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Das braucht niemand: Reiseübelkeit

Wenn das Gehirn durcheinander kommt

Für die einen Menschen ist – nach Konfuzius – der Weg das Ziel. Für andere wiederum ist der Weg zum Ziel oft beschwerlich, weil ihnen während der Fahrt im Auto übel wird.

Die Reiseübelkeit heißt bei den Medizinern Kinetose und wird von ihnen als eine Art Kommunikationsproblem zwischen den Sinnesorganen und der Realität beschrieben.

Aber das macht dieses Unwohlsein, das laut Statistik fünf bis zehn Prozent der Bundesbürger bei längeren Reisen mit dem Auto oder auch Schiff ereilt, für die Betroffenen nicht erträglicher. Ihnen schlägt eine Fahrt, die andere Menschen als angenehm empfinden können, auf den Magen.

Ausgelöst wird die Reiseübelkeit tatsächlich durch widersprüchliche Informationen, die das Gehirn von den Sinnesorganen erhält, erläutern Reisemediziner. So etwa, wenn das Gleichgewichtsorgan im Ohr auf kurvigen Strecken relativ schnell aufeinander folgende Richtungs- und Geschwindigkeitsänderungen wahrnimmt, während das Auge auf eine im Vergleich dazu unbewegte Seite eines Buches oder einer Zeitung blickt. Diese Widersprüche kriegt das Gehirn nicht „unter einen Hut“, es wird verwirrt und löst daraufhin vorsichtshalber erst einmal Alarm aus: mit den bekannten Symptomen Blässe, Schwindel, Kopfschmerzen sowie Übelkeit bis hin zum Erbrechen.

Somit handelt es sich bei Unwohlsein während der Fahrt also nicht um eine Reisekrankheit, wie die Kinetose fälschlicherweise insbesondere früher vielfach genannt wurde, sondern „lediglich“ um ein kommunikatives Durcheinander. Und dagegen hilft als einfachste Maßnahme häufig schon, den Blick vom Geschriebenen ab- und der vorbeiziehenden Landschaft draußen zuzuwenden. Dadurch wird die Verwirrung des Gehirns aufgelöst und die Reiseübelkeit klingt meist ab.

Das Risiko, unterwegs von Reiseübelkeit befallen zu werden, ist nicht für alle Menschen gleich, weil das Gleichgewichtssystem individuell unterschiedlich empfindsam ist. So reagieren Kinder bis etwa zum zwölften Lebensjahr empfindlicher, weil ihr Gleichgewichtsorgan noch nicht vollständig entwickelt ist und die wechselnden Sinneseindrücke während einer Fahrt schlechter verarbeiten kann. Auch Frauen werden aus hormonellen Gründen leichter „reisekrank“ als Männer, so die Mediziner. Darüber hinaus können Alkohol, schlechte Luft im Fahrzeug, fettreiche Speisen ebenso wie ein leerer Magen dazu beitragen, dass einem unterwegs im Auto übel wird.

Deshalb raten Reisemediziner, vor und während der Fahrt besser leichte, fettarme Speisen und Obst zu sich zu nehmen, um den Körper nicht noch zusätzlich zu belasten. Außerdem empfehlen sie zur Beruhigung des Magens zum Beispiel Anis-, Fenchel- oder Kümmeltee zu trinken. Darüber hinaus ist auch bei drohender Reiseübelkeit der für längere Fahrten allgemeingültige Hinweis zu beachten: öfter mal eine Pause einlegen! Davon profitiert nämlich auch die Fitness und Aufmerksamkeit des Fahrers. Im Zweifel sollte man ihn bzw. sie bei sich abzeichnendem Unwohlsein um eine Unterbrechung der Fahrt bitten.

Grundsätzlich ist vor der Reiseübelkeit niemand gefeit, und das nicht nur im Auto. Menschen, die in dieser Hinsicht empfindlich sind, kann es sogar auf einem Wasserbett flau werden. Weitestgehend verschont von diesem Unwohlsein bleiben dagegen in der Regel die Personen am Steuer eines Autos. Denn bei ihnen nehmen die Sinnesorgane die Bewegung übereinstimmend wahr.

Wen die Reiseübelkeit besonders heftig beutelt, dem bieten Apotheken Pflaster, Tabletten und Kaugummis an, um die Symptome des Wirrwarrs im Gehirn zu bekämpfen. Dabei sollte man jedoch immer auch auf die Nebenwirkungen achten, warnen Mediziner.

Quelle: Goslar-Institut

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Veröffentlicht am: 05.04.2017

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