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23.05.2017

 

 

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Die Goldsaison des Silberpfeils W 125

Der Mercedes-Benz W 125 hat vor 80 Jahren Premiere

Am 9. Mai 1937 feiert der Mercedes-Benz 750-Kilogramm-Rennwagen W 125 mit einem Sieg beim Großen Preis von Tripolis seine Rennpremiere. Nach dem Auftaktsieg wird er die gesamte Saison dominieren – doch es sollte seine einzige bleiben. Denn 1937 ist die letzte Saison, in der die 750-Kilogramm-Formel in der Grand-Prix-Europameisterschaft gilt.

Mit dem W 125 gewinnen die Fahrer der Stuttgarter Rennmannschaft vier der fünf für die Europameisterschaft gewerteten Grands Prix. Darunter sind zwei Dreifach- und zwei Doppelsiege. Am Ende der Saison ist Rudolf Caracciola zum zweiten Mal Europameister. Der W 125 ist auch in anderen Rennen und bei Rekordfahrten überaus erfolgreich.

Das Ziel ist höchst anspruchsvoll: Innerhalb weniger Monate soll bei Mercedes-Benz für die Grand-Prix-Europameisterschaft 1937 ein komplett neuer Rennwagen entstehen. Diese Aufgabe stellt der junge Ingenieur Rudolf Uhlenhaut, Leiter der gerade erst geschaffenen technischen Rennabteilung der Stuttgarter Marke, seinen Konstrukteuren im Sommer 1936. Denn der W 25, der erste der legendären Mercedes-Benz Silberpfeile, ist nicht mehr konkurrenzfähig gegenüber den stärksten Rivalen im Feld, den Rennwagen der Auto Union. Die Anforderungen an das W 125 genannte neue Fahrzeug sind klar: Er muss unter anderem einen verwindungssteiferen Rahmen erhalten, braucht eine andere Fahrwerksabstimmung und verlangt nach einem stärkeren Motor.

Das Konzept des Rennwagens neu gedacht

Die Konstrukteure machen sich ab August 1936 an die Entwicklung des Rennwagens, der als W 125 im Jahr 1937 zum Einsatz kommen wird. Es gilt, das bewährte Konzept des ersten Silberpfeils vollkommen neu zu denken. Bereits am 9. September 1936 liegt von Josef Müller ein erster Gesamtentwurf vor, der schon sämtliche Merkmale des späteren Rennwagens aufweist. Der Radstand wächst von 2.505 auf 2.798 Millimeter. Und durch den Einsatz von Ovalrohren als Längsträger sowie Rundrohren als Querträger steigt die Verwindungssteifigkeit des Rahmens um den Faktor 2,65 gegenüber dem W 25.

Revolutionär ist die Auslegung des Fahrwerks mit weicher Federung und kräftiger Dämpfung. Das erreichen die Entwickler des W 125 durch eine Trapezlenkervorderachse mit Schraubenfedern und eine De-Dion-Achse mit Reduzierung des Rollzentrums. Vorn und hinten werden die Federwege deutlich größer: An der Vorderachse wachsen sie um 50 Millimeter auf nun 140 Millimeter. Optimiert wird auch die Aerodynamik der Karosserie mit ihren charakteristischen drei Kühlöffnung in der Front: Der cW-Wert sinkt von 0,620 auf 0,589.

Von der visionären Kraft und dem Mut des Projektes spricht aus heutiger Sicht insbesondere die Entwicklung eines ganz neuen Motors. Denn das Jahr 1937 wird die letzte Saison sein, in der die 750-Kilogramm-Formel gilt – 1938 wird eine neue, hubraumbezogene Formel eingeführt. Dann hat das neue Aggregat keine Chance mehr, in der Königsklasse des Rennsports eingesetzt zu werden. Doch alle Beteiligten, von der Unternehmensleitung angefangen, unterstützen das Vorhaben. So entsteht unter der Federführung des Motorenkonstrukteurs Georg Scheerer der M 125, ein von einem Roots-Kompressor mechanisch aufgeladener Reihenachtzylinder mit 5.660 Kubikzentimeter Hubraum. In den Rennen des Jahres 1937 erreicht der W 125 Geschwindigkeiten von mehr als 300 km/h. Sein Motor leistet dabei zwischen 409 kW (556 PS) und 430 kW (585 PS), auf dem Prüfstand erreicht das Aggregat sogar 475 kW (646 PS).

Seriensiege für den Silberpfeil

Der erste von insgesamt elf gebauten W 125 wird im Februar 1937 fertiggestellt und absolviert mit Rudolf Caracciola und Hermann Lang am Steuer erste Testfahrten in Monza. Seine Rennpremiere hat er beim Großen Preis von Tripolis Anfang Mai, den Lang auf Anhieb gewinnt. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 212,5 km/h fährt der gebürtige Stuttgarter seinen ersten Grand-Prix-Sieg ein. In der weiteren Motorsportsaison 1937 triumphiert der neue Silberpfeil wie erhofft über die Konkurrenz. Mercedes-Benz gewinnt vier der fünf Grands Prix, die zur Europameisterschaft gewertet werden: Doppelsiege gibt es im Großen Preis von Deutschland am 25. Juli (Rudolf Caracciola vor Manfred von Brauchitsch) sowie im Großen Preis von Italien am 12. September (Caracciola vor Hermann Lang). Dreifachsiege erzielt Mercedes-Benz im Großen Preis Monaco am 8. August (von Brauchitsch vor Caracciola und Christian Kautz) sowie im Großen Preis der Schweiz (Caracciola vor Lang und von Brauchitsch). Am Ende der Saison wird Rudolf Caracciola zum zweiten Mal nach 1935 Grand-Prix-Europameister. Sein dritten Titel wird Caracciola im folgenden Jahr auf dem vollständig neu entwickeltem 3-Liter-Rennwagen W 154 holen.

Der Silberpfeil fährt 1937 weitere Siege ein: Im Internationalen Avus-Rennen Berlin am 30. Mai, bei dem zusätzlich noch ein Vorjahresfahrzeug zum Einsatz kommt (1. Lauf: Caracciola, W 125; 2. Lauf: von Brauchitsch, W 25 kurz; Endlauf: Lang, W 125; alle Fahrzeuge mit Stromlinienkarosserie), und beim Großen Masaryk Preis Brno am 26. September (Caracciola).

Mercedes-Benz setzt den W 125 zudem erfolgreich bei Rekordfahrten und Bergrennen ein. Rudolf Caracciola erzielt am 28. Januar 1938 mit einem vollverkleideten W 125 bei Rekordfahrten auf der Autobahn zwischen Frankfurt am Main und Darmstadt internationale Geschwindigkeitsrekorde der Klasse B. Der Wagen wird von einem 541 kW (736 PS) starken 5,6-Liter-Zwölfzylindermotor angetrieben. Caracciola absolviert den Kilometer mit fliegendem Start mit 432,7 km/h und die Meile mit fliegendem Start mit 432,4 km/h. Das sind bis heute die höchsten auf einer öffentlichen Straße bei einem Rekordversuch erreichten Geschwindigkeiten.

 


Veröffentlicht am: 25.04.2017

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