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Morgengruß von Helmut Harff: Alte Bilder

… und erstaunliche Erkenntnisse

Gestern suchte ich nach alten Unterlagen und stieß auf alte Fotos. Das sind noch solche auf Papier, die auf einem 36er Kleinbildfilm aufgenommen wurden. Für alle Spätgeborenen: Das nennt man analoge Fotografie. Man musste damals nach 36 Aufnahmen einen Film wechseln. Film und Entwicklung kosteten so 10 Euro. Man kann sich ja mal ausrechnen, was die Fotos, die heute auf einer größere Speicherkarte passen, damals gekostet hätten.

Doch das nur am Rande. Ich habe mir die Fotos aus dem Ende der 1960er und den ersten der 1970er Jahre angesehen. Ich musste erst einmal lachen, wie wir damals rumgelaufen sind. Die meisten Frauen haben heute kürzere Haare als meine damals waren. Ich brauchte als Lockenkopf wenigstens keine Dauerwelle, konnte deshalb auch Gott sei Dank keinen Mittelscheitel tragen. Doch die Frisur war schon krass – wie man vor rund 40, 45 Jahren sagte.

Doch nicht nur frisurentechnisch war ich damals ganz vorn dabei. Es gibt Fotos von mir, wie ich im schwarzen Anzug, mit weißem Hemd, schmalen schwarzem Lederschlips und ebenso schwarzen Aktenkoffer in die Schule ging. Dazu konnte man nun wirklich kein FDJ-Hemd tragen. Ein anderes Bild zeigt mich im Nato-Parker und Lewis. Beides gab es in der Tat in Ostberlin. Man musste dafür aber schon mal die Schule schwänzen um sich mit tausenden anderen im Centrum-Warenhaus darum zu prügeln – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Hier war ich sogar ich über die Anwesenheit der Polizei froh.

Mit der hatte ich aber Ärger, als ich mit dem Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ am Berliner Alexanderplatz auftauchte. Wie stolz ich auf diesen Aufnäher und meinem Pali-Tuch war, kann man gleich auf mehreren Fotos sehen.

Dann sind da die großen Bilder von der Jugendweihe. Mit 14 Jahren trug ich ein rosafarbendes Rüschenhemd zum Anzug. Dazu kamen dann noch – Achtung aufgepasst – Plateauschuhe. Die hatten so eine drei Zentimeter dicke Sohle. Der Absatz war bestimmt 5 Zentimeter hoch – und ich vor Stolz noch einige Zentimeter größer. Die Mädels konnten sich nicht so richtig entscheiden. Einige trugen lange Abendkleider mit Stola, bei anderen hatte der Stoff für die Stola für das ganze Minikleid gereicht.

Was gab es noch an Fotos? Hemden – einfarbig-knallige Hemden mit Rüschen, im Militärlook, ebenso farbige Strickjacken und Hosen mit Schlag waren es wert fotografiert zu werden. Im Alltag waren es dann aber schon damals Jeans, Jeans und nochmals Jeans. Dazu Römerlatschen im Sommer und Tramper im Winter.

Wenn ich so die alten Bilder betrachte wundere ich mich über zwei Dinge: Zum einen überrascht mich, was es so alles irgendwie in der nicht gerade als modisch verschrieenen DDR zu kaufen gab. Mangels Westverwandtschaft kam von jenseits der Mauer nichts für meinen Kleiderschrank. Ich bin auch verwundert, wie weit modisch ich damals vorn mit dabei war. Da muss denn mal in den Jahren danach so manches auf der Strecke geblieben sein. Warum ich mich dann irgendwann wieder für Mode interessierte, ist mir aber nun klar.

Nun mache ich mir eine modisch nicht herausragendes Frühstück.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Stöbern Sie doch mal in alten Fotos.

 


Veröffentlicht am: 08.11.2016

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