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Aufgespießt: Mein großer Irrtum

Nicht jede Lesermeinung teile ich

(Helmut Harff/Chefredakteur) Vor Wochenfrist habe ich mich hier beklagt, dass aus meiner Sicht unser Bundespräsident nicht demokratisch gewählt wurde. Es gab darauf ungewöhnlich viele Reaktionen.

Die meisten wollten mich belehren. Einer verwies darauf, dass ich als Ossi nichts von der Demokratie verstehe, die der Schreiber mit der Muttermilch aufgesaugt habe.

Diesem Schreiber erst einmal herzlichen Glückwunsch zu seiner Mutter. Das meine ich ernst. Doch seine erlebten Erfahrungen mit der Demokratie sind wohl jünger als meine, denn der Mann verriet mir, dass er 31 Jahre alt ist. Lassen wir mal die Muttermilch beiseite, so dürften seine demokratischen Erfahrungen nicht älter als meine sein, denn meine ersten stammen schon aus dem Jahr 1988. Wobei ich da außer acht lasse, dass ich schon davor seit mindestens 1970 die Entwicklung der Demokratie in Deutschland West mit Spannung beobachtet habe.

Dem, der meinte, das ein Ossi die Demokratie nicht kennen kann, dem sage ich erst einmal, dass ich schon als Kind wusste, dass ein Mercedes ein besseres Auto als ein Trabant ist. Damals habe ich garantiert noch nie in einem Auto mit dem Stern gesessen. Ihm sage ich hier noch mal, was ich ihm per Mail schon mitgeteilt habe: Ich habe in der Ostschule gelernt, dass Demokratie dann herrscht, wenn alle Macht vom Volke ausgeht und man für einen Wahlsieg die Mehrheit haben muss. Ja, dass wurde auch in Ostberlin gelehrt.

Ich habe einen anderen Kritiker auch mal geschrieben, dass die Westdeutschen ihre Demokratie den Amerikanern, Britten und Franzosen zu verdanken haben. Selber haben Sie nicht viel dazu getan, in einem Land mit freien Wahlen leben zu können. Das war wie bekannt bei uns Ossis anders. Wir haben unsere Diktatoren ganz allein in die Wüste geschickt und für freie Wahlen gesorgt.

Und doch oder gerade deshalb habe ich meine Probleme mit dem, was wir Demokratie nennen. Kein deutscher Kanzler ist meines Wissens nach mit der Mehrheit aller möglichen Stimmen gewählt worden. Das gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für die amtierenden Regierungschefs in ach so demokratischen Staaten wie Russland, Ungarn, Polen oder Rumänien, von den USA mal ganz zu schweigen.

Demokratie ist nun mal, wenn alle zur Wahl gehen. Wenn das nicht der Fall ist, ist es auch mit der Demokratie nicht weit her. Nach der Wende habe ich gelernt, dass wer nicht zur Wahl geht, mit ziemlicher Sicherheit die Regierung bekommt, die er nicht will. Heute ist es ja so, dass man die zumeist auch bekommt, wenn man wählen geht.

Für mich herrscht dann Demokratie, wenn alle Volksvertreter vom ganzen Volk gewählt werden - gern auch per Wahlpflicht. Das wäre undemokratisch? Sind Länder wie Belgien, Luxemburg, Italien, Griechenland, Liechtenstein oder Australien undemokratisch?

 


Veröffentlicht am: 20.02.2017

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