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27.03.2017

 

 

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Fez – die ganze Welt des Orients

Vorsicht: Hier droht Verirrung



Fès oder Fez ist mit rund einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Marokkos. Sie ist die älteste der vier Königsstädte des Landes (außerdem Marrakesch, Meknès und Rabat). Fez galt nach der Gründung der Qarawiyin-Universität 859 als geistiges Zentrum der Region.



Das Faszinierenteste an Fez ist neben den Menschen die Altstadt, die Medina mit ihren labyrinthartigen Gassen. Die sind so eng, dass Waren nur auf dem Kopf oder per Esel und Maultier transportiert werden können. Ich habe mich bei meinem Besuch immer wieder gefragt, was man hier macht, wenn jemand einen Krankenwagen braucht oder es brennt.

Die Gassen der Medina, die 1981 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden, sind so verschachtelt und unergründlich, dass man als Fremder schon nach wenigen Schritten durch das erst 1913 errichtetet Tor Bab Bojeloud nicht mehr weiß, wo man sich eigentlich befindet. Es gibt so gut wie keine Straßenschilder oder sonstigen Hinweise. Es ist also mehr als sinnvoll, sich eines einheimischen Führers zu versichern. Für 60 bis 100 Euro begleitet er Einzelreisende oder kleine Gruppen. Es gibt Führer, die auch gut deutsch sprechen und vieles erklären und die einen auch zu Ecken führen, die man allein nur zufällig entdeckt.

Das Zentrum der Medina ist die schon erwähnte Qarawiyin-Universität, die wahrscheinlich die älteste noch lehrende Universität der Welt ist. Sie wurde im Übrigen von einer Frau, Fatima al-Fihri - Tochter eines reichen Kaufmanns aus Qayrawan im heutigen Tunesien – gegründet. Hier studierte der Papst Sylvester II, der später islamische Ideen über die Mathematik in das mittelalterliche Europa einführte. Ihn verdanken wir die Einführung der arabischen Ziffern im christlichen Europa. Man stelle sich heute vor, ein Mann wird Papst, der zuvor in einer muslimischen Universität studiert hat. Leider darf man die Uni genau wie nahezu alle Moscheen nur als Moslem besichtigen. Allen anderen bleibt nur ein Blick durch die kunstvoll verzierten Türen.

Für Touristen geöffnet sind dagegen die ehemaligen Koranschulen  Medersa el-Attarine und Medersa Bou Inania.

Neben den historischen Sehenswürdigkeiten sind die Handwerker die eigentlichen Sehenswürdigkeiten. Sie sind allerdings Menschen aus Fleisch und Blut, die hier ihren Lebensunterhalt verdienen und keine Models. Will sagen, wer immer die Männer – Frauen sieht man nur selten in den Buden und Werkstätten – fotografieren will, sollte zumindest fragen. Ein kleines finanzielles Dankeschön wird gern genommen, aber nur äußerst selten gefordert.

Vielleicht ein Wort zu den Frauen in der Medina. Hier trifft man entweder Touristinnen oder eben einheimische Muslima an. Die werden in der Regel nicht fotografiert – zumindest nicht ohne ausdrückliche Zustimmung. Ansonsten scheinen die Frauen hier ziemlich selbstbewusst und alles andere als unterdrückt. Man sieht sie in den Restaurants und außerhalb der Medina auch am Steuer eines Autos. Wohl eher für die Touristinnen gibt es in der Medina auch Miniröcke, dünne Blusen und sogar Dessous zu kaufen – und das ganz offen.

Wer in der Medina auf Shoppingtour ist, den führt der Guide ganz sicher zu den Webern. Achtung, hier gibt es im Gegensatz zu den sonstigen Händlern Festpreise. Doch die sind sehr moderat.

Schon etwas tiefer muss man in die Tasche greifen, wenn man im Geschäft von Ziseleur-Meister Guernani kaufen will – und wer will das nicht. Der schon verstorbene Meister hat für den marokkanischen König gearbeitet und beispielsweise die großen Tore des Königspalastes in Fez verziert.

Am eindrücklichsten ist zweifellos ein Besuch im Chouara Tanneries, dem Gerberviertel. Mit nackten Beinen stehen die Arbeiter dort in den Bottichen mit Gerbe- und Färbemitteln, die unter anderem aus Taubenkot und Kuh-Urin gewonnen werden und bearbeiten das Rohleder mit ihren Füßen. Gesund ist das nicht. Es riecht auch etwas. Menschen mit sehr empfindlichen Nasen bekommen ein Bündel frischer Minze unter die Nase. Ich fand den Geruch in den Verkaufsräumen nicht so penetrant.

Wer Ledersachen mag, kann hier auf jeden Fall ein Schnäppchen machen. Allerdings handelt man auch hier nicht gern.

Nach so vielen Eindrücken lässt man sich gern von seinem unermüdlichen Führer in eine der im Verborgenen liegenden Restaurants führen.

So verwöhnt und gestärkt ist man dann wieder fit, sich die Medina von einer der  beiden Zitadellen Borj Nord und Borj Sud anzusehen, die sich auf den Hügeln über der Altstadt befinden.

Ein Tipp für alle, die nicht gern auf eigene Faust unterwegs sind: GULLIVER Agence de Voyages & de Tourisme hat ein breites Angebot für alle, die Marokko erleben wollen.

Text und Fotos: Helmut Harff

 


Veröffentlicht am: 31.12.2016

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