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Gesundheits-News vom 9. Juni 2017

Michael Weyland informiert...

(Michael Weyland) In Deutschland werden immer mehr künstliche Knie- und Hüftgelenke eingesetzt: rund 400.000 pro Jahr. Mit der Häufigkeit der Operationen wächst die Zahl der Probleme nach solchen Eingriffen.  Hauptursache ist die Lockerung der Implantate, verursacht auch durch mangelnde Operationsroutine des Chirurgen.

Die orthopädische Klinik der Universität Regensburg in Bad Abbach wurde vor fünf Jahren als eines der ersten Endprothetik-Zentren der maximalsten Versorgungsstufe zertifiziert. 18.000 künstliche Hüft- und Kniegelenke wurden in dem Asklepios-Klinikum vor den Toren Regensburgs seit der Jahrtausendwende eingesetzt.

"Der Ersatz eines extrem geschädigten Hüft- oder Kniegelenks durch eine Prothese kann und darf aber nur die letztendliche Lösung bei massiven Beschwerden sein", sagt man beim Klinikum, und rät Patienten dringend, vor jeder Operation eine Zweitmeinung einzuholen. Seitdem jeder Patient einen gesetzlichen Anspruch auf eine solche Zweitbeurteilung hat, wächst die Zahl Rat suchender Patienten im Bad Abbacher Klinikum täglich. Offensichtlich aus gutem Grund. "Wir haben bei der Kontrolle ärztlicher Vordiagnosen gerade in letzter Zeit Haarsträubendes erlebt", heißt es weiter.

Geschildert wird der Fall einer Patientin,  die ihr behandelnder Arzt zum Einsatz einer Knieprothese drängte, und ansonsten mit einem Leben im Rollstuhl drohte. Eine völlig falsche Indikation.

 "Die Frau hatte eine ausgeprägte Arthrose des ganzen Kniegelenkes und hätte auch nach der Operation mit einer Teilprothese die gleichen Schmerzen gehabt wie vor dem Eingriff", heißt es.

Teilprothesen sind nur dann sinnvoll, wenn auch nur ein Bereich des Kniegelenkes arthrotisch zerstört ist und nicht das ganze Gelenk. Grundsätzlich gilt, dass ein  künstliches Gelenk nur dann sinnvoll ist, wenn Schmerzen mit anderen Mitteln nicht mehr in den Griff zu bekommen sind und die Beweglichkeit maßgeblich eingeschränkt ist. Dann könne ein Gelenkersatz ein Segen sein, um Selbständigkeit und Lebensqualität zurückzugewinnen, es müsse aber auch das richtige Implantat sein."

Die Ärzte in Bad Abbach versuchen zunächst immer alle anderen Möglichkeiten der Behandlung auszuschöpfen. So wurde in der Orthopädischen Universitätsklinik etwa eine Operationsmethode zur Gelenkumformung der Hüfte entwickelt. Mit Hilfe dieser "Arthroplastik", die durch einen kleinen Schnitt erfolgt, lässt sich bei einer rechtzeitigen Diagnostik der Gelenkverformung der altersbedingte Gelenkverschleiß deutlich reduzieren und der Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks zeitlich erheblich hinauszögern.  Mehr als 10 Prozent der Patienten, bei denen ein künstliches Hüftgelenk vorgesehen ist, können heute mit dieser in Bad Abbach speziell entwickelten Technik gelenkerhaltend operiert werden.

Diesen Beitrag können Sie nachhören oder downloaden unter:
www.was-audio.de/aanews/G_News20170608_kvp.mp3

 


Veröffentlicht am: 09.06.2017

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