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20.09.2017

 

 

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Reisen mit Kindern

Was Eltern beachten sollten

Etwa 100 Millionen Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 18 Jahren reisen jährlich um die Welt. Darunter sind Urlaubsreisende, Migrantenkinder oder Kinder, die ihre Verwandten im Ausland besuchen.

Die schlechte Studienlage und die eingeschränkten Medikamentenzulassungen für diese Altersgruppe erschweren es jedoch, allgemeine Empfehlungen zu Reiseerkrankungen und deren Prophylaxe auszusprechen.

Die beliebtesten Urlaubsländer der Deutschen sind laut Deutschem Reiseverband Spanien, Italien und die Türkei. Erst auf Platz 10 kommt mit den USA ein Fernreiseziel. „Anhand der Statistik ist davon auszugehen, dass viele Familien ihren Jahresurlaub eher in europäischen Ländern verbringen“, schussfolgert Dr. med. Mathias Wagner, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Berlin, und Referent des Centrums für Reisemedizin (CRM). „Das entspricht auch unseren Empfehlungen bei der Urlaubsplanung – insbesondere mit Kleinkindern. Ist das Ziel zu weit weg und eine Anreise somit mit vielen Strapazen verbunden, die medizinische Infrastruktur vor Ort nicht gut ausgebaut oder das Klima extrem, sollten Eltern ihren Kindern die Reise besser nicht zumuten“, so der Experte.

Insbesondere vor Reisen in Malariagebiete rät das CRM analog zu den Empfehlungen der World Health Organisation (WHO) ab. Dies könne für Babys und Kleinkinder sogar lebensgefährlich sein. „Von einer Tropenreise mit Kindern unter fünf Jahren sollten Eltern absehen“, so Wagner. „Malaria verläuft bei Kleinkindern oft schwer und untypisch. Bei Kindern unter drei Monaten kann Malaria beispielsweise auch ohne Fieber auftreten.“ Zudem ist in warmen Gebieten das Risiko weiterer gesundheitlicher Schäden bei (Klein-)Kindern höher: Sie haben eine geringere Hitze- und Kältetoleranz als Erwachsene und ihre Haut reagiert empfindlicher auf UV-Strahlung. Auch sind Reisedurchfall-Erkrankungen wesentlich häufiger und schwerwiegender in dieser Altersgruppe. Kinder können stärker dehydrieren und ihr Kreislauf kann schneller entgleisen.

Ist eine Reise in Gebiete mit Infektionserkrankungen wie Malaria unvermeidbar, sollten Eltern sich zunächst individuell und umfassend von einem Reisemediziner beraten lassen. Der Impfstatus aller Familienmitglieder muss geprüft, entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) vollständig sein und den Anforderungen des Reiselandes entsprechen. Für einen Schüler- oder Studentenaustausch empfiehlt das CRM zusätzlich eine Meningitis B-Impfung, neben den für das Zielland notwendigen Impfungen. Bei kurzfristiger Planung sollten Schnellimmunisierungs-Schemata genutzt werden, um die Reisenden maximal zu schützen. „Reisende, die aus familiären Gründen ins Ausland reisen, so genannte ‚Visiting Friends and Relatives‘ (VFR), können die Kosten für die Reiseimpfungen durch viele gesetzliche Krankenversicherungen zurückerstatten lassen“, erklärt Wagner.

Prinzipiell gilt: Bei jeder fieberhaften Erkrankung eines Kindes im Urlaub oder nach der Rückkehr, sollten die Eltern sofort einen Arzt aufsuchen. Darüber hinaus rät Wagner, Medikamente für Reisen grundsätzlich in ausreichender Menge in Deutschland zu kaufen. Häufig seien diese – insbesondere Malariamittel – im Ausland gefälscht. „In eine Reiseapotheke gehören in jedem Fall orale Rehydrationslösungen bei Durchfall, Fiebermittel und Nasentropfen – neben den speziell notwendigen Medikamenten für das Reiseland", betont der Experte.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 18.02.2017

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