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Finanziell Ausgeschlossene in Europa

33 Prozent sind berufstätig, 35 Prozent zwischen 18 und 34 Jahre alt

Mastercard hat die Ergebnisse einer Studie über finanziell ausgeschlossene Menschen in Europa vorgestellt. 138 Millionen[1] Europäer sind finanziell abgeschnitten von der Gesellschaft – ohne Bankkonto oder elektronische Zahlungsmethoden. Der Report zeigt, dass ein Drittel (33 %) voll berufstätig und 35 Prozent zwischen 18 und 34 Jahre alt sind.

Die Untersuchung von Mastercard zeigt, dass 87 Prozent der finanziell Ausgeschlossenen schon ihr ganzes Leben lang im gleichen Land leben. Zudem bezahlen 38 Prozent der Befragten ihre Miete in bar und 88 Prozent alle ihre sonstigen Ausgaben.

Menschen, die sich nur auf Bargeld verlassen müssen, sind häufig Opfer von Zahlungsstreitigkeiten, denn dann fehlt die Möglichkeit, Überweisungen elektronisch nachzuverfolgen oder getätigte Zahlungen im Nachhinein zu belegen. Zudem sind keine Vorauszahlungen oder terminierte Zahlungsaufträge möglich. Oft greift dieser Teil der Bevölkerung aus Mangel an Bargeld auf ungeeignete alternative Zahlungsmethoden zurück, welche sie in die Schuldenfalle treiben können.

Zugang zu Technologie reicht noch nicht aus

Der Report von Mastercard zeigt auch, dass sich der Zugang zu Technologie stark verbessert hat. Hatten 2013 noch lediglich 29 Prozent Zugang zu Endgeräten wie Smartphones, sind es 2016 bereits 49 Prozent. Trotz dieses Anstiegs hat jedoch weiterhin ein Viertel (27 %) keinen Zugang zu finanziellen Produkten oder Services, was darauf schließen lässt, dass nicht zwingend ein direkter Zusammenhang zwischen dem Zugang zu Technologie und der Nutzung von finanziellen Produkten oder Services besteht.

Ann Cairns, President International bei Mastercard, kommentiert: “Viele glauben, Exklusion sei ein Problem von Entwicklungsmärkten. Der Report zeigt jedoch klar, dass dieser Missstand genauso in den vermeintlich entwickelten Märkten Europas und auf der ganzen Welt besteht. Exklusion hat einen schwerwiegenden Einfluss auf die Lebensqualität einer Person, indem sie den Betroffenen einfache Leistungen wie höherer Schutz, Komfort oder den Zugang zum weltweiten Finanzsystem verwehrt. Dass die Technologie den Menschen, die mehr Inklusion benötigen, bereits zur Verfügung steht, zeigt, dass wir es mit einem Problem zu tun haben, das anhand von Partnerschaften, Ausbildung und Innovation gelöst werden kann.“

Fehlendes Wissen als Hauptgrund für Exklusion


Die Analyse lässt darauf schliessen, dass vor allem ein Mangel an Wissen oder ein generelles Misstrauen gegenüber dem Bankensektor für fehlende Bankverbindungen verantwortlich sind. Ein Fünftel (20 %) will kein Bankkonto und weitere 10 Prozent sagen, dass sie ihr Geld den Banken nicht anvertrauen möchten. Digitale Prepaid-Lösungen und elektronische Zahlungsmöglichkeiten, in Zusammenhang mit Innovation und Ausbildung, können helfen, diese sozialen Unterschiede zu überbrücken.

Ann Cairns ergänzt: “Betrachtet man, wie stark der Zugang zu Technologie zugenommen hat, ist es offensichtlich, dass der Weg zur finanziellen Inklusion digital sein muss. Wenn wir diesen schnellen Anstieg nutzen, können wir neue Lösungen entwickeln, die sicherstellen, dass alle Menschen in Europa Zugang zum Finanzsystem erhalten. Auf diese Weise verbessern wir das Leben von Millionen von Menschen und leisten einen Beitrag zu einer faireren Gesellschaft mit mehr Gleichstellung.“

 


Veröffentlicht am: 14.12.2016

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