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23.06.2017

 

 

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DADDY COOL - Das Boney M.-Musical

Interview mit Frank Farian & Musical-Regisseur Hakan T. Aslan

Frank Farian (Foto oben), der Daddy von Boney M., wuchs als Halbwaise auf und wurde zum erfolgreichsten Produzent von Popmusik bis heute. Er erfand Boney M., Milli Vanilli, La Bouche, No Mercy und zig weitere Bands.

Er lancierte 2006 das Musical „DADDY COOL“ als modernen und „Action“-reichen Rückblick auf sein musikalisches Schaffen. Mit 75 Jahren arbeitet Frank Farian nach wie vor täglich in seinem Studio in Miami. 2017 geht „DADDY COOL – Das Boney M.-Musical“ erstmals auf Tournee durch Deutschland.

Hakan T. Aslan führt die Regie bei der Deutschland-Tournee von „DADDY COOL – Das Boney M.-Musical“. Aslans Arbeiten wurden unter anderem in London, Berlin und Hamburg gefeiert und mehrfach ausgezeichnet. In Großbritannien war er Choreograf der erfolgreichen TV-Sendung „First Dance“ und lernte über eine BBC-Produktion sogar die Queen persönlich kennen. Seine Ausbildung absolvierte der 36-jährige am renommierten Laine Theatre Arts College in Epsom, England.

Herr Farian, wie kamen Sie auf den Berufswunsch Koch?
Frank Farian:
Ich war als Kind der größte Esser in der Familie. Da hat meine Mutter mir empfohlen Koch zu werden, da gebe es immer Lebensmittel im Überfluss.

Sie sind in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsen, ihr Vater fiel vor ihrer Geburt in Russland im zweiten Weltkrieg – wie war ihre Kindheit?
Frank Farian:
Meine Mutter musste mit 200 Mark Rente drei Kinder ernähren. Sie war eine unglaubliche Kämpferin. Das hat mein Verhältnis zu ihr geprägt: enger geht nicht, bis sie vor ein paar Jahren mit über 90 gestorben ist.

Was meinte Ihre Mutter zu Ihren musikalischen Ambitionen?
Frank Farian:
Sie war entsetzt! Man muss wissen: ich war ein guter Koch, in meinem Abschlussjahrgang unter den fünf besten der Berufsschule. Anschließend habe ich schnell viel gutes Geld verdient. Dann wollte ich plötzlich Musiker werden! Wobei: Meine Mutter ist schuld daran. Sie war Sopranistin im Chor und spielte Piano. Sie hat mich als Kind an den Elternabend geschickt „Der Mond ist aufgegangen“ zu singen. Ich bekam vom Pfarrer dafür einen Groschen.

Kam nach dem Entsetzen dann die Unterstützung?
Frank Farian:
Das war großartig: in meinen Anfängen als „Rock’n’Roll König von Saarbrücken“ mieteten wir kleinere Hallen für 2000 Leute. Meine Mutter verkaufte Tickets an der Kasse und meine Tante Getränke an der Bar. Uns blieben vielleicht 1000 Mark netto am Schluss. So ging das los mit meiner Musikkarriere bis ich nach langen Jahren der Entbehrungen meinen ersten Hit Mitte der Siebziger Jahre hatte in Deutschland: „Rocky“.

Das war höchste Zeit, oder?
Frank Farian:
Oh ja, der Gerichtvollzieher stand regelmäßig vor der Tür und wollte Geld. Auch der war erleichtert! Meiner Mutter sagte er auf der Strasse: „Frau Reuther, ich bin so froh, dass Ihr Sohn es geschafft hat“. Gleich anschließend kam Boney M. und von einem Tag auf den anderen war ich der Superstar! (lacht)

Was für ein Erlebnis hat Sie auf den Namen „Boney M.“ gebracht?
Frank Farian:
Das war kein Erlebnis, ich war einfach nur müde! Wir hatten eben den Titel „Baby do you wanna bump“ aufgenommen, wo ich alle Stimmen selbst eingesungen habe. Also kam ich nach Hause, schalte den Fernseher ein und da läuft eine australische Krimiserie „Boney“. Zuerst wusste ich gar nicht, was das ist. Bohnen vielleicht? Wie das M dazu kam, weiß ich beim besten Willen nicht, es war einfach plötzlich da. Ich rief einen Freud an und sagte ihm: Nennen wir das Projekt Boney M.? „Ja, tönt geil“… Das ist die ganze Geschichte!

Und der erste Titel ging gleich mächtig ab!
Frank Farian:
Ja, in England und Holland landeten wir in den Charts. Also schrien alle nach einem Album. Und nach Fernsehauftritten. Für mich war klar: ich stehe nicht mehr vor der Kamera und tanze in der Gegend rum. Also rief ich Agenturen an und fragte nach schwarzen Künstlern, zum Stil der Musik passend. Ich bekam Empfehlungen, darunter Liz Mitchell, eine der ehemaligen Sängerinnen von den „Les Humphries“. Als ich mit ihr im Studio erste Aufnahmen machte, wusste ich: „Franky, you are a lucky boy“. Ich ahnte, dass es nicht bei einem Hit bleiben wird.

