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22.07.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Ein Volk von Pendlern

… und noch mehr unsinnige Ideen

Sie haben es gestern auch sicherlich gehört: Wir sind ein Volk von Pendlern. In der Meldung heißt es, dass 60 Prozent der Arbeitnehmer zwischen Wohn- und Arbeitsort pendeln. Genauer gesagt, als Pendler gelten alle die, deren Wohnung in der einen Kommune und deren Arbeitsort in einer anderen Kommune liegt.

Die Studie sagt auch aus, dass Pendler auf dem Weg zur Arbeit durchschnittlich 17 Kilometer zurück legen. Betrachtet man beides, so wird schnell klar, dass die 60 Prozent nicht stimmen können. Zumindest wird das Menschen aus Großstädten schnell klar. Ich habe beispielsweise  bei meinen meisten Jobs in Berlin 30 bis 50 Kilometer entfernt vom Arbeitsort gewohnt. Das heißt, dass mein Arbeitsweg gut eine Stunde mit öffentliche Verkehrsmittel dauerte. Mit dem Auto wären das immer noch mindestens 30 Minuten gewesen. Und das geht in Großstädten ganz sicher sehr vielen Arbeitnehmern, aber auch Freiberuflern und Selbstständigen so.

Genau diese innerstädtischen Pendler sind aber maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Straßen ständig verstopft sind, dass die Umweltbelastungen so hoch sind. So lange es diese Pendler gibt und die zur Arbeit mit dem Auto fahren, wird kein Stadtplaner, kein Experte es schaffen, den Autoverkehr in Ballungszentren zu begrenzen. Das gelingt nicht einmal in Berlin, obwohl die Stadt ein vergleichsweise gutes Nahverkehrssystem hat.

Doch auch in der Hauptstadt sind die Lücken im öffentlichen Nahverkehr zum Teil riesig. Diese Lücken zu schließen, ist zumindest kurzfristig kaum möglich. Vielleicht würde auch helfen, wenn die öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos zu nutzen wären. Auch hier die Frage: Wer soll das bezahlen?

Viel schlimmer sieht es in der Fläche, in kleineren Städten und im ländlichen Raum aus. Wer da ohne Auto zur Arbeit kommen kann, hat schon sehr viel Glück.

Nun war und ist wie immer zu hören, dass das Fahrrad die Lösung schlechthin ist. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, jeden Tag von der Arbeit und zurück 60 bis 100 Kilometer zu fahren. Das ist einfach unzumutbar. Ich halte es gerade in Großstädten auch für gesundheitsgefährdend, solche Distanzen direkt neben den Autos zu fahren. Da kann ich gleich das Rauchen anfangen.

Mit dem Rad zur Arbeit, dass würde aber auch heißen, dass der Arbeitnehmer sich am Arbeitsort duschen und umziehen kann. Zeigen Sie mir mal ein Büro, eine Verwaltung, eine Schule oder ähnliches, wo das vernünftig möglich ist. Wo hat ein Mitarbeiter, der beispielsweise in einer Bank, in einer Schule, in einer Behörde eine Dusche und einen sicher abzuschließenden Spind für seine Radfahrkleidung?

Klar können Pendler auf das Rad umsteigen, doch eine Lösung ist das nicht. Eine Lösung sind auch die gerade wieder propagierten „Radautobahnen“ – welch ein widersinniges Wort – nicht. Bis die in sinnvoller Länge gebaut sind, können wir uns sicher von A nach B beamen.

Was ich noch sehr merkwürdig finde, ist die Kritik daran, dass so viele Menschen zur Arbeit pendeln müssen. Wird nicht gerade die eigene Immobilie von unseren Politikern als eine der wesentlichsten Säulen für unsere Altersvorsorge propagiert? Doch arbeitsplatznah gibt es solche Immobilien so gut wie nie.

Es ist nun mal so, dass wir in den allermeisten Fällen nicht zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommen. So der Nahverkehr nicht nur nicht ausgebaut, sondern immer weiter eingeschränkt wird, so lange müssen sehr viele Arbeitnehmer eben mit dem Auto zur Arbeit fahren. Will man das nicht, muss man wohl völlig neue Wege beschreiten und sehr viel Geld in die Hand nehmen.

Ich nehme jetzt das Rad und hole Brötchen. Ansonsten schaffe ich den Weg von der Küche ins Home Office gut zu Fuß.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Fahren Sie vorsichtig.

 


Veröffentlicht am: 04.04.2017

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