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Aktive Pausen – fit im Job

Hauptproblem ist der „Innere Schweinehund“

Rückenleiden sind eine Volkskrankheit. Zu viele sitzende Tätigkeiten und falsche Sitzhaltung sind oft der Grund, weshalb zwei von drei Deutschen immer wieder von Rückenschmerzen geplagt werden.

Die Arbeitsmediziner und Spezialisten für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) von DEKRA empfehlen als Gegenmittel mehr Action: die „Bewegte Pause“.

„Neben organischen Ursachen tragen Stress und Bewegungsmangel zu Rückenproblemen bei, die zu Verspannungen und Verhärtung der Muskulatur führen können“
, erklärt Dr. Karin Müller, Leiterin des Bereiches Mensch und Gesundheit bei DEKRA. „Ein ganz wichtiger Punkt sind die langen Tätigkeiten im Sitzen und die damit verbundenen Fehlhaltungen.“ Am Schreibtisch wird die Muskulatur zu viele Stunden am Tag nicht gefordert, sie verkümmert und kann die Wirbelsäule nicht mehr stützen. Darüber hinaus werden die Bandscheiben durch ständiges Sitzen unzureichend mit Nährstoffen versorgt. Dann sind Rückenschmerzen programmiert.

Damit es nicht so weit kommt, empfiehlt die DEKRA Expertin: „Bewegung, Bewegung, Bewegung.“ Sofern der Arzt keine Einwände erhebt, etwa wegen eines akuten Bandscheibenvorfalls oder einer Entzündung, sind regelmäßige Bewegungspausen bestens geeignet, um Rückenproblemen vorzubeugen, die Muskulatur zu kräftigen und Verspannungen entgegenzuwirken.

Dafür bieten sich am Arbeitsplatz viele Möglichkeiten: Jede Stunde mindestens einmal aufstehen, zum Drucker gehen, im Stehen telefonieren, die Treppe und nicht den Aufzug nehmen, Pulte fürs Arbeiten im Stehen einrichten oder dem Rücken eine kurze Übungsfolge spendieren. „Das Hauptproblem ist häufig, den inneren Schweinehund zu überwinden und diese Dinge wirklich dauerhaft in den Arbeitstag einzubauen“, meint die Expertin.

Die Betriebe können ihrerseits viel tun: ergonomische Bürostühle, Stehpulte oder höhenverstellbare Arbeitstische beschaffen oder gar Gymnastikräume für ihre Mitarbeiter einrichten. Und vor allem sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass kurze Bewegungspausen kein Verlust an Produktivität bedeuten, sondern den Mitarbeiter erfrischen, ihn aktiver und fitter machen. „Mustergültig ist es“, so Müller weiter, „geeignete Übungen im Intranet zu veröffentlichen und eine Erinnerungsfunktion für die bewegte Pause aufzuschalten.“

DEKRA Tipps für mehr Bewegung am Arbeitsplatz
- Einmal pro Stunde eine kurze Bewegungspause einlegen.
- Die Treppe benutzen und nicht den Aufzug nehmen.
- Abwechselnd sitzend und stehend arbeiten.
- Rückengerechte Bürostühle und Stehpulte anschaffen.
- Zum Telefonieren aufstehen.
- Zum Nachdenken ein paar Schritte gehen.
- Besprechungen im Gehen durchführen (Walk and Talk).
- Nach dem Mittagessen einen Spaziergang machen.
- Den Arbeitsweg zu Fuß oder per Fahrrad zurücklegen.
- Eine Station vorher aussteigen und zehn Minuten zu Fuß gehen.

Foto: DEKRA

 


Veröffentlicht am: 10.03.2017

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