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22.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Noch mehr Kameras?

Merkwürdige Diskussion

In diesem Land gibt es merkwürdige Dinge. So wird nach jedem Anschlag, nach jedem Amoklauf gebetsmühlenartig nach mehr Überwachung, sprich nach mehr Videokameras im öffentlichen Raum gerufen. Ich frage mich, warum es die nicht schon gibt.

Oh, ich vergaß, dass wir die ja schon haben – und nicht nur im öffentlichen Raum. Videoüberwachung gibt es bei der Bahn, an Tankstellen, in Einkaufzentren, bei Unternehmen und an Privathäusern. Da müsste man ja meinen, dass es Kriminellen fast nicht mehr möglich ist, ihren Treiben nachzugehen. Zumindest müssten alle Spitzbuben sehr schnell vor dem Richter landen. Doch wie wir alle wissen, ist das nicht der Fall. Nehmen wir mal Straftaten wie Mord aus, so sind die Aufklärungsquoten der Polizei teilweise lächerlich.

Dafür gebe ich nicht der Polizei die Schuld. Was sollen die Überstundenkönige der Nation machen? Wie sollen sie effektiv Verbrecher jagen oder Verbrechen verhindern, wenn ihre technische Ausrüstung auf dem Stand des 20. Jahrhunderts  ist?

Und nun Videoüberwachung? Da kann ich nur bitter lachen. Die Bilder, die man sieht sind zu häufig von schlechter Qualität, für bessere Technik scheint wie so häufig das Geld zu fehlen. Doch selbst wenn das da ist, wer beobachtet das Geschehen auf den Monitoren? Roboter wie bei der Gesichtserkennung bei Google? Nicht vorhandene Beamte? Bei Videoüberwachungen in Einkaufszentren oder anderen Einrichtungen sitzen Menschen und beobachten das Geschehen um bei Gefahr Kollegen vor Ort zu informieren, die dann eingreifen können. An beiden Stellen fehlt der Polizei einfach das Personal.

Ich finde den Ruf nach mehr Video-Überwachung grundsätzlich nicht als falsch. Falsch ist nur, uns glauben machen zu wollen, dass es damit weniger Kriminalität geben wird, dass sich gar Terroristen von einer Kamera von ihrem Treiben abhalten lassen. Das Gegenteil ist wohl eher wahrscheinlich.

Sinnvoll ist es aber, wieder uniformierte und zivile Beamte auf die Straße zu schicken. Man sehe sich nur mal an, was etwas mehr Polizeipräsenz etwa in Orten nahe der polnischen Grenze bewirkt. Dort wo Tag und Nacht Fußstreifen unterwegs sind, gehen die Straftaten von ausländischen und deutschen Kriminellen zurück. Das kann nur heißen, dass überall – nicht nur in den Ballungszentren - viel mehr Beamte unterwegs sein müssen. Wenn dann noch geschulte Menschen beobachten, was die Videokameras übermitteln, dann rechne ich damit, dass die Polizei häufiger Fahndungserfolge melden kann.

Anschläge von zu allem bereiten Terroristen – denen auch ihr Leben nicht viel bedeutet – werden wir sicherlich auch damit nicht verhindern können. Da brauchen wir endlich viel mehr Zusammenarbeit der deutschen und ausländischen Sicherheitsdienste. Wer diese Zusammenarbeit wie auch immer torpediert oder auch nur verzögert, hat auf seinem Stuhl nichts zu suchen und muss entlassen werden. So lange mit Haftbefehl gesuchte Terroristen gemütlich durch das videoüberwachte Europa reisen können, so lange Terroristen die Behörden an der Nase herumführen, so lange ist der Ruf nach mehr Kameras nur eines – hilfloser Populismus.

Doch jetzt gibt es erst einmal Frühstück – ohne Überwachung.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 29.12.2016

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