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19.10.2017

 

 

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Das ökologische Fahrrad

Lieber reparieren als wegwerfen

[pd-f/tg] Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, zeigt sein grünes Image und tut etwas für die Umwelt. Und auch bei der Produktion von Fahrrädern und Zubehör sind nachhaltige Lösungen ein stetig wachsender Faktor.

Der pressedienst-fahrrad zeigt ausgewählte Unternehmen, die sich für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen stark machen.

Streng genommen ist das Fahrrad nicht ökologisch. Denn die Ökologie im eigentlichen Sinne erforscht die Beziehungen von Lebewesen untereinander und mit ihrer unbelebten Umwelt. Doch der Begriff steht synonym für den Umweltschutz. Und in diesem Zusammenhang ist Fahrradfahren im täglichen Gebrauch nach dem Zu-Fuß-Gehen die umweltverträglichste Form der Fortbewegung. Der umweltschonende Charakter wird durch eine ökologische Produktion von Fahrrädern und Zubehör noch verstärkt. Unternehmen aus der Fahrradbranche achten mehr und mehr darauf, sich für den Umweltschutz zu engagieren. Das beginnt bereits mit einfachen Schritten, wie das Beispiel von Busch & Müller zeigt. Der Beleuchtungshersteller nutzt gesammeltes Regenwasser für den Kühlungsprozess seiner Kunststoffspritzerei. Das heiße Wasser wird anschließend für die Fußbodenheizung genutzt, weiteres Regenwasser zur Toilettenspülung verwendet. „In unserem kompletten 5.000-Quadratmeter-Neubau wird also Wasser verwendet, das eh schon da ist“, so Marketing-Manager Sebastian Göttling.

Ein Fahrrad aus Bambus

Warum die Rahmen nicht komplett aus nachwachsenden Rohstoffen bauen, dachten sich die Gründer der jungen Fahrradmarke My Boo. Das Kieler Unternehmen verkauft Fahrräder aus Bambus. Diese werden in Ghana per Hand gefertigt und anschließend nach Deutschland verschifft. Von der Qualität unterscheidet sich der natürliche Rohstoff kaum von den gängigen Fahrrädern aus Aluminium oder Carbon, erklärt PR-Manager Felix Habke. „Der Vorteil von Bambus ist jedoch, dass das Rahmenmaterial schnell und einfach nachwächst. Binnen ca. zwei Jahren sind die Bambusrohre so weit, dass sie zum Rahmenbau verwendet werden können“. Obwohl Bambus theoretisch auch in Deutschland angebaut werden könnte und somit die Transportwege entfallen würden, wird die Produktion in Afrika nicht in Frage gestellt. „Wir unterstützen zusätzlich soziale Projekte in Ghana und zahlen so einen Anteil an die dortige Dorfgemeinschaft zurück, indem wir z. B. den Bau einer Schule finanzieren. Nicht nur ökologische Nachhaltigkeit, sondern auch soziale Nachhaltigkeit ist für uns wichtig“, bekräftigt Habke.

Umweltfreundlicher Produktlebenszyklus

Durch die enge Verbindung mit den Arbeitern in Ghana sind die Kieler über die ökologische Herkunft des Rahmenmaterials gut informiert. Schwieriger wird hingegen eine Überprüfung, wenn große Unternehmen auf die Zusammenarbeit mit vielen Zulieferern angewiesen sind. Eine nachhaltige Produktion ist jedoch für den Bekleidungsspezialisten Vaude aus Tettnang ein erklärtes Ziel und ein wesentlicher Faktor der Firmenphilosophie. Mit dem „Green-Shape“-Label bietet Vaude deshalb funktionelle, umweltfreundliche Produkte aus nachhaltigen Materialien an. Um das Label zu erhalten, muss ein Produkt ressourcenschonend hergestellt sein: Der Ausschluss von PFC ist dabei ebenso wichtig wie der Einsatz von umweltfreundlichem, bestmöglich sogar recyceltem Material. Doch Green Shape ist noch mehr: Es steht für die Einhaltung von fairen Arbeitsbedingungen in der gesamten Lieferkette. Zulieferer sowie Produktionspartner in Asien werden nach strengen Kriterien der Fair Wear Foundation ausgewählt und regelmäßig überprüft. Vaude ist stolz auf diesen Weg und weitet ihn stetig aus. „In der aktuellen Bekleidungskollektion Sommer 2017 stellen wir bereits 88 Prozent des Sortiments nach unseren strengen Vorgaben für ein Green-Shape-Produkt besonders umweltfreundlich her“, erklärt PR-Managerin Stephanie Herrling. Umweltschutz, ressourcenschonende Herstellung und Arbeiterrechte gehen bei Green Shape Hand in Hand.

