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17.12.2017

 

 

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Deutsche offen für selbstfahrende Autos

... ergab eine Bitkom-Umfrage

Die Bundesbürger sind gegenüber selbstfahrenden Autos mehrheitlich positiv eingestellt. Denn rund zwei Drittel sehen Vorteile, die der Einsatz solcher tatsächlich auto-mobilen Fahrzeuge bringen kann. Das ergab jetzt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Demnach erwarten 44 Prozent der Befragten von selbstfahrenden Autos einen besseren Verkehrsfluss, 40 Prozent einen geringeren Verbrauch, 34 Prozent mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und 27 Prozent einen besseren Schutz der Insassen. Jeder Vierte geht nach dieser Studie zudem davon aus, dass der Autopilot zu mehr Zeit für andere Dinge während der Fahrt verhilft. Damit diese Vorstellung Realität werden kann, befürworten 71 Prozent der Befragten hierzulande, dass bereits heute autonome Autos auf öffentlichen Straßen getestet werden, so die Umfrage.

Trotz dieser grundsätzlich wohlwollenden Einstellung zum „Autopiloten am Steuer“ sind die Menschen in Deutschland jedoch auch nicht frei von einer gewissen Skepsis in Bezug auf die neue Technik, die vor Kurzem noch nach Science-Fiction klang. Denn laut dieser Umfrage können derzeit nur 11 Prozent der Deutschen keinerlei Nachteile an selbstfahrenden Autos entdecken. Stattdessen äußerten 63 Prozent der Befragten Angst vor technischen Problemen; 61 Prozent sorgen sich, dass ein solches Fahrzeug gehackt werden könnte und 52 Prozent befürchten, Dritte könnten unbemerkt persönliche Fahrzeugdaten hacken und nutzen.

Hinzu kommt, dass nahezu jeder dritte Befragte der Technik in Gefahrensituationen weniger zutraut als dem Menschen. Und jeder Vierte hat generell wenig Vertrauen in die Technik. Deshalb müssen autonome Fahrzeuge nach Ansicht von Bitkom-Vizepräsident Achim Berg ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren, wenn diese Autos Akzeptanz finden sollen. Ebenso wichtig seien klare und transparente Regeln, wer wann welche Daten zu welchem Zweck nutzen darf, betont Berg.

Dabei sind die Bundesbürger durchaus bereit, Daten von ihrem Fahrzeug und zu ihrem Fahrverhalten Dritten zugänglich zu machen, wie die Umfrage zeigt. Denn danach würde jeder Neunte grundsätzlich solche Informationen zur Verfügung stellen. Für rund die Hälfte der Befragten käme dies in Betracht, wenn damit ein gesellschaftlicher Nutzen verbunden wäre, wie etwa ein besserer Verkehrsfluss oder die Aufklärung von Straftaten. Und jeder dritte Deutsche wäre demnach damit einverstanden, eigene Daten von Dritten speichern und nutzen zu lassen, wenn für ihn dabei persönliche Vorteile herausspringen würden.

Darüber hinausgehend plädieren drei Viertel der Befragten für eine Art Blackbox in selbstfahrenden Autos, wie sie in Flugzeugen eingebaut ist und zur Aufklärung von Unfallursachen herangezogen wird. Damit kommt die Studie zu dem kontroversen Thema, wer bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen haften soll: Diese Verpflichtung möchten 73 Prozent der Umfrageteilnehmer dem Fahrzeug-Hersteller bzw. dem Anbieter der Software des Autopiloten anlasten. Nur knapp jeder Fünfte will den Fahrer haftbar machen.

Aus der Untersuchung wird ebenfalls deutlich, dass viele Bundesbürger schon heute mit erheblichen Veränderungen in der Mobilität der Zukunft rechnen. So ist es für 62 Prozent der Befragten heute noch wichtig, ein eigenes Auto zu besitzen. Wenn es jedoch möglich wäre, sich zum Beispiel über eine App bei Bedarf ein selbstfahrendes Auto zu ordern, würden 61 Prozent auf den Kauf eines eigenen Autos verzichten. Daraus folgert Bitkom-Vize Berg: „Das autonome Auto ist nicht nur eine Weiterentwicklung des Autos wie wir es heute kennen, sondern auch die Basis für ein völlig neues Verständnis von Mobilität.“

Daher werden sich aus seiner Sicht die Automobilhersteller ebenfalls umorientieren müssen: In Zukunft werde es nicht mehr genügen, Fahrzeuge herzustellen und zu verkaufen, ist sich der Sprecher des Bundesverbands der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche sicher. Vielmehr sieht er die Zukunft in einer vernetzten Mobilität, im Angebot von neuen Mobilitätsdiensten.

Quelle: Goslar-Institut

 


Veröffentlicht am: 30.03.2017

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