
 
Auch wenn es den Versicherungen sicherlich nicht in die Karten spielt, schlug Professor Horst Müller-Peters vor, den Bauch ein- und den Kopf vor dem Abschluss eines Versicherungsvertrages einzuschalten. Er will sagen, dass man sich nicht von seinen irrationalen Ängsten leiten lassen soll, sondern die Dinge ganz rational betrachten soll. Jeder sollte, nein muss sich fragen, welche Versicherungen benötige ich. Ein Amateur-Fußballer braucht sicherlich viel eher eine Unfallversicherung als ein Schachspieler. Doch Vorsicht: Die Versicherung muss auch Sportunfälle absichern. Auch wer sich eine neue Glasvitrine kauft, braucht keine Glasbruchversicherung, auch wenn das gute Stück teuer war – es sei denn er ist Hausbesitzer.

Es gab eigentlich wirklich nur ein Fazit: Viele unsere Ängste sind nicht begründet. Noch ein Beispiel? Viele Menschen fahren aus Angst vor Terroranschlägen nicht in die Türkei oder nach Frankreich. Dagegen stehen Brasilien oder Thailand weiter ziemlich weit oben auf der Reiseländer-Rangliste. Doch als Tourist lebt man – so zumindest die Statistik – in den beiden zuletzt genannten Ländern viel unsicherer als eben in der Türkei oder gar in Frankreich.

Es gilt, so der Professor nachdrücklich, Versicherungen nicht überhastet abzuschließen. Informieren ist auch hier erste Bürgerpflicht – zumindest für alle, die nicht unnötige Versicherungen abschließen wollen.

Das ist alles nichts neues für Sie? Dann sehen Sie mal ihren Versicherungsordner durch. Vorher machen Sie doch mal eine Liste ihrer wirklich vorhandenen Risiken – Unfall, Berufsunfähigkeit - und eine der irrationalen – Handy kaputt, Terroranschläge. Mal sehen, welche Policen Sie sofort kündigen können und welche Sie abschließen sollten. Das gilt im Übrigen auch für eine Garantieverlängerung oder von Händlern angebotenen Versicherungen von beispielsweisen Kühlschränken oder Brillen. Die für meinen vorletzten Kühlschrank habe ich nie gebraucht, die für meine Brille schon.

Gibt es auch eine Frühstücksversicherung? Na egal, ich gehe jetzt in die Küche. Dort passieren übrigens mehr Unfälle als auf der Straße.

Ich wünsche Ihnen eine gefahrloses Frühstück und nie einen Versicherungsschaden.

 


Veröffentlicht am: 26.10.2016

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