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Fahren mit leichten Kleinanhängern

... nur mit Vorsicht zu geniessen

Sie sind praktisch, sie sind klein und sie gelten als leicht beherrschbar: die Autoanhänger mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 kg. Mit diesen sogenannten Baumarkt-Anhängern lassen sich voluminösere Güter bequemer transportieren als im PKW, man fährt darin Gartenabfälle weg, ohne sich das Auto dreckig zu machen, und manche bringen darin das Urlaubsgepäck unter, das nicht mehr in den Kofferraum passt.

Außerdem lassen sich diese kleinen Anhänger einfacher verstauen, wenn man sie nicht braucht, und man benötigt für sie keinen separaten Anhängerführerschein (Klasse BE). Es gibt also gute Gründe, sich solch einen kleinen Anhänger zuzulegen, zumal sie ab Frühjahr häufiger als Angebot in Einkaufsmärkten auftauchen. Und wer einen solchen Anhänger nur im Bedarfsfall nutzen will, kann sich im Heimwerkermarkt um die Ecke einen leihen.

An einen kleinen, leichten Anhänger ist somit leicht zu kommen. Aber sind die Gefährte während der Fahrt auch ebenso leicht zu handhaben? Nicht unbedingt, wie Tests ergaben. Dabei wurde speziell auch untersucht, wie die kleinen Anhänger reagieren, wenn man es mit der Beladung nicht so genau nimmt, was dann beim Bremsen passiert oder bei Ausweichmanövern. Die Testergebnisse veranlassten anschließend unter anderem den ADAC, darauf hinzuweisen, dass solche Baumarkt-Anhänger nicht ganz so harmlos seien, wie man denkt. Insbesondere verantwortungsvolle Beladung ist demnach für die Fahrsicherheit mit leichten Anhängern „unbedingt notwendig“.

So absolvierten unbeladene Anhänger Bremstests ohne Probleme. Mit voll beladenen Anhängern verlängerte sich dagegen der Anhalteweg bei einer Notbremsung aus 80 km/h von 26,5 Metern (leer) auf 33,8 Meter. Beim Ausweichen scherten die Anhänger wegen der Lastwechselreaktionen zwar schon aus, da das Zugfahrzeug aber stabil blieb, wurden die Hänger von diesem abgefangen. In diesen Situationen war das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) des Autos wirksam und verhinderte ein Ausbrechen des Zugfahrzeugs, weil die Gewichtsverteilung beim Auto noch stimmte.

Anders hingegen bei einem Anhänger mit Übergewicht: Schon eine Überladung um 5 Prozent – also 30 kg – wirkt sich demnach bei den leichten Anhägern gefährlich aus. Dadurch verschlechtert sich das Fahrverhalten bereits deutlich, wie die Tests zeigen. Diese Probleme nehmen durch eine ungünstige Gewichtsverteilung auf dem Hänger noch zu. Denn wenn die Hinterachse des Zugfahrzeugs entlastet wird, Experten sprechen dabei von einer negativen Stützlast, stimmt die Achslastverteilung des Autos nicht mehr und das ESP verliert an Wirkung. Das hat zur Folge, dass sich der Anhänger bei Ausweichmanövern schneller querstellen kann. Mangels ausreichender Unterstützung durch das ESP bricht dann möglicherweise auch das Auto aus. Zu schwere Beladung des Anhängers bewirkt zudem bei einer Vollbremsung aus 80 km/h eine Verlängerung des Anhaltewegs auf 35,7 Meter.

Deshalb raten Experten dringend dazu, unbedingt auf das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers zu achten, das aus dessen Papieren hervorgeht. Außerdem sollte das Gewicht des Transportguts möglichst gleichmäßig über die Achse des Anhängers verteilt werden. Wichtig ist zudem, die Stützlast des Anhängers und des Zugfahrzeugs nicht zu überschreiten sowie die Geschwindigkeitsbegrenzung bei Anhängerbetrieb von 80 km/h bzw. bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen von 100 km/h einzuhalten.

Quelle:
Goslar-Institut

 


Veröffentlicht am: 10.05.2017

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