Haltbarkeit der Produkte verlängern

„Reparieren statt wegwerfen“, ist außerdem ein großes Thema bei Vaude, das in ähnlicher Weise auch beim Taschenhersteller Ortlieb in Heilsbronn Anklang findet. „Hochwertige Produkte leben länger, sind im Einsatz überlegen und schonen Ressourcen. Noch dazu machen sie den Kunden glücklicher“, erklärt PR-Manager Peter Kühn. Der Taschenhersteller fertigt komplett in Deutschland, bezieht seine Rohstoffe und Materialien von Partnern vor Ort und achtet bei der Wahl der Zulieferer auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards. „Über 70 Prozent des Materials für unsere Produkte stammt aus Deutschland. Das hat den Vorteil, dass es hierzulande sehr hohe Sozial- und Umweltstandards gibt. Außerdem werden die Transportwege emmissionsarm gehalten und wir können die Lieferkette besser nachvollziehen“, so Kühn. Sowohl Vaude als auch Ortlieb legen ihr Engagement in sogenannten Nachhaltigkeitsberichten offen, die auf den Einklang mit anerkannten branchenspezifischen nationalen sowie internationalen Standards verweisen.

Produktion auf kurzem Weg

Dass solche Ideen auch bei Fahrradkomponenten funktionieren können, beweist das baden-württembergische Unternehmen Pinion. Die Zentralgetriebeschaltungen aus Denkendorf bei Stuttgart sind äußerst wartungsarm und zeichnen sich durch eine extrem lange Haltbarkeit aus. Zudem werden sie in Deutschland gefertigt. Wo zugelieferte Bestandteile nötig sind, werden diese aus der näheren Umgebung bezogen, wodurch auch hier die Umweltbelastung durch den Transport gering gehalten werden. Zudem ist die Einhaltung von Umweltstandards bei der Produktion in Deutschland höher und kann besser kontrolliert werden. „Das Fahrradfahren steht für eine ökologische Trendwende. Es ist deshalb aus unserer Sicht sinnvoller, auch bei der Produktion auf regionale Produkte ohne lange Transportwege zu setzen“, begründet Andrea Escher von Pinion den Schritt. Der Hersteller setzt seit seinem Bestehen auf deutsche Zulieferer, ist bislang jedoch einer von wenigen Fahrradteilelieferanten, die diesen Weg gehen. Viele Wettbewerber lassen ihre Rahmen und Teile aus Kostengründen bei Produktionspartnern in Kambodscha, China oder Taiwan fertigen.

Fahrradfertigung wieder in Europa

Deshalb kam im letzten Jahr die Ankündigung großer, namhafter Fahrradproduzenten, einen Teil der Fertigung von Asien wieder zurück nach Europa zu holen, etwas überraschend. Portugal und Osteuropa rücken vermehrt in den Mittelpunkt des Interesses. Der große Vorteil für die Unternehmen liegt in erster Linie in den kürzeren Lieferzeiten. Ein Containerschiff aus Asien ist rund vier bis sechs Wochen unterwegs. Durch eine marktnahe Produktion kann man flexibler reagieren, wie das Beispiel von Faltradlegende Brompton zeigt. „Brompton produziert seit seinen Anfangsjahren direkt in London. Das Unternehmen ist stolz auf seine britischen Wurzeln“, erklärt Henning Voss vom Importeur Voss Spezial-Rad. Für den Brompton-Partner ist es ein logischer Schritt, dass der Faltradbau gerade in einer europäischen Metropole stattfindet. „Dadurch können Nachlieferungen schneller erledigt werden und Europa ist einfach der momentan stärkste Markt, obwohl die Produkte auch weltweit gefragt werden“, so Voss.

