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Der „Kranich“ bringt Energie und Entspannung

Qigong - besser als sein Ruf

„In der Ruhe liegt die Kraft“. Diese erhabene Lebensweisheit, die – mangels besseren Wissens? – gern dem berühmten chinesischen Gelehrten, Philosophen und Staatsmann Konfuzius zugeschrieben wird, thront inzwischen haushoch über jedem Zweifel: Sie hat sozusagen universelle Gültigkeit erlangt.

Doch zu wissen, dass Ruhe und Gelassenheit auf die Dauer leistungsfähiger und stärker machen, ist eine Sache – eine andere hingegen, innere Ruhe und Ausgeglichenheit tatsächlich zu erreichen. Als eine einfache, für nahezu jeden geeignete und zugleich sehr erfolgreiche Methode der körperlichen und mentalen Entspannung bietet sich die chinesische Bewegungskunst Qigong an.

„So ein Quatsch, das bringt doch eh nichts“, ist häufig die sehr unentspannte Reaktion auf Angebote solch fernöstlicher Praktiken, um zur Ruhe zu kommen. Dabei hat auch die US-amerikanische American HeartAssociation (AHA), die sich für die Prävention und Therapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen engagiert, im vergangenen Jahr eingeräumt, dass sich traditionelle chinesische Übungen wie das bekanntere Tai-Chi und Qigong günstig auf Herz und Kreislauf auswirken. Es ist also offenbar etwas dran, an den Übungen, die in China schon seit mehr als 2.000 Jahren praktiziert werden.

Ähnlich dem Tai-Chi dominieren auch beim Qigong langsame, geradezu meditative Bewegungen. Die Übungen, die so pittoreske Namen haben wie „Kranich, der über das Wasser fliegt“ oder „Spiel der fünf Tiere“, sollen möglichst bedächtig langsam und gleichmäßig fließend ausgeführt werden. Gleichermaßen ruhig fließt dabei auch der Atem.

„Und was soll das bringen?“, fragen viele Protagonisten eines westlichen Sportverständnisses, das geprägt ist von nachvollziehbaren (beeindruckenden) Angaben zur Höhe von Gewichten, der Länge einer Wanderung oder der Schnelligkeit eines Laufs. All dem wohnt immer ein Leistungsgedanke inne, etwa nach dem Motto „no gainwithoutpain“. Da muss sich Entspannung quasi erarbeitet, verdient werden.

Anders der chinesische Ansatz: Hier geht es vor allem darum, durch Langsamkeit zum Erfolg zu kommen. Und der schlägt sich am Ende im Abbau von Verspannungen nieder, und zwar psychischen wie auch körperlichen, im Abbau von Stress und Ängsten, in einer Stärkung der Rückenmuskulatur, die wiederum mit einer Entlastung der Wirbelsäule einhergeht, in besserer Beweglichkeit und einem intensiveren Körperempfinden – unterm Strich also in einer Verbesserung der Lebensqualität.

Und für diejenigen, die lieber „harte Fakten“ wünschen: Mediziner bescheinigen dem Qigong, dass es sich blutdrucksenkend auswirkt, damit langfristig der Vorsorge gegen Schlaganfälle und koronare Herzerkrankungen dient, und zugleich die Energievorräte auffüllt (nicht mit Kalorien!). Somit optimiert Qigong alles in allem auch die persönliche Leistungsfähigkeit. Mit Qigong tankt man neue Kraft und kommt in bessere Stimmung, sagen Trainer dieser chinesischen Heilgymnastik. Also beste Voraussetzungen für ein ausgeprägtes Wohlbefinden.

Qigong könnte man auch so beschreiben: durch Entschleunigung wieder zu sich selbst finden, mit langsamen Bewegungen die eigene Mitte stärken, durch konzentrierte Langsamkeit äußerlich und innerlich entspannen. Glauben sie nicht? Dann probieren Sie es mal aus! Sie werden überrascht sein, wie gut man sich nach Qigong fühlt.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 11.02.2017

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