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25.09.2017

 

 

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Rätselhafte Müdigkeit

Gefahren der obstruktiven Schlafapnoe noch zu oft unterschätzt

Mindestens acht Stunden geschlafen und trotzdem müde? Das hat wohl jeder schon einmal erlebt. Doch es gibt viele Menschen, bei denen gerädertes Aufwachen am Morgen zum Alltag gehört.

In diesem Fall kann es sich um eine lebensbedrohliche Krankheit handeln, die sogenannte Schlafapnoe. „Diese Krankheit wird noch immer stark unterschätzt, sofern sie Betroffenen überhaupt bekannt ist“, weiß Heiko Musiolik von der Gesellschaft zur Heilung der Schlafapnoe.

Direkte Symptome und indirekte Lebensgefahr


Bei einer Schlafapnoe kommt es während des Schlafes zu Atemaussetzern. Liegt dies an zu wenig Platz in den Atemwegen, stoppt beim Entspannen des Halses und der Zunge im Schlaf die Atmung, weil die Zunge nach hinten rutscht und die Atemwege versperrt. In diesem Fall ist die Ursache ein mechanisches Problem und der Facharzt spricht von einer obstruktiven Schlafapnoe. Optisch kann das sogenannte „fliehende Kinn“ ein Hinweis sein. Aussetzer dauern bis zu einer Minute und den Erstickungstod verhindert nur eine reflexartige Weckreaktion des Körpers. Betroffene reagieren mit einem explosionsartigen Schnarchgeräusch, ringen nach Luft und schlafen weiter.

In der Regel bemerkt diese Aussetzer nur der genervte Bettnachbar und fehlinterpretiert sie als harmloses Schnarchen. Da sich der Körper in der Nacht nicht erholt, sind Schlafapnoiker tagsüber extrem müde und neigen zum gefährlichen Sekundenschlaf. Auch Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, starkes Schwitzen und häufiger Harndrang in der Nacht gehören zu den Begleiterscheinungen, sowie ein trockener Mund am Morgen. Doch neben diesen direkten Symptomen stellt eine unbehandelte Schlafapnoe vor allem ein extremes Gesundheitsrisiko dar. Auf lange Sicht kommt es zu dauerhaft erhöhtem Blutdruck, der die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalls drastisch steigert. Durch den Anstieg des Blutzuckers während der Atemstillstände entsteht mitunter Diabetes Typ 2. Doch auch psychisch wirkt eine Schlafapnoe auf den Körper. Die Dauerbelastung kann zu Angstattacken oder Depressionen führen.

Diagnose im Schlaf

Ob eine Schlafapnoe vorliegt, ermittelt der behandelnde Facharzt mithilfe von Messungen. Verzeichnet werden während der Schlafphase die Atemaussetzer ab zehn Sekunden. Doch auch Sauerstoffsättigung im Blut, Augenbewegungen und Muskelaktivitäten werden festgehalten. Über den sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) erfolgt anschließend die Einteilung des Schweregrads. Eine leichte Schlafapnoe liegt bei 5 bis 15 Aussetzern pro Stunde vor. Ab einem AHI-Wert von über 30 Aussetzern besteht eine schwere Schlafapnoe. „Hier sind Patienten mit über 70 Aussetzern keine Seltenheit“, weiß Prof. Dr. Hermann Sailer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Leiter einer Spezialklinik in Zürich.

Obstruktive Schlafapnoe an der Ursache bekämpfen

Steht die Diagnose obstruktive Schlafapnoe fest, muss eine Therapie erfolgen, um den Gesundheitszustand des Patienten auf lange Sicht zu erhalten oder zu verbessern. Neben einer Behandlung der Symptome mithilfe spezieller Zahn- und Kieferschienen im Schlaf oder des nächtlichen Tragens einer Atemmaske besteht die Möglichkeit, eine obstruktive Schlafapnoe operativ dauerhaft zu beseitigen. In diesem Fall wird die Lebensqualität gesteigert, ohne dauerhaft Hilfsmittel im Schlaf nutzen zu müssen. Bei der klassischen Variante, der bimaxillären Umstellungsosteotomie, werden Ober- und Unterkiefer gleichermaßen durchtrennt, nach vorne geschoben und wieder fixiert. Die Verlagerung kann dabei bis zu 10 Millimeter betragen. „Leider gibt es Schlafapnoiker, bei denen eine operative Verschiebung um wenige Millimeter nicht reicht. Somit stößt die bimaxilläre Methode bei vielen meiner Patienten an ihre Grenzen – zumal die gesamte Horizontal-Verschiebung auch optisch das Gesicht nach vorne verlängert und es leicht unförmig wirkt“, erklärt Dr. Sailer.

Platz schaffen mit dem richtigen Dreh

Aus diesem Grund hat der Mediziner die klassische Methode weiterentwickelt und kann mit der „Rotation Advancement Operation“ auch extrem schwere Formen von Schlafapnoe an der Ursache behandeln. „Anders als bei der bimaxillären Umstellungsosteotomie erfolgt beim Rotation Advancement die Verlagerung von Ober- und Unterkiefer in einer dreidimensionalen Drehung“, erläutert der Facharzt. Mit dieser Verschiebung kann der Unterkiefer mehr als doppelt so weit bewegt werden, ohne die Gesichtsform nachteilig zu verändern. „Ganz im Gegenteil. Viele meiner Patienten empfinden ihr Gesicht nach dem Eingriff sogar ästhetischer – ein erfreulicher Nebeneffekt bei der Ursachenbekämpfung einer lebensgefährlichen Krankheit.“

Für Menschen, die Schlafprobleme vermuten, stellt Dr. Sailer auf seiner Klinikseite einen unverbindlichen Selbsttest zur Verfügung. Mit ihm erhalten Betroffene eine erste Einschätzung, ob das Risiko einer Schlafapnoe bestehen könnte und eine Untersuchung anzuraten ist. 

Den Selbsttest und weitere Informationen finden Sie unter www.schlafapnoe.com oder unter www.schlafapnoe-hilfe.de.

Foto: GHS CPAP Geraet

 


Veröffentlicht am: 15.02.2017

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