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30.03.2017

 

 

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Alles Seemannsgarn?

Kreuzfahrt-Mythen aufgedeckt

Geht der Kapitän tatsächlich als Letztes von Bord? Gibt es kein 13. Deck? Und verfügen Schiffe wirklich über einen Leichen-Kühlraum, für den Fall, dass auf hoher See jemand stirbt? Obwohl Kreuzfahrten im Trend liegen, kursieren immer noch zahlreiche Mythen um die beliebte Reiseform.

Malte Köster, Kreuzfahrt-Experte und Geschäftsführer vom Online-Portal kreuzfahrtberater.de, weiß, was es damit auf sich hat.

Für Tote gibt es einen Kühlraum

Richtig. Auch auf hoher See kommt es vor, dass Menschen sterben. In der Regel stellt dann zunächst der Bordarzt den Totenschein aus. „Im Fall eines natürlichen Todes wird der Verstorbene während der Fahrt in einem eigens dafür vorgesehenen Kühlraum aufbewahrt“, erklärt der Experte von kreuzfahrtberater.de. „Im nächsten Hafen übergibt die Crew den Leichnam dann einem Bestattungsunternehmen oder den zuständigen Behörden zur Überführung.“

Frauen und Kinder zuerst?


Falsch, laut internationalen Satzungen über die Sicherheit des menschlichen Lebens auf See gilt es, möglichst alle Passagiere zu retten. Gleichzeitig besagen die Regeln, dass die Rettungsboot-Kapazität jedes Schiffes mindestens 125 Prozent betragen muss. Nach der Regel „Frauen und Kinder zuerst“ sucht man allerdings vergebens. Bei den Seerettungsübungen zu Beginn einer Kreuzfahrt hält die Crew Passagiere dazu an, zunächst hilfsbedürftigen und schwächeren Personen zu helfen, bevor sie sich selbst in Sicherheit bringen.

Es gibt kein 13. Deck an Bord

In vielen Fällen stimmt das. „Da Gäste und Crewmitglieder häufig abergläubisch sind, verzichten viele Kreuzfahrtunternehmen darauf, ihre Decks mit Unglückszahlen zu nummerieren“, erläutert Malte Köster. So fehlt zum Beispiel das 13. Deck bei vielen Flotten. Andere Reedereien nehmen das Thema weniger ernst, hier findet sich durchaus einmal ein Deck Nummer 13.

Nur Frauen dürfen ein Schiff taufen


Richtig, denn angeblich bringen männliche Paten Pech und so taufen hierzulande ausschließlich Frauen Schiffe. Während des festlichen Akts wird dem Schiff sein Name verliehen und eine Flasche Sekt oder Champagner am Schiffsrumpf zerschlagen. In anderen Ländern gehen die Traditionen teilweise noch weiter. So kappen Japaner eine Leine, die eine Nabelschnur symbolisieren soll, die indische Taufpatin wirft eine Kokosnuss an den Schiffsrumpf und in Afrika sprühen die Patinnen Palmwein direkt aus dem Mund gegen das Schiff. In einem sind sich jedoch alle einig: Sollte etwas schiefgehen und beispielsweise die Flasche während der Zeremonie nicht zerbrechen, gilt dies als schlechtes Omen.

Zuletzt geht der Kapitän von Bord

Richtig und falsch zugleich – hierbei handelt es sich um einen Ehrenkodex. Im deutschen Seerecht gibt es keinen Paragrafen, der eine eindeutige Aussage zulässt. Allerdings trägt der Kapitän grundsätzlich für alle Vorgänge auf dem Schiff die Verantwortung. „Er verfügt über die oberste Befehlsgewalt und muss in Notsituationen alle Maßnahmen anordnen, um das Leben der Passagiere zu retten“, sagt Malte Köster. In der Regel funktioniert dies am besten vom Schiff aus. In einigen Fällen geht der Kapitän aber auch an Land, um von dort die Rettung zu organisieren.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 01.02.2017

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