Startseite  

17.11.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Sankt Luther

Reformator zwischen Inszenierung und Marketing


Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum spürt das Stadtmuseum Berlin Ambivalenzen und Widersprüche in dem von Martin Luther in Gang gesetzten Wertewandel nach.

Anhand einzigartiger Objekte, die im Museum Nikolaikirche zum Teil erstmals öffentlich zu sehen sind, untersucht die Ausstellung dabei die teils bis heute andauernden Gegensätze zwischen Luthers Lehre und der gelebten sozialen und kulturellen Praxis.

Die Exponate zeugen von glühender Verehrung und Gefolgschaft, aber auch von der politischen Vereinnahmung des Luthergedenkens in der Geschichte. Und sie erzählen von dem menschlichen Grundbedürfnis nach Idealen und Idolen, von Schaulust und Berührungsdrang sowie von der Selbstvergewisserung durch Verbildlichen des Abstrakten. Verehrung vs. Bilderkult, Identifikation vs. Selbsterhöhung: Auch diese Aspekte werden durch die Objekte beleuchtet.

Verehrt, verklärt, verkehrt

Am Ausgangspunkt der Sonderausstellung steht das Hallesche Heiltumsbuch, eine Art Werbekatalog Kardinal Albrechts von Brandenburg für die öffentlichen Vorführungen seiner Reliquien. Diese waren Teil des von Luther so leidenschaftlich bekämpften Ablasswesens. Die Hausbibel des Perlenstickers Hans Plock hingegen ist ein einzigartiges Zeugnis des Lebens und Denkens der Reformationszeit. Ab 1541 schmückte ihr Besitzer, der zuvor für Kardinal Albrecht kunstvolle Reliquienbehältnisse und Messgewänder gefertigt hatte, diese Luther-Bibel in Verehrung der Reformatoren reich aus und nutzte sie auch als Tagebuch.

Als ein frühes Beispiel der Verkehrung von Luthers Lehren ist eine echte „Luther-Reliquie“ zu sehen: ein Stück Stoff vom Messgewand (einer Kasel), welches Luther zur Weihe des ersten evangelischen Merseburger Bischofs trug und das später fast bis zur Unkenntlichkeit in „Reliquien“ zerlegt wurde. Von der Lutherzeit schlägt die Schau einen Bogen über vergangene Jahrhunderte bis in die Jubiläumsgegenwart. Unter den Stichworten „verehrt, verklärt, verkehrt“ werden historische aber auch heutige Denk- und Merkwürdigkeiten der Lutherverehrung präsentiert. In pointierter Zuspitzung hält manche der hier gezeigten Inszenierungen dem Betrachter einen Spiegel vor.

MUSEUM NIKOLAIKIRCHE

Nikolaikirchplatz
10178 Berlin
www.stadtmuseum.de

 


Veröffentlicht am: 05.03.2017

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit