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Arvo Pärt - der meistgespielte lebende Komponist

Seine Wurzeln liegen in Estland

Gegenwärtig ist Arvo Pärt der meistgespielte lebende Komponist der Welt, aber sein Weg zu internationalem Ruhm begann in Estland.

Musik spielte für die kulturelle Identität der Menschen in Estland schon immer eine wichtige Rolle und vor einigen Jahren kehrte Pärt zu seinen Wurzeln zurück, um die musikalischen Traditionen seines Heimatlandes zu fördern.

Weltberühmt, tief verwurzelt

Pärt wuchs in Rakvere im Norden Estlands heran und spielte zuhause Klavier. Später studierte er Musik am Konservatorium in Tallinn (heute die estnische Akademie für Musik und Theater) und machte 1963 seinen Abschluss. Mittelalterliche und Renaissance-Musik haben ihn beeinflusst. Bereits in den 1960er Jahren war er als Komponist beliebt und seine Musik wurde in Filmen verwendet, aber das Sowjetregime kritisierte ihn wegen seiner religiösen Einflüsse.

Im Jahr 1976 erschuf Pärt seinen markanten Tintinnabuli-Stil, der in einigen seiner bekanntesten Werke wie „Für Alina" und „Spiegel im Spiegel" erkennbar ist. Pärt verließ Estland im Jahr 1980, um kreative Freiheit in Wien und später in Berlin zu finden, wo er bis 2010 lebte und komponierte, um danach seinen Hauptwohnsitz wieder nach Tallinn zu verlegen. Das Nargenfestival, ein vielfältiges estnisches Kulturfestival, organisiert jedes Jahr im September die Pärt-Tage.

Arvo Pärt Zentrum

Ein friedlicher Kieferhain ist der ideale Ort für das Arvo Pärt Zentrum, das 2018 eröffnet wird. In der Zwischenzeit beschenkt die estnische Natur Besucher mit Ruhe und Einkehr, so wie Pärts Musik.

Arvo Pärt und seine Familie gründeten im Jahr 2010 das Arvo Pärt Zentrum „mit dem Ziel, die Voraussetzungen zu schaffen, um das kreative Erbe des Komponisten in seinem Heimatland, Estland, und im Kontext der estnischen Sprache zu erhalten und zu erforschen". 2014 gewann das spanische Architekturbüro Nieto Sobejano Arquitectos die Ausschreibung mit ihrem Entwurf Tabula, der das neue Arvo Pärt Zentrum beherbergen wird. Das Zentrum liegt in Laulasmaa, in Meeresnähe und rund 35 km von Tallinn entfernt. Das Gebäude schmiegt sich in den mit Kiefern bewachsenen Hang und wird ein Archiv aller Werke Pärts enthalten. Seine Eröffnung ist für 2018 geplant, zum 100. Jahrestag der estnischen Unabhängigkeit.

 


Veröffentlicht am: 10.02.2017

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