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20.08.2017

 

 

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Achtung: FSME und Borreliose

Bei Urlaubsplanung den Zeckenschutz beachten

Sobald die Temperaturen an mehreren aufeinander folgenden Tagen auf sieben Grad Celsius oder wärmer steigen, werden Zecken aktiv. In Gräsern und Sträuchern lauern sie auf Spaziergänger und Wanderer. Ihr Stich überträgt Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose.

In Deutschland gelten 146 Landkreise als Risikogebiete für FSME, aber ebenso Gebiete in Österreich und viele Länder Nord- und Osteuropas. Borreliose ist weltweit verbreitet. Das CRM Centrum für Reisemedizin rät Reisenden, die einen Camping- oder Outdoorurlaub planen, daher, sich vor Zeckenstichen zu schützen und gegen FSME impfen zu lassen.

Zu den Ländern mit dem höchsten FSME-Übertragungsrisiko zählen die baltischen Staaten, Südskandinavien sowie Tschechien und Russland. In Deutschland sind insbesondere Bayern und Baden-Württemberg betroffen. „Hierzulande sind im Zeitraum von 2002 bis 2016 4.128 Menschen an FSME erkrankt, wobei die Zahlen der Erkrankten jährlich stark schwanken“, erklärt Professor Dr. med. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „2016 waren es mit 348 Erkrankungen 51 Prozent mehr als im Vorjahr mit 219.“ Die ersten Anzeichen der Frühsommer-Meningoenzephalitis zeigen sich nach zwei bis drei Wochen in Form grippeähnlicher Symptome. In schweren Fällen kann das FSME-Virus Gehirn, Hirnhäute und Rückenmark angreifen. Bei schweren Verläufen kann es zu Lähmungen, Krampfanfällen und Bewusstseinsstörungen kommen. Gegen FSME kann man sich zuverlässig durch eine Impfung schützen.

Für die ebenfalls durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose liegen nur Schätzungen der Fallzahlen vor, da es keine einheitliche Meldepflicht gibt. In Bayern ist die Lyme-Borreliose seit 2013 meldepflichtig: Das Nationale Referenzzentrum für Borrelien in Bayern schätzt, dass in Deutschland jedes Jahr zwischen 60 000 und 100 000 Menschen neu daran erkranken. Zudem ist die Lyme-Borreliose nicht einfach zu diagnostizieren, da sie sehr unterschiedliche Symptome verursachen kann. In sehr seltenen Fällen entwickelt sie sich zu einem chronischen Leiden, welches das Nervensystem, die Gelenke und das Herz schädigt. Eine wirksame Impfung gegen Borreliose gibt es bisher nicht. Borrelien-Bakterien treten in allen gemäßigten Klimazonen der Nordhalbkugel auf.

„Wer sich in Borrelien- und FSME-Verbreitungsgebieten viel im Freien aufhält, sollte sich vor Zecken schützen und gegen FSME impfen lassen“, rät Jelinek. Dies gilt nicht nur für Waldspaziergänge und Campingausflüge. Häufig tauchen Zecken auch in Gärten, Hinterhöfen, an Mauerstreifen und auf Spielplätzen auf. Sie werden von Nagetieren, Vögeln, Hunden und Katzen dorthin transportiert. Haustiere bringen sie auch schon mal mit in die Wohnung.

Für einen verlässlichen und langdauernden FSME-Schutz sind drei Impfstoffdosen notwendig, die im Abstand von mindestens 14 Tagen (erste und zweite Dosis) und dann fünf bis zwölf Monaten (zweite und dritte Dosis) verabreicht werden. Für einen bevorstehenden Urlaub kann man auch auf einen Schnellschutz zurückgreifen: Dann werden zwei Dosen im Abstand von 14 Tagen verabreicht. Die Impfung sollte, je nach Lebensalter, alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Da gegen Borreliose keine Impfung existiert, sind außerdem allgemeine Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche ratsam: Bei Ausflügen ins Grüne sollten lange Hosen und geschlossene Schuhen getragen werden. Auch Repellents zum Einreiben und Aufsprühen auf die Haut sind sinnvoll. Am wichtigsten ist aber die Kontrolle nach dem Ausflug. „Dabei sollten vor allem die von Zecken bevorzugten Körperregionen wie Kniekehlen, Achseln, Schambereich, Bauchnabel, Bauchfalten und den Bereich hinter den Ohren gründlich abgesucht werden“, so Jelinek. Denn je schneller die Zecke entdeckt und entfernt werden kann, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit Borreliose.

Die beste Methode: Eine feine Pinzette so dicht wie möglich über der Haut ansetzen und die Zecke am Kopf herausziehen. Der Körper des Tieres sollte nicht gequetscht werden, sonst besteht die Gefahr, dass erregerhaltiges Sekret aus dem Zeckenleib in die Stichstelle gedrückt wird. Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle desinfiziert werden. Danach gilt es die Einstichstelle gut zu beobachten: Bildet sich dort eine kreisförmige Rötung, oder treten grippeartige Symptome auf, ist ein Arztbesuch erforderlich.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 07.05.2017

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