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Kontra „Verrohung der Sprache“ entgegenwirken

Gesucht sind Vorbilder

Die Klagen zur „Verrohung der Sprache“ potenzieren sich in jüngster Zeit. Es ist erschreckend, was teilweise in Wort und Schrift verbreitet wird.

Fast schon beängstigend wirken neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, wie Sprache Menschen beeinflusst. So gibt es inzwischen klare Hinweise darauf, dass aggressive Sprache und aggressives Handeln in engem Zusammenhang stehen. Das hat Folgen für die jeweils betroffene Person und in der Summe für unsere gesamte Gesellschaft.

Der Allgemeine Deutsche Tanzlehrerverband e.V. - der Berufsverband für über 2.800 Tanzlehrende - tritt dafür ein, diesem bedrohlichen Trend entgegen zu wirken.

„Die sozialen Netzwerke als alleinige Ursache für die sinkende Hemmschwelle bei verbalen Angriffen verantwortlich zu machen, ist sicher zu kurz gegriffen“ davon ist die Präsidentin des ADTV, Cornelia Willius-Senzer (Foto) überzeugt. „Durch die Möglichkeit der Anonymität im Netz wird die Sprachverrohung zwar begünstigt, doch auch im ‚realen Leben‘, also offline, ist dasselbe Phänomen zu beobachten.“ Sei es in politischen Gremien, in den Medien, in Filmen, am Arbeitsplatz, in Schulen oder sonst wo. „Es geht darum, die Menschen grundsätzlich und besonders in jeder Begegnung dafür zu sensibilisieren, wie wichtig die wertschätzende und deeskalierende Sprache ist. Der Focus liegt auf Bewusstmachung sowie der Vermeidung von selbst unterschwelligen Attacken und dient dadurch dem Abbau von Aggression und der Verbesserung der Kommunikation. Dies lässt sich am besten auf der Grundlage von wertschätzendem Verhalten und Respekt für jeden Menschen vermitteln. Dafür steht der ADTV seit Jahrzehnten“ führt die Präsidentin weiter aus. „Die Vermittlung des respektvollen Miteinanders und guter Umgangsformen zählt zu den Kernkompetenzen der von uns ausgebildeten Tanzlehrenden.“

Sie wünscht sich Unterstützung von so vielen Menschen wie möglich. „Deshalb bitte ich alle Erwachsenen dringend: Lassen Sie uns statt über die ‚verrohende Jugend‘ zu schimpfen gute Vorbilder auch bei unserer Sprache sein, uns an die eigene Nase packen und prüfen, ob wir unsere Worte sorgfältig, wertschätzend und respektvoll genug wählen!“, appelliert aus Überzeugung die Präsidentin des ADTV, die sich ausdrücklich selbst einbezieht.

Quelle: Allgemeiner Deutscher Tanzlehrer-Verband e. V. (ADTV)

 


Veröffentlicht am: 16.02.2017

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