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Wirtschafts-News vom 4. Novemberer 2016

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) Immer mehr Kfz-Versicherer bieten Telematik-Tarife an, seit diesem Jahr auch die Marktführer Huk-Coburg und Allianz. Bis zu 40 Prozent sollen meist junge Autobesitzer damit sparen können, wenn sie ihr Fahrverhalten von der Versicherung überwachen lassen.

Doch unterm Strich rechnen sich die Tarife für Verbraucher kaum, wie eine Untersuchung des gemeinnützigen Verbraucherportals Finanztip zeigt. Wer wirklich sparen will, sollte zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Derzeit bieten neun Versicherer in Deutschland Telematik-Tarife an. Dabei wird das Fahrverhalten elektronisch überwacht und eine umsichtige Fahrweise mit Beitragssenkungen honoriert. "Versicherer locken aktuell mit Rabatten von bis zu 40 Prozent", erklärt man bei Finanztip. Doch ob und wie sich diese tatsächlich erreichen lassen, sei unklar. "Mit welchen Parametern genau die Versicherung eine Fahrweise bewertet, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter", sagt man. Häufige Negativ-Faktoren sind hartes Bremsen, überhöhte Geschwindigkeiten, schnelles Beschleunigen sowie viele Nacht- und Innenstadtfahrten.

Hinzu kommt, dass die meisten Telematik-Anbieter vergleichsweise teuer sind. Das überwachte Fahren richtet sich vor allem an junge Versicherte mit wenig Fahrpraxis. "Statistisch gesehen bauen diese Fahrer öfters Unfälle, die Überwachung soll das ändern", so das gemeinnützige Verbraucherportal . Finanztip hat deshalb anhand von passenden Musterfällen alle Telematik-Tarife mit alternativen Tarifen bei anderen Anbietern verglichen. Das Ergebnis:  Versicherte können im Durchschnitt 32 Prozent sparen, wenn sie vom Telematik-Anbieter zum jeweils günstigsten Anbieter wechseln. 

Bedenklich ist zudem eine weitere Entwicklung. Die Generali und ihre Tochter Cosmosdirekt sanktionieren als erster Anbieter in Deutschland eine als schlecht eingeschätzte Fahrweise.  "Die oft jungen Fahrer müssen im schlimmsten Fall mit Preisaufschlägen von bis zu 30 Prozent rechnen - und das bei den ohnehin schon hohen Preisen für Fahranfänger", so Finanztip. Neben der ungünstigen Kostenbilanz gibt es auch Datenschutzbedenken. Denn die Box oder App der Telematik-Tarife übermittelt zahlreiche sensible Daten: wann Kunden wohin fahren und vor allem, ob sie sicher oder unsicher fahren. "Dort, wo Daten gespeichert werden, lässt sich ein Datenklau nicht kategorisch ausschließen", erklärt man weiter. Darüber hinaus sei unklar, wie Versicherungen mit den Daten in Zukunft umgehen. "Verbraucher gehen möglichweise das Risiko ein, dass die Police gekündigt wird, falls sie zu riskant fahren", warnt Finanztip.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/News20161104_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 04.11.2016

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