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Morgengruß von Helmut Harff: Plötzlich alt

Ich doch nicht…

Nein, man ist nicht plötzlich alt. Das Alt werden dauert lange und beginnt, wenn man es genau nimmt, mit der Geburt. Doch in den ersten 20, vielleicht sogar 30 Lebensjahren ist es eher erstrebenswert, älter zu werden. Man verschwendet höchstens dann einen Gedanken an das Alter, wenn es um die Altersvorsorge geht. Doch das ist ja noch soooooo lange hin.

Und später? Da weiß man nicht, ob die Anrede als junger Mann noch ernst gemeint ist, oder da schon ein ironischer Unterton mitschwingt. Dagegen ist die Ansprache „he Alter“ vom Nachwuchs wirklich noch nicht alarmierend. Wenn die lieben Kleinen dagegen nicht mehr klein sind und flügge werden, dann ist auch der erste Lack bei einem selber nicht mehr aufzupolieren.

Wenn dann die ersten grauen Haare genau wie der Bauchansatz sichtbar werden, dann kann man noch helfend eingreifen. Einerseits hilft der Friseur, andererseits der Besuch im Fitnessstudio. Doch schon lauert die Gefahr, sich lächerlich zu machen, wenn man in dieser Zeit auf junger Typ macht, der Enkel sich aber auf Opas Besuch freut. Eigentlich fühlt man sich ja noch verdammt jung und eigener Nachwuchs wäre auch nicht schlecht.

Wer diese spätpubertäre Phase überwunden hat und seinen ersten Marathon gelaufen ist, fühlt sich wieder jung und sieht sich nach neuen Herausforderungen um. Alles läuft, bis es passiert. Der erste Schulkamerad, den man schon aus dem Kindergarten kennt, ist gestorben. Man trifft viele ehemalige Schulfreunde am Grab wieder und wundert sich, wie alt einige schon aussehen. Spätestens hier hört man den Satz, der fortan das Leben begleiten wird. Wie der heißt? Der heißt „Weißt Du noch?“. Wer diese Frage hört, weiß, jetzt werde ich alt.

Dafür, dass dieses Gefühl erhalten bleibt, sorgt dann Jahr für Jahr der Rentenversicherungsträger mit seiner Infopost zum Rentenstatus. Ein untrügliches Zeichen für das älter werden ist auch, wenn die Kerzen für jedes Lebensjahr auf dem Kuchen durch zwei mit den Ziffern des jeweiligen Jahres ersetzt werden. Wollte man die für jedes Jahr auf dem Kuchen unterbringen, müsste das schon ein großer Blechkuchen sein.

Doch es kommt noch schlimmer. Läuft man noch immer Marathon, so wird man nicht mehr für seine Zeit, sondern für die Tatsache an sich bewundert. Man hört dann: „Und das in Deinem Alter“.  Diesen Satz hört man ohnehin immer wieder. Man weiß nur nicht, wer damit gemeint sein soll. Man selber garantiert nicht.

Doch auch das ist noch zu toppen. Die Krankenkasse erinnert einen freundlich daran, dass es nun mal an der Zeit ist, sich mehr um seine Gesundheit zu sorgen und zur Vorsorge zu gehen. Toll, wenn dann der Arzt sagt, dass man für sein Alter noch ganz gut beieinander ist.

Der Supergau ist aber etwas anderes. Man betritt ein öffentliches Verkehrsmittel und eine junge, hübsche Frau im Minirock lächelt einen an, man lächelt zurück. Nein, nicht was Sie denken. Sie steht auf und bietet einem ihren Platz an. Wenn das passiert, dann ist man alt. Gott sei Dank kommt das aber so selten vor, dass man auch ohne Hilfe wieder sein seelisches Gleichgewicht herstellen kann.

Schlimmer ist nur noch, wenn man das Frühstücksbrötchen nicht mehr beißen kann.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück. Gehen Sie souverän mit Ihrem Alter um.

 


Veröffentlicht am: 21.03.2017

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