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17.10.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Schwarzarbeit

Wer wirft den ersten Stein…

Gestern ging eine Meldung durch die Medien, dass der Staat Millionen an Euro durch Schwarzarbeit verliert. Ich frage mich immer, wie man ausrechnet, wie hoch solche Verluste ausfallen, wenn eigentlich niemand überhaupt annähernd sagen kann, wie viel an Schwarzarbeit geleistet wird.

In der Meldung hieß es auch, dass rund 6.700 Zollbeamte in Sachen Schwarzarbeitsbekämpfung unterwegs sind. Toll, so viele Menschen, soll wohl der Bürger denken. Dabei setzt man darauf, dass niemand nachdenkt oder mal nachrechnet. Zwei kleine Rechercheergebnisse: Es ermitteln 6.700 Männer und Frauen in 294 Landkreisen. Wenn sich mein Taschenrechner nicht irrt, sind das pro Landkreis 22,8 Zöllner. Nimmt man noch mal die Zahl der Zollbeamten und teilt die durch 3,1 Millionen steuerpflichtige Betriebe in Deutschland – eine Angabe des Statistischen Bundesamtes - so kommen 0,002 Zöllner auf ein zu kontrollierendes Unternehmen. Wenn man nun von 250 Arbeitstagen je Jahr ausgeht und auch annimmt, dass kein Zöllner Urlaub nimmt, nie krank wird oder sonstwie ausfällt und jeder allein unterwegs ist, so muss jeder Unternehmer mit fünf Kontrollen in zehn Jahren rechnen. In der Realität wird die Zahl unter einer möglichen Kontrolle liegen. Ein Sechser im Lotto ist nicht weniger wahrscheinlich.

Schwarzarbeit ist – nimmt man mal meine Zahlen – für den Staat kein Thema. Wenn das nämlich so wäre, dann würden nicht 6.700 sondern wohl eher 67.000 Ermittler in Zolluniform unterwegs sein. Doch das will augenscheinlich niemand. Warum auch? Schließlich funktioniert unsere Wirtschaft an vielen Stellen nur, weil es eben Schwarzarbeit gibt. Wer jemals in den vergangenen Jahren von heute auf morgen einen Mitarbeiter einstellen wollte – weil vielleicht jemand kurzfristig durch Krankheit ausgefallen ist – weiß, was ich meine. Angesichts überbordender Bürokratie bleibt gerade kleinen Unternehmen kaum etwas anderes übrig, als jemand schwarz zu beschäftigen. Eigentlich ist es der Staat, der mit seinen Gesetzen für die Schwarzarbeit sorgt.

Schwarzarbeit ist aber nicht nur ein Thema, das Unternehmen betrifft. Ich befürchte, dass vor allem private Haushalte Schwarzarbeiter beschäftigen. Das reicht von Haushaltshilfen, Menschen, die den Garten in Ordnung halten oder die als Handwerker kleinere Reparaturen ausführen oder renovieren. Dazu kommen noch viele Menschen, die bei der Pflege von Angehörigen „helfen“.

Auch hier bleibt vielen nichts weiter übrig, auf nicht legal arbeitende helfende Hände zurück zu greifen. Wenn sich ein eigentlich gut verdienender Handwerker keinen Handwerker leisten kann, wie sollen das andere Menschen können? Auch hier sorgen staatlich verordnete Abgaben und Steuern für Lohnkosten, die kaum noch jemand bezahlen kann. Es ist also nicht (nur) der Geiz von vielen von uns, sondern der Staat, der für Schwarzarbeit verantwortlich zeichnet.

Oh, es klingelt. Das wird meine Haushaltsperle sein. Sie bringt immer Frühstücksbrötchen mit.

Ich wünsche Ihnen ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 08.06.2017

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