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20.08.2017

 

 

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Ostsee-Urlaub 2017

In Prora hat die Zukunft schon begonnen

Lange Zeit passierte nichts im „Koloss von Prora“. Doch jetzt herrscht Aufbruchs¬stimmung. Das erste Hotel hat mit über 100 Apartments und Suiten im gehobenen Mittelklasse-Segment eröffnet. Der von den Nazis als geplantes KdF-Bad erschlossene und von der DDR als NVA-Kaserne genutzte Ort entwickelt sich zu einem modernen Seebad direkt neben dem mondänen Binz.

Prora Ende März, draußen ist es öfter noch ungemütlich. Trotzdem sind viele Menschen unterwegs. Auf ihrem Spaziergang unternehmen sie eine Zeitreise im Zeitraffer: Vom Dokumentationszentrum Prora, das die Geschichte des KdF-Bades zeigt, gelangen sie über das DDR/NVA-Museum im noch maroden Block III bis zum Block II, wo die Zukunft des neuen Seebades Prora schon begonnen hat.

Im hier gelegenen Café Strandläufer genießen die Gäste in modernstem Coffeeshop-Ambiente selbst gebackenes Bananenbrot, leckeren Käse- und Mohnkuchen oder Muffins, dazu diverse Kaffeespezialitäten. Kein Platz ist mehr frei. Zwei junge Mitt- bis End-Zwanziger mit aufgeklappten smarten Laptops besprechen ihr Online-Projekt; an den anderen Tischen: Familien, Senioren, ältere und jüngere Paare.

„Als wir uns vor zwei Jahren entschlossen haben, das Café aufzumachen, war uns klar, dass wir diese Chance nur einmal bekommen werden. Wir haben gesehen, dass die Region Binz und Prora touristisch noch unterentwickelt ist“, sagt Inhaber Tino Springer. Seine Frau und er – beide im Hotelgewerbe ausgebildet und mit einigen Jahren Auslandserfahrungen ausgestattet – sehen sich heute bestätigt. Im August des vergangenen Jahres haben sie gleich nebenan im selben Block das Restaurant Heimathafen eröffnet. Hier gibt es herzhafte Burger und Wraps. „Im Sommer werden wir das zu zweit nicht mehr hinbekommen bei diesem Ansturm; wir müssen personell aufstocken“, so Springer. Längst ist die Familie hier sesshaft geworden. Die beiden  Kinder gehen in den direkt nebenan gelegenen Kindergarten.

Und nicht nur sie werden Zeugen einer rasanten Entwicklung. Seit Jahren wachsen die Besucherströme. Der „Koloss von Prora“, den die Nazis als Seebad der 20.000 geplant hatten und die DDR als NVA-Kaserne umfunktionierte, polarisiert. Die Menschen, die hierher kommen – ob sie die Entwicklung positiv sehen oder nicht – sind neugierig, was nun aus diesem gigantischen Komplex mit insgesamt 4,5 Kilometern Länge wird. Lange Zeit nach der Wende herrschte Tristesse. Doch nun ist der Aufbruch zu spüren.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Ärzte – alles ist schon geplant. Ein Friseur, eine Boutique, ein Binzer Bäcker sowie ein Italiener haben neben dem besagten Café Strandläufer schon geöffnet. Gegenüber von Block II entstehen in der zweiten Reihe weitere rund 80 Wohnungen im Neubau. Im nun fertigen „Prora Solitaire – Das Hotel“ empfängt Hotelmanagerin Lina Kühn ihre Gäste in der hallenartigen, großzügigen Lobby mit Wandbepflanzung. „Die Urlauber kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Schon während der Bauzeit im vergangenen Sommer hatten wir die damals frei verfügbaren Apartments voll und das trotz Baustelle, ohne Lobby, Restaurant und unfertiger Infrastruktur ringsherum“, erzählt Kühn. „Die Menschen wollen wissen, wie sich das hier bei uns wohnt“, ergänzt sie.

