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Morgengruß von Helmut Harff: Wieder zurück

Einige Gedanken zu uns und Afrika

Nun war ich fast eine Woche in der Elfenbeinküste. Das war meine zweite Reise nach Westafrika und das macht mich alles andere als zu einem Experten für die Region. Doch dafür, sich einige Gedanken zu machen, sich zu wundern und dafür einige Dinge nicht zu verstehen, reicht das sicherlich aus.

Wer an Afrika denkt, denkt vielfach an Hunger, an Kriege, an rivalisierende Politiker, religiöse Auseinandersetzungen, Flüchtlinge und Sand. Doch in dem Teil Afrikas, in dem ich war, gibt es keine Kriege. Dort leben Christen, Moslems und Angehörige von Naturreligionen recht friedlich miteinander. Es gibt keine Bewaffneten vor den Moscheen oder christlichen Kirchen. Ich habe auch niemand gesehen, der augenscheinlich unter Hunger leidet. Das heißt aber nun nicht, dass alle Menschen wirklich ausreichend zu essen haben.

Ja, es gibt immer wieder rivalisierende Politiker und es gibt auch immer wieder politisch motivierte bewaffnete Auseinandersetzungen, die auch in Bürgerkriegen enden. Die werfen diese Länder – so auch die Elfenbeinküste - um Jahre und Jahrzehnte zurück. Soll es den Menschen in Afrika einmal wirklich besser gehen, so müssen vor allem die Afrikaner selber dafür sorgen, dass diese ewigen Streitereien, die immer wieder Menschenleben kosten und ganze Landstriche verwüsten, aufhören.

Damit es den Menschen – die übrigens überhaupt kein Problem damit haben, wenn man sie als „Schwarze“ bezeichnet – besser geht, ist es unabdingbar, dass ihnen ihre Güter – zumeist Naturprodukte - nicht billig abgekauft werden. Die Produkte müssen im Land verarbeitet werden. Hier sind auch deutsche Unternehmer gefordert. Das Vergeben von sogenannten Mikrokrediten ist aus meiner Sicht nicht zielführend. Die manifestieren nur den aktuellen noch immer kolonialen Status.

Und noch etwas verhindert einen wirklichen Aufstieg: Unsere Lieferungen von Dingen, die wir nicht mehr brauchen. Fast jedes Auto, fast jeder Autoreifen, die ich in der Elfenbeinküste sah – auf der Straße und am Straßenrand – stammten aus Europa und sind hier wohl nicht mehr durch die Hauptuntersuchung gekommen. Das führt dazu, dass das Land von kaputten Autos gepflastert ist. Überall Rostlauben, überall defekte LKWs, überall Schrott. Das bringt zwar den unzähligen Autoschraubern Arbeit, das Land aber garantiert nicht voran.

Es bringt das Land auch nicht voran, wenn wir unsere alten Klamotten als angebliche Gutmenschen nach Afrika schicken. Gäbe es die Frauen nicht, so würde es wohl überhaupt keine heimische Textilproduktion mehr geben. Die Frauen tragen nämlich noch häufig regionale Kleidung.

Überhaupt die Frauen: Sie scheinen die Stützen der Gesellschaft zu sein. Sie halten vieles am Laufen, sie sind es, die wahrscheinlich eher in der Lage sind, das Land voran zu bringen. Das umso mehr, als es in den Königreichen – davon gibt es in der Elfenbeinküste mehrere – die Frauen sind, die das Sagen haben.

Was ich nicht verstehe, ist der Dreck, der einem immer wieder begegnet. Er begegnet einem aber eben in unterschiedlicher Intensität und es gibt auch in der Elfenbeinküste Ecken, die sehen so sauber aus wie um das Berliner Kanzleramt. In einigen Regionen türmt sich der Dreck überall, in anderen wird er eingesammelt und irgendwo hingefahren. Man weiß also wie es geht, tut aber längst nicht genug gegen die Vermüllung vor allem der Siedlungen.

All das macht es für mich verständlich, dass die Leute weg wollen, dahin, wo man mit seiner Arbeitskraft sich einen bescheidenen Wohlstand schaffen kann, vielleicht auch, um dann im eigenen Land wieder zu investieren.

Sicherlich ist die Elfenbeinküste nicht so ein touristischer Hotspot wie Südafrika. Doch wer gern auf Entdeckungsreise geht, wer sich für Menschen und ihr Leben interessiert und wer gern ein Land besuchen will, dass vom Tourismus noch nicht verdorben ist, dem kann ich nur eine Reise in die République de Côte d'Ivoire – so die offizielle Bezeichnung – empfehlen.

Jetzt gibt es wieder heimisches Frühstück. Das frische Obst werde ich sicherlich vermissen.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. Sie wollen die République de Côte d'Ivoire besuchen? Ich kann Ihnen einige Reiseveranstalter empfehlen.

 


Veröffentlicht am: 04.05.2017

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