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29.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Mh, aha, ach so

Schon mal was von telematikbasierten Versicherungssystemen gehört?

Ich bin gerade mit der besten Frau der Welt im Klosterhotel Wörishofen unweit von Goslar am Fuße des Harzes. Nein, weder das wunderschöne Hotel, noch die hauseigene Brennerei, noch der Harz haben uns hier her gelockt.

Wir sind wie schon seit Jahren der Einladung des Goslar Instituts Querstrich der HUK Coburg gefolgt. Es geht wie immer um Fragen der Versicherung, konkreter um die Kfz-Versicherung. Das ist auch kein Zufall, tagt doch gleichzeitig in Goslar der Deutsche Verkehrsgerichtstag.

Die Veranstaltung - Goslar Diskurs genannt - wurde wie immer von der charmanten N-TV-Moderatorin Carola Ferstl moderiert. Das war bei dem Thema "Geschäft oder Gewissen? Vom Auszug der Versicherung aus der Solidargemeinschaft" nicht ganz einfach.

Nach zwei für Laien nur teilweise verständlichen Einführungsvorträgen ging es zur Sache. Die Sache waren in diesem Fall Telematrikdaten und der Umgang damit. Solche Daten werden mit Hilfe von Datenerfassungsgeräten im Auto ermittelt und an die Versicherung weiter geleitet. Die weiß dann, wie risikoreich oder eben risikoarm jemand Auto fährt. Das interessiert die Versicherer wie die HUK Coburg selbstverständlich brennend, denn so lassen sich die Tarife noch kundengenauer kalkulieren. Im besten Fall zahlt der Versicherte dann weniger.

Meine kleinen grauen Zellen hatten sehr viel Mühe, all das gehörte überhaupt zu erfassen. Doch das ging wohl  nicht nur mir so, wie die zahlreichen etwas ratlosen Gesichter um mich herum nahelegten. Auch Wolfgang Büser, TV-bekannter Fachjournalist für Rechtsthemen, meinte, dass er hier und da mit offenem Mund da saß, vor allem wenn es um Rechtsfragen ging. Für einiges Licht im Dunkel sorgte dann der ebenfalls aus den Medien bekannte Hermann-Josef Tenhagen, seines Zeichens Chefredakteur bei Finanztip. Er warf beispielsweise die Frage auf, wem die erhobenen Daten denn gehören. Interessant fand ich auch die Frage, ob man die so erhobenen Daten beim Versichererwechsel mitnehmen dürfe.

Das ist wohl noch nicht der Fall. Überhaupt ist da rechtlich noch bei der Erhebung von Telematikdaten und dem Umgang damit sehr viel zu klären.

Ich hatte die ganze Zeit ein merkwürdiges Bild vor Augen: Wenn die Versicherungen unser Fahrverhalten anhand der erhobenen Daten ermitteln können und daraus die Höhe unseres persönlichen Versicherungsbeitrages ermitteln, dann werde ich zukünftig jeden Monat einen Brief von der Versicherung bekommen. In dem steht dann, sie sind so und so gefahren und zahlen für den abgelaufenen Monat Summe x. Vielleicht gibt es sogar eine Anzeige im Auto, die mir diesen Wert übermittelt. So kann ich dann zum Monatsende wahlweise noch mal richtig Gas geben oder lieber sehr verhalten fahren.

Meine Frage an das Auditorium, ob meine Befürchtung demnächst Realität werden würde, wurde von Dr. Wolfgang Weiler, Vorstandssprecher der HUK-Coburg vehement verneint. Prof. Dr. Fred Wagner vom Institut für Versicherungslehre der Uni Leipzig fand dagegen, dass das die Frage des Abends sei und widersprach seinem Kollegen mit viel Nachdruck. Auch Herr Tenhagen fand meine Frage alles andere als abwegig und das von mir gemalte Szenario durchaus realitätsnah.

Ach so, eigentlich ging es ja um das Thema "Geschäft oder Gewissen? Vom Auszug der Versicherung aus der Solidargemeinschaft". Um es kurz zu machen: Eine Kfz-Versicherung ist keine Solidargemeinschaft, auch wenn wir es gerne hätten.

Auch die Frühstücksgemeinschaft hier im Klosterhotel Wörishofen ist nicht wirklich eine Solidargemeinschaft, aber ganz sicher sehr nett.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Fahren Sie unfallfrei.

 


Veröffentlicht am: 27.01.2017

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