Über 100 Apartments und Suiten mit ein bis vier Zimmern und unterschiedlicher Größe sind bei Prora Solitaire – Das Hotel nun buchbar. Die Gäste können sich in den eigenen Küchen individuell versorgen. Das Restaurant, ein „Fischclub“ und eine Bar im Industrie-Design laden mit kulinarischen Spezialitäten zum Vollkomfort-Hotelservice ein. Die Urlaubsgäste vergnügen sich gerne im SPA-Bereich mit einem großzügigen Innenschwimmbad und Saunen. „Ich freue mich, diesen Aufbruch in Prora mitgestalten zu können“, sagt Kühn. Die Hamburgerin hat mit ihrer neuen Aufgabe hier Wurzeln geschlagen.

Andere wollen vor allem nur mal gucken oder hier Urlaub machen. „Als ich in die Lobby reinkam, musste ich erstmal den Atem anhalten“, sagt Hans-Dieter Wergin. Der Stabsfeldwebel a.D. aus Munster in der Lüneburger Heide kennt Prora von seiner Urlaubsreise im Wohnmobil vor fast 20 Jahren. „Was die aus dieser Ruine gemacht haben, ist toll. Die Apartments sind hervorragend.“ Seine Frau pflichtet ihm bei. Sie finden es gut, dass hier eine sinnvolle zivile Nutzung entstanden ist. Die beiden gönnen sich eine Woche in einem Zwei-Zimmer-Apartment.

Sebastian Kutzner aus Stuttgart hat gerade mit seiner Freundin im Restaurant gegessen. Beide sind begeistert vom Niveau des Restaurantangebotes und auch vom Ambiente. Das junge Paar hat von Binz aus einen Ausflug nach Prora unternommen „Leider haben wir vorher von dem Hotel nichts gewusst. Wir kommen bestimmt wieder und dann werden wir uns hier einquartieren“, sagt der Ingenieur. Selbst Rüganer zieht es in das neue Hotel, wie Karsten und Carola Lange, die in der Nähe von Samtens leben. „Wir wollten uns das mal genauer ansehen und haben eine Nacht im Hotel verbracht. Schön, was hier entstanden ist“, erzählt der selbständige Ingenieur.

Diese Neugier und Offenheit der vielen Besucher spüren auch Sandra Wagner und Anja Kagelmacher-Fritz. Die beiden Freundinnen haben unweit vom Hotel nach Jahren in fester Anstellung ihre Boutique „Düne 7“ eröffnet. „Wir bieten besondere, aber durchaus erschwingliche Kleidung für den individuellen Bedarf, trendige Sonnenbrillen, Naturkosmetik und auch moderne Kinderspiele an, die nicht jeder kennt“, erzählt Sandra Wagner. Die gelernte Erzieherin blickt zusammen mit ihrer Partnerin, die ihren Optikerberuf an den Nagel gehängt hat, erwartungsvoll auf die erste Saison. Das Publikum von Prora würde nicht die Routine suchen. Darauf hätten sich die beiden mit ihrem Sortiment eingestellt.

Die Chancen von Prora haben auch die Binzer erkannt. Der amtierende Bürgermeister von Binz, Karsten Schneider, blickt inzwischen sehr optimistisch auf seinen Ortsteil, der sich nach und nach als neuer Urlaubsort mit Topstrandlage entpuppt. „Hier entsteht ein neues Seebad. Prora ist keine Konkurrenz für Binz, sondern eher eine Symbiose“, sagt Schneider.

Die Gemeinde Binz hat Prora längst als Anziehungspunkt für den klassischen Seebadort entdeckt. Nun hat sie für Prora auch den Seebadstatus beantragt. Die Kurverwaltung rechnet noch in diesem Jahr mit einer Zusage aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium. Der Zulauf von Tagesgästen aus Binz hat mit der fertigen Promenade noch einmal einen Schub erhalten. Mit dem Fahrrad ist man in zehn Minuten da. Zu Fuß dauert es eine gute halbe Stunde.

Wer im Sommer jedoch noch eine Woche im ersten Hotel Proras buchen möchte, der muss sich sputen. Im Buchungsportal sind nicht mehr viele Wochen frei, wenn man sich als Interessent durch die Vakanzen klickt.

Kein Wunder: Das Feedback auf booking.com klingt vielversprechend. „Alles tiptop sauber und hochwertig eingerichtet. Direkt am Strand mit Meerblick aus allen Fenstern“, schreibt Alexander. Sabrina meint: „Ausstattung der Wohnung, insbesondere Betten sowie Lage und Ausblick super.“

Foto:  Prora Solitaire

 


Veröffentlicht am: 28.03.2017

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