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Morgengruß von Helmut Harff: Neid?!

Die verdienen ja so viel

Es ist Wahlkampf und die Populisten gewinnen wieder Oberwasser. Nun will also die SPD die Gehälter und Boni der Topmanager deutscher Unternehmen deckeln. Die Betroffenen können allerdings ruhig schlafen, denn diese Obergrenze soll bei jährlichen 10 Millionen Euro liegen.

Ein Topmanager darf demnach täglich knapp 27.400 Euro verdienen. Das ist ein Stundenlohn von rund 1.140 Euro. Die Genossen sind also nicht gerade kleinlich. Das waren sie auch bisher nicht, denn ich habe noch nie davon gehört, dass Aufsichtsratsmitglieder der deutschen Topunternehmen mit sozialdemokratischem Parteibuch gegen die Managergehälter und deren Boni gestimmt haben.

Ich finde auch die Obergrenze von 10.000.000 Euro für – bin ich mal freundlich – mehr als bemerkenswert, denn laut einer Statistik, die die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte, gab es 2015 lediglich drei hiesige Topmanger, die mehr als 10 Millionen Euro bekamen. Die anderen dürften sich jetzt dank der Sozis auf höhere Bezüge freuen können.

Eigentlich merkwürdig ist, dass die Politik – der SPD-Vorstoß findet auch bei Vertreter anderer Parteien Zustimmung – sich gerade die wenigen Top-Manager als Objekt ihres Handelns ausgesucht hat. Das ist für mich Populismus pur. Hier wird eine Neiddebatte am Kochen gehalten, die angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands und der Kurse der Dax-Unternehmen schon absurd ist.

Wieso fordern die Genossen keine Gehaltsobergrenzen von Menschen, die lediglich unserer Unterhaltung – ob im Fernsehen, auf der Bühne oder im Sport – dienen? Wieso will kein Politiker die Gehälter von Fußballern, Formel1-Rennfahrern, Opern- und Schlagersängern oder Fernsehmoderatoren begrenzen? Die Antwort ist einfach: Das ist nicht populär.

Ich finde, dass diese Neiddebatte so deutsch wie nur irgend etwas ist. Dabei sind die Politiker und ihre Bezüge genau so in der Kritik, wie die der Top-Manager. Doch in beiden Fällen kann ich nur sagen: Augen auf bei der Berufswahl. Wenn es ein Schröder zum Kanzler gebracht hat und ein Schulz immerhin Kanzlerkandidat werden konnte, dann können das auch sehr viele von denen, die heute über deren Bezüge jammern.

Wer von uns hat jemals ernsthaft probiert, einen Posten im Vorstand eines Dax-Unternehmens zu ergattern? Wer hat je versucht, topbezahlter Fernsehstar zu werden? Ja, es gibt einige und die allermeisten sind irgendwo auf der Karriereleiter hängen geblieben oder gar abgestürzt. Doch die wissen wie schwer es nach ganz oben ist, wie dünn die Luft da ist. Ob das Bezüge von jährlich 10.000.000 Euro rechtfertigt? Ich weiß es nicht.

Ich würde beispielsweise Boni an die Unternehmensentwicklung knüpfen und die erst dann auszahlen, wenn die vorgelegten Bilanzen positiv sind. Die Top-Manager werden schon zwei Jahre auf ihr Geld warten können. Aber eine von der Politik vorgegebene Obergrenze von Managergehältern – das ist Unsinn. Fehlt nur noch, das die Liberalen mit dem Vorschlag um die Ecke kommen, einen Mindestlohn für diese Berufsgruppe einzuführen.

Warum gibt es eigentlich noch immer keinen Mindestlohn für die Hausarbeit wie das Frühstück machen?

Ich wünsche allen ein genussvolles Frühstück. Arbeiten Sie an Ihrer Karriere.

 


Veröffentlicht am: 18.02.2017

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