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29.03.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Fussfessel

Hurra sie kommt…

Endlich kommt sie, die Fußfessel. Darüber wird man an vielen Stammtischen jubeln. Endlich gibt es keine Terroranschläge mehr, jubeln sicherlich einige, vielleicht auch einige mehr.

Doch was macht so eine Fußfessel? Sie zeigt, wo sich jemand befindet. Schön, doch was hilft das, wenn niemand da ist, der auf irgend welchen technischen Geräten denjenigen im Auge behält, der mit so einer Fußfessel „ausgestattet“ ist. Und selbst wenn das klappt, wo sind die Polizisten, die den Träger einer Fußfessel dann überprüfen? Doch wenn diese Fragen nicht beantwortet, ja nicht einmal gestellt werden, was nützt dann eine Überwachung per Fußfessel?

Die Fußfessel soll, folgt man dem Innenminister, allen angelegt werden, die als Gefährder gelten. Doch wer ist ein Gefährder? Wer sagt, der ist einer, der ist keiner? Ist ein Gefährder nur, wer kund tut, dass er demnächst einen Terroranschlag durchführen will? Ist ein Gefährder, der eine brutale Straftat verüben will? Ist ein Gefährder, der nach Ansicht von wem auch immer die freiheitlich-demokratische Grundordnung gefährden will? Ist ein Gefährder, dem man unterstellen kann, dass er eine Straftat verüben will, auf die eine Gefängnisstrafe ohne Bewährung steht?

Beantwortet man einige der Fragen mit ja, sollte den Stammtisch-Strategen die Freude ganz schnell vergehen. Dann würden demnächst nicht nur Salafisten und andere böse Islamisten, sondern auch Rechtsradikale, Pegida-Demonstranten und AfD-Mitglieder, genau wie militante Linke mit einer Fußfessel rumlaufen.

Da hätten auch noch diverse Stammtisch-Strategen nicht etwas dagegen. Doch wie steht es mit Fußballfans? Von denen sind bekanntermaßen auch viele gewaltbereit. Wie ist es mit Priestern und Sporttrainern? Von denen weiß man ja am Stammtisch, dass die Kinder missbrauchen. Das machen aber auch Opas und Onkels.

Was ist mit denen, die ihre Steuern nicht zahlen und das Geld lieber irgendwo bunkern? Müssen jetzt vorbeugend auch diese Wurstfabrikanten, Frauenrechtlerinnen und die erfolgreichen Unternehmer eine Fußfessel tragen, weil irgend jemand meint, sie seien Gefährder, sie gefährden wen oder was auch immer?

Nimmt man nur diese Liste, würden wohl diverse Millionen Deutsche eine Fußfessel tragen. Auf so einen Schwachsinn ist noch nicht einmal die DDR gekommen.

Ich finde die Idee der elektronischen Fußfessel alles andere als fesselnd. Ich finde sie unsinnig und  populistisch. Mit so einer Gerätschaft kann man nicht einmal den Diebstahl eines Kaugummis, geschweige denn den Terroranschlag eines Selbstmordattentäters verhindern. Die Befürworter verhindern so nur, dass sie sich wirklich Gedanken über mehr Sicherheit für uns alle machen müssen.

Ich bin jetzt erst mal an die Küche gefesselt. Frühstück machen lautet mein Auftrag.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück – ganz ohne Fesseln.

 


Veröffentlicht am: 02.02.2017

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