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27.06.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Staatsfeinde

Die Angst vor der Presse

Die Presse hat es in weiten Teilen der Welt geschafft – sie ist das Böse schlechthin, sie und die Macher sind die Staatsfeinde Nummer eins. Gemeint sind selbstverständlich nur die Medien, die den gerade Herrschenden nicht in den Arsch – sorry für den Ausdruck -  kriechen und sich in unsäglicher Hofberichterstattung ergehen.

Dass Medien, dass Journalisten ein Maulkorb verpasst wird, dass man sie kriminalisiert, inhaftiert und im schlimmsten Fall ermordet, das kennen wir schon lange – allerdings nur aus Diktaturen. Doch nun geht es Journalisten und ihren Arbeitgebern auch in Staaten so, die bislang als Demokratien gelten.

Im sich gern als Mutterland der Demokratie bezeichnenden USA, in der Türkei, in Polen oder in Ungarn wird die Presse von den Regierenden beschimpft, gegängelt, verboten, als Lügner und sogar als Staatsfeind bezeichnet. Die Presse soll gleichgeschaltet oder mundtot gemacht werden. Regierende beschimpfen alle, die ihnen nicht... siehe oben.

Aber auch in Frankreich, in Deutschland  und anderen westeuropäischen Staaten wird die Presse attackiert. Nicht nur Wirrköpfe und solche, die nur noch an die alternativen Fakten glauben beschimpfen die Presse, es sind immer mehr Politiker, die vor kurzer Zeit noch als seriöse, die als Demokraten und nicht als durchgeknallte Demagogen galten. Wer immer von der Presse auch nur kritisiert wird, darf die als Lügenpresse beschimpfen.

Doch was heißt das? Das heißt für mich nichts anderes, als dass die Presse wirklich die vierte Macht im Staate ist. Mir zeigt das, dass es um die Demokratie noch viel schlechter bestellt wäre, gäbe es die staatsferne Presse nicht. Die Politiker könnten ohne die so viel gescholtene Presse noch eher  tun und lassen was sie wollen. Daran sollten alle denken, die auch hierzulande von Lügenpresse sprechen. Ja, auch mir gefällt so einiges an der Berichterstattung nicht, doch deshalb von Lügenpresse zu sprechen verbietet sich wirklich.

Für mich heißt das auch, dass wir alles dafür tun müssen, in diesen postfaktischen Zeiten die Pressefreiheit zu verteidigen. Die ist, nach all dem was wir gerade um uns herum erleben, wirklich unverzichtbar.

Ich möchte mich hier mal ausdrücklich bei allen bedanken, die sich gerade auf den Karnevalssitzungen mit sehr deutlichen Worten für die Freiheit des Wortes und damit auch für die Pressefreiheit einsetzen. Wie schlimm die Zeiten sind, zeigte gestern ein Redner in Mainz, dessen pointierte Rede in etwa mit den Worten endete „… so, und nun können sie mich verhaften Herr Erdogan.“

Mal ehrlich, wo sind wir hingekommen, wenn wir selbst in den klassischen Demokratien um unsere Pressefreiheit, die Journalisten um ihren Job, um ihre Freiheit und um ihr Leben fürchten müssen.

So nun gibt es erst einmal Frühstück. Auch Staatsfeinde haben Hunger.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 25.02.2017

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