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21.10.2017

 

 

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Überleben im Weltraum

Auf dem Weg zu neuen Grenzen

Das 21. Berliner Kolloquium der Daimler und Benz Stiftung stand in Berlin unter dem Thema „Überleben im Weltraum – Auf dem Weg zu neuen Grenzen“. Mit dem Programm „Journey to Mars“ will die NASA Menschen auf unserem Nachbarplaneten landen lassen.

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Tagung standen Visionen der Raumfahrt, physiologische und psychologische Effekte von Aufenthalten in der Schwerelosigkeit sowie technische und operative Maßnahmen. Die wichtigste Frage lautete. Wann wird der erste Mensch unseren Nachbarplaneten Mars betreten?

Der Luft- und Raumfahrtingenieur Prof. Dr. Markus Czupalla von der Fachhochschule Aachen sagt, noch sei die Durchführung von Weltraummissionen durch die menschliche Intuition nicht, zumindest noch nicht, durch Roboter oder autonome Systeme zu ersetzen. So wissen wir heute, welche Effekte die Schwerelosigkeit auf die Knochen, die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System während eines Weltraumaufenthalts zeigt. Gesundheitlichen Problemen können wir durch die Entwicklung gezielter Trainingsmaschinen mittlerweile weitgehend vorbeugen.

Noch nicht geklärt sind hingegen auftretende Phänomene wie Seh- und Schlafstörungen oder der Umgang mit der erhöhten Strahlenbelastung. Was die technische Seite betrifft, die Lebenserhaltungssysteme, gibt es ebenfalls noch offene Fragen. Die Müllproblematik etwa oder die Langzeitzuverlässigkeit der Lebenserhaltung auf längeren Raummissionen sind noch nicht restlos erforscht, während in Teilbereichen wie der Versorgung mit Luft und Wasser heute schon ein hohes Niveau erreicht ist.

Prof. Dr. Christa Baumstar-Khan, Leitung Arbeitsgruppe “Zelluläre Biodiagnostik”, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Köln betont: „Die technisch mögliche Reise zu Mond oder Mars kann für den ‚Homo spatialis’ medizinische Risiken bergen. Vor allem die erhöhte Strahlendosis der solaren oder kosmischen Komponenten der Weltraumstrahlung – Elektronen, Protonen und hochenergetische schwere Teilchen – kann zu einem bedrohten Gesundheitsrisiko werden.“ Erste Abschätzungen zeigen, dass Astronauten während einer Marsreise mit einer Strahlenbelastung zu rechnen haben, die über dem amtlichen Grenzwert von jährlich fünf Millisievert für beruflich strahlenexponierte Personen liegt. Die Karrieredosis von Astronauten kann möglicherweise zu einem um den Faktor drei bis vier erhöhten Krebsrisiko liegen.

Prof. Dr. Reinhold Ewald, Europäische Weltraumagentur ESA, Institut für Raumfahrtsysteme, Universität Stuttgart, meint, dass durch die Langzeiterfahrung beim Betrieb der diversen Raumfahrtstationen die Raumfahrt ihre technischen Beschränkungen und Risiken viel besser kennen und einschätzen lernten. Dennoch, nicht jeder Ankündigung von Expeditionen zum Mond oder Mars werden innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre auch Taten folgen. Ewald flog 1997 zur MIR und verbrachte drei Wochen im All.

Dr. Christiane Heinicke, Faculty of Earth and Life Scieces Vrije Universiteit Amsterdam sagt, Marsmissionen zu wissenschaftlichen Zwecken würden nach heutigen Planung knapp drei Jahre dauern. Heinicke konnte schon mal „Marsleben“ vorschnuppern, war sie doch Teilnehmerin der Forschungsstation HI-SEAS auf Hawaii, wo sie ein Jahr lang mit fünf anderen Wissenschaftlern lebte. Ihr Zuhause war ein kuppelförmiges Habitat, fernab der Zivilisation, am Hang des Vulkans Mauna Loa. Gewöhnungsbedürftig war das