Recycling statt Neugewinnung

Dabei machen lange Transportwege bei der Ökobilanz nur einen marginalen Teil der Gesamtrechnung des CO2-Ausstosses aus. Viel stärker fällt die Materialherstellung ins Gewicht, wie beim Reifenhersteller Schwalbe. Beim Marktführer bestehen die Reifenschläuche aus widerstandsfähigem Butyl-Kautschuk, dessen Herstellung äußerst aufwendig ist. Deshalb hat Schwalbe ein spezielles Recyclingverfahren für Schläuche entwickelt. Für die Umsetzung wurde am Werk in Indonesien ein eigenes Devulkanisationsverfahren erstellt, das die Rohstoffe aus alten Schläuchen wieder nutzbar macht. Die gebrauchten Schläuche werden von Fahrradfahrern beim Fachhändler abgeben, der sie dann an Schwalbe weiterleitet. Dass die Produkte anschließend von Deutschland nach Indonesien und wieder zurück per Schiffscontainer gefahren werden, wirke sich laut Hersteller auf die Energiebilanz positiver aus als die Fertigung neuen Butyls. „Die Energiebilanz ist unter Einbeziehung aller Transportwege sogar äußerst positiv. Das Recycling braucht nur ein Fünftel der Energie im Vergleich zur Neuherstellung“, erklärt Marketingleiterin Doris Klytta.

Ein ähnlicher Kreislauf soll in Zukunft europaweit flächendeckend für alte und gebrauchte Akkus von E-Bikes installiert werden. Bislang wird die Rücknahme in den EU-Ländern verschieden gehandhabt. Eine gemeinsame Lösung liegt aber im Interesse vieler Marktteilnehmer. Als Problem erweist sich jedoch der Verbraucher, der noch zu häufig Elektroschrott über den Hausmüll entsorgt. Bei E-Bike-Akkus handelt es sich um ein Gefahrengut, das fachgerecht entsorgt werden muss bzw. wieder aufbereitet wird. Die verwendeten Seltenen Erden sind kaum umweltverträglich zu fördern und auch in naher Zukunft erschöpft. Deshalb ist ein aufwendiger Recyclingprozess notwendig. Zudem sollen zukünftige Akkus leichter werden, aber auch eine höhere Kapazität bekommen. Die Bundesregierung möchte außerdem durch Subventionen Unternehmen zur Zellfertigung in Deutschland anregen. Bislang werden rund 90 Prozent der E-Bike-Zellen in Asien gefertigt.

Material anders genutzt

Wie sinnvolles Recycling bereits funktioniert, zeigt Fahrer Berlin. Das Unternehmen fertigt Accessoires wie Schutzhüllen, Hosenbänder oder Taschen für Radfahrer. „Wir setzen dabei auf recyceltes Material von Lkw-Planen, Werbebannern oder Bootsabdeckungen. Dadurch entstehen einzigartige, individuelle Produkte“, erklärt Firmengründer Joachim Leffler. Um zusätzlich Transportkosten einzusparen, findet ein Großteil der Fertigung in der Nähe von Berlin statt. Die Nachfrage hätte über die Jahre hinweg immer stärker zugelegt: „Das zeigt, dass recycelte Produkte von den Leuten gewünscht werden“, so Leffler.

Das ökologische Fahrrad ist also kein Wunschdenken, sondern Wirklichkeit. Viele Firmen reagieren und achten bei der Produktion auf nachhaltige Verfahren. Und auch jeder Radfahrer kann selbst bei Kleinigkeiten die Umweltverträglichkeit berücksichtigen: Einfach bei der Radtour seinen Müll wieder mitnehmen und nicht einfach im Wald oder auf dem Berg liegen lassen. Oder zum Fahrradputzen auf einen biologisch abbaubaren Reiniger setzen, z. B. von Pedro‘s. Ein kleiner Schritt für einen selbst, aber bereits ein Zeichen an die Umwelt.

Foto: www.vaude.com | pd-f

 


Veröffentlicht am: 05.05.2017

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