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22.09.2017

 

 

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Das "neue Original"

Jaguar XKSS feiert Weltpremiere in Los Angeles

Jaguar Classic hat im Petersen Museum von Los Angeles den ersten seit fast 60 Jahren neu gebauten Jaguar XKSS vorgestellt. Das in der Farbe Sherwood Green lackierte Modell ist der vom Jaguar Classic Team aufgebaute Vorläufer („Car Zero“) einer Serie von neun Fahrzeugen, die 2017 an eine weltweite Kundschaft ausgeliefert wird.

Die in hochqualifizierter Handarbeit und nach Originalplänen neu geborenen XKSS schließen einen „missing link“ in der Markenhistorie. Der als erster Supersportwagen der Autogeschichte geltende XKSS wurde ursprünglich als Straßen-Version des Le Mans-Siegers D-Type konzipiert. Doch nach einem Feuer im Jaguar Stammwerk Browns Lane musste Jaguar 1957 die auf 25 Exemplare ausgelegte Serie nach nur 16 Fahrzeugen einstellen. Mit den identischen Spezifikationen des Originals und fortlaufenden Chassisnummern gehen die neun „fehlenden“ XKSS für rund 1 Millionen Pfund ab Anfang kommenden Jahres an bereits feststehende Jaguar-Kunden und -Sammler.

Bereits im März dieses Jahres hatte Jaguar bekanntgegeben, die neun „fehlenden” XKSS-Modelle auf Basis der Originalzeichnungen und –dokumente nachzubauen und sie etablierten Sammlern und Kunden zum Kauf anzubieten. Der erste jetzt in Los Angeles vorgestellte „neue” XKSS ist das Produkt einer 16 Monate langen Entwicklungs- und Bauzeit – und dient gewissermaßen als Blaupause für die nun folgenden Modelle. Für die Fertigstellung eines Fahrzeugs vergehen laut Berechnungen von Jaguar Classic 10.000 Stunden.

Der XKSS ist nach den sechs 2014/15 gebauten Rekreationen des E-Type Lightweight das zweite ikonische Modell, das Jaguar Classic zu neuem Leben erweckt. Durch das E-Type-Projekt lernten die Ingenieure viel darüber, wie man einen Klassiker unter Wahrung seiner ursprünglichen Spezifikationen originalgetreu neu aufbauen kann. Die beim Nachbau der E-Type Lightweight gesammelten Erfahrungswerte fließen nun auch in das XKSS-Projekt ein.

So präsentiert sich der in Los Angeles erstmals gezeigte XKSS als historisch korrektes Erbe der durch das Feuer unvollendet gebliebenen Serie. Neben auf Basis originaler Werkszeichnungen neu gebauten Teilen kommt moderne Produktionstechnologie zum Einsatz. So stellte das Jaguar Classic Team im Vorfeld mittels State-of-the-Art-Scan-Technologie ein digitales Abbild eines XKSS von 1957 her. Die detaillierte Abtastung umfasste das ganze Modell – von der Karosserie über das Fahrwerk bis zu allen Einzelteilen.

Wie anno 1957 besteht auch die Karosserie des ersten „neuen” XKSS aus einer Magnesium-Legierung. Da die Original-Holzformen, über die die Bleche per Hand in Form geklopft wurde, nicht mehr existieren, rekonstruierte sie Jaguar Classic mit Hilfe von Originalkarosserien aus den 50er Jahren. Über den neuen Formen werden nun die Karosseriebleche im traditionellen „hand-wheeling”-Prozess mit kundiger Hand geformt.

Bezüglich der Rahmenkonstruktion starteten die Jaguar Classic Experten mit Original-Rahmen, um danach mit Hilfe von CAD-Programmen den Zusammenbau weiter zu optimieren. Die Firma Reynolds – berühmt für ihre „531“ Stahlrohre – erhielt den Auftrag, neue und spezielle Rahmenteile nach imperialen statt metrischen Maßen anzufertigen. Die Bestandteile des Rahmens wurden dann getreu des für den Original-Rahmen angewendeten Schweißverfahrens mit Bronze zusammengefügt.

Ebenfalls authentisch: die Dunlop Scheibenbremsen an allen vier Rädern plus Plessey-Pumpe. Und Dunlop-Reifen, aufgezogen auf genieteten zweiteiligen Felgen aus einer Magnesium/Aluminium-Legierung.

Unter der Haube sorgt der 3,4 Liter große Reihensechszylinder aus dem dreimaligen Le Mans-Sieger Jaguar D-Type für kräftigen Vortrieb. Der 262 PS starke Motor kommt mit komplett neuem Block und Zylinderköpfen aus Gusseisen sowie drei Weber Vergasern vom Typ DCO3. Für die Original-Version des in erster Linie für nordamerikanische Kunden gedachten XKSS nannte Jaguar 1957 eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h.
Auch im Interieur taten die Jaguar Classic Handwerkskünstler alles, um ein möglichst zeitgenössisches Cockpit-Feeling zu erzeugen. Vom Holz für das Lenkrad über die Narbung der Ledersitze und die Messing-Knöpfe am Armaturenbrett bis zu den wunderschönen Smiths-Rundinstrumenten ist exakt alles so wie vor fast 60 Jahren.

Abweichungen von der historischen Vorlage gab es dort, wo die Sicherheit für Fahrer und Beifahrer erhöht werden konnte. Wie zum Beispiel beim Tank, der aus einem moderneren und robusteren Material gefertigt ist.

Kev Riches, Technischer Leiter, Jaguar Classic, sagt: „Der XKSS ist eines der wichtigsten Modelle der Jaguar-Geschichte. Daher haben wir uns dazu verpflichtet, die ‚neue Original-Version‘ in jeder Beziehung streng am 1957er-Modell auszurichten. Von der Anzahl, dem Typ und der Position der über 2.000 Nieten bis zu den Smiths-Uhren ist alles identisch mit den Original-Fahrzeugen – und genau so soll es auch sein.”

Tim Hannig, Direktor Jaguar Land Rover Classic, sagt: „Das Continuation-Programm für den XKSS belegt die Weltklasse der bei Jaguar Land Rover Classic angesammelten Expertise. Damit bekräftigen wir unser Versprechen, die Begeisterung für die glanzvolle Vergangenheit von Jaguar durch das Angebot außergewöhnlicher Fahrzeuge, Services, Teile und Erlebnisse weiter zu steigern. Der wachsenden Begeisterung für klassische Automobile begegnet Jaguar Land Rover Classic mit weiteren Investitionen. Allen voran mit dem für 7,5 Millionen Pfund Sterling (8,4 Millionen Euro) errichteten neuen globalen Hauptsitz, der 2017 bei Coventry öffnet. Wir freuen uns darauf, unser Klassikgeschäft auszubauen, unsere existierenden Kunden zu unterstützen und mit einer komplett neuen Generation weltweiter Enthusiasten in Kontakt zu treten.”

 


Veröffentlicht am: 21.11.2016

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