Wie kamen Sie auf die Idee mit dem wild tanzenden Mann, Bobby Farell?
Frank Farian:
Das war abenteuerlich: Der Sound mit der tiefen Männerstimme, die ja meine war, brauchte eine Persönlichkeit die das auf der Bühne umsetzt. Als wir Bobby Farell kennenlernten, wussten wir: es gibt keinen Besseren! So war die Band komplett: Liz, Marcia Barrett und der unsichtbare Frank Farian waren die Stimmen, Maizie Williams und Bobby bewegen den Mund und tanzten dazu.

Es folgte ein Hit nach dem anderen: Ihr Näschen für gute Titel ist legendär.
Frank Farian:
Ich stand ja vorher jahrelang selbst auf der Bühne und entwickelte ein Gefühl für tolle Songs. Zum Beispiel Sunny: diesen Titel sang ich schon Ende der sechziger Jahre selbst als Ballade in den Clubs. Daraus machten wir dann eine Uptempo-Nummer, Liz sang darauf und allen war klar: das wird funktionieren.

Wie war das Verhältnis unter den Mitgliedern von Boney M.?
Frank Farian:
(lacht) Am Anfang gut! Aber als der überwältigende Erfolg kam, gab es natürlich Rivalitäten unter den Mädchen. Es kam soweit, dass ich sogar Mitglieder von der Bühne weisen musste, die dann die Koffer packten und abreisen wollten. Im letzten Moment kam es zur Versöhnung. Auch mit Bobby gab es haarsträubende Geschichten. Aber: Hätte ich Bandmitglieder austauschen müssen, wäre das auch eine Niederlage für mich gewesen. Wir rauften uns zusammen. Ende der Siebziger Jahren waren wir eine verschworene Gemeinschaft und ich war dabei der „Daddy“.

Das Ende von Boney M. war ein Mix aus verschiedenen Faktoren.
Frank Farian:
Erstens war ich völlig ausgebrannt: mir kam nichts mehr in den Sinn. Hören Sie das erste und das letzte Album an - das sind Welten. Dazu kam; ich hatte es in den achtziger Jahren nicht mehr mit vier Künstlern, sondern mit acht Personen zu tun! Jede hatte inzwischen einen sogenannten Berater an der Hand. Also: 10 Jahre waren wir zusammen, keine Ideen mehr, mühsame Verhandlungen: Ende!

Lange blieb es nicht ruhig um Sie.
Frank Farian:
Ich bin ja in der Tiefe meiner Seele ein Rocker. Also wendete ich mich Herzensprojekten wie der Produktion von „Stairway to Heaven“ zu, wo ich die besten Kritiken meines Lebens bekam. Oder die Realisierung eines Albums von Meat Loaf. Dennoch wollte ich mich wieder eigenen Projekten widmen. So kamen dann Milli Vanilli, No Mercy und La Bouche.

Milli Vanilli, der Skandal. Warum eigentlich erst dann? Schon bei Boney M. bewegten zwei Künstler auf der Bühne nur den Mund und sangen keinen Ton.
Frank Farian:
Aber immerhin waren bei Boney M. zwei grandiose Sängerinnen dabei. Bei Milli Vanilli sang keiner. Dass die Männerstimme von Boney M. meine war, das hat sich bald rumgesprochen und wurde nicht negativ gesehen. Bobby tanzte dermaßen gut! Übrigens, vor der USA-Tour von Milli Vanilli habe ich davor gewarnt, dass es auffliegen könnte. Ich wollte mich nach dem zweiten Album ausklinken. Aber Fab Morvan und Rob Pilatus wollten unbedingt auf Tour gehen und haben sich selbst entlarvt. Also blieb nur noch die Flucht nach vorn: die Entschuldigung.

2006 lancierten Sie das Musical Daddy Cool: eine Herzensangelegenheit?
Frank Farian:
Natürlich, eine die sich auch toll entwickelte. In London schossen wir nach der Premiere von null auf zwei in den Musicalcharts. Jetzt freuen wir uns auf die Tour in Deutschland 2017!

Herr Aslan, ist das Musical „Daddy Cool“ nur etwas für hartgesottene Boney M.-Fans?
Hakan T. Aslan:
Das Musical ist auf jeden Fall einen Besuch wert, weil die an sich schon geniale Musik von Frank Farian mit neuer Power aufgeführt wird, eingebettet in eine mitreißende Liebesgeschichte und gespickt mit sehr vielen atemberaubenden Tanzszenen.

Worum geht es in der Liebesgeschichte?
Hakan T. Aslan:
Das Musical erzählt die Geschichte von Sunny, einem talentierten Jamaikaner, der nach England zieht und die „Sunshine Crew“ gründet. Er verliebt sich in Rose, Tänzerin der rivalisierenden Tanzgruppe „Thunder Crew“. Überdies ist Roses Mutter, bekannt als „Ma Baker“ und Besitzerin des angesagten Rasputin-Clubs, die Erzfeindin von Sunnys Mutter. Am Ende bringen die Liebe von Sunny und Rose, die Liebe zur Musik und die Wahrheit über Sunnys Vater die verfeindeten Crews zusammen.

Werden Sie gegenüber der Londoner Inszenierung vieles verändern?
Hakan T. Aslan:
Nein, meine Inszenierung wird vieles vom Original behalten, aber natürlich werde ich versuchen mit meinem Team auch einige neue Impulse zu setzen.

Tickets und Termine: www.daddycool-show.com und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 


Veröffentlicht am: 22.01.2017

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