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24.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Political Correctness

Oder doch gleichgeschaltet?

Gestern sah ich eine Sendung mit Sandra Maischberger in der es darum ging, ob die deutschen Medien gleichgeschaltet sind oder ob sie sich den Vorwurf der Lügenpresse gefallen lassen müssen. Klar sind die Medien nicht gleichgeschaltet, klar können wir uns umfangreich informieren. Bei der Lügenpresse ist schon mehr Vorsicht geboten.

Warum? Der sogenannten Yellow Press hat wohl noch nie jemand geglaubt. Leider trifft das auch zumindest hin und wieder auf andere Medien zu. So hörte ich gerade einen Beitrag im Radio. In der Anmoderation wurde eine Verbindung von Flüchtlingen nach Europa und unserem Energiehunger hergestellt. Das stimmt sicherlich auch. Nur in dem folgenden Bericht ging es nicht um die Herkunftsländer der über das Mittelmeer kommenden Flüchtlinge, sondern um die Abholzung des Regenwaldes in Equador. Das liegt aber in Südamerika. Alles für sich richtig, nur passt das einfach nicht zusammen. Hätte das ein Schüler in einem Aufsatz so geschrieben, eine Eins wäre das sicherlich nicht geworden. Eher hätte drunter gestanden „Thema verfehlt“.

Doch zurück zu meinem Thema: Auch ich beobachte, dass die journalistische Vielfalt schon seit längerem auf der Strecke bleibt. Da kommt wieder die Political Correctness ins Spiel. Dieses Bestreben, immer politisch Korrekt zu sein – was ist das überhaupt? – führt dazu, dass viel zu viele Journalisten eben dem Mainstream folgen. Legt den nun jemand fest? Ja und nein. Vor allem politische Journalisten werden gern zu sogenannten Hintergrundgesprächen von Politikern, aber auch von Lobbyisten eingeladen. Dort verkünden dann die Einladenden ihre Sicht der Dinge. Man kann sich leicht vorstellen, dass man von der Einladungsliste schnell gestrichen wird, wenn man nun als Journalist eine genau gegenteilige Ansicht vertritt, ganz genau nachfragt, ganz genau hinsieht. Das ist aber nicht nur in der Politik, sondern beispielsweise auch im Sport so.

Es gibt noch einen Grund, weshalb man den Eindruck gewinnen kann, dass gerade Zeitungen überall das gleiche schreiben. Das stimmt sogar in vielen Fällen. Der Grund ist die Konzentration im Mediensektor. Das führt dazu, dass eine Redaktion für viele Zeitungen den sogenannten Mantel – also die allgemeinen Seiten – erstellt. Der ist dann bei einer Vielzahl von Zeitungen zumindest sehr ähnlich. Dazu kommt, dass man die Redaktionen massiv personell ausgedünnt hat. Mein Eindruck ist, dass so viele Beiträge erscheinen, ohne dass die wirklich kritisch noch einmal gegen gelesen werden.

Und dann gibt es noch die wirtschaftlichen Zwänge. Medien sind Wirtschaftsunternehmen und müssen verkaufen. Sie müssen ihre Medien und vor allem ihre Werbeplätze verkaufen. In einer Gesellschaft, die in ihrer Mehrheit in die Mitte drängt, drängen auch die Medien in die Mitte, denn da sind ihre Leser. Das führt dann dazu, dass die Unterschiede zwischen den Medien immer geringer werden.

Das alles führt dazu, dass Menschen zu dem Schluss kommen, die Medien seinen gleichgeschaltet. Was gleichgeschaltete Medien sind, kenne ich noch aus der DDR. Unsere Medien sind das garantiert nicht. Doch wir müssen alles dafür tun, auch die inhaltliche Vielfalt der Medien zu erhalten beziehungsweise wieder zurück zu gewinnen.

Jetzt gibt es erst einmal Frühstück – mit meiner Lieblings-Lokalzeitung.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Bleiben Sie kritisch.

 


Veröffentlicht am: 02.12.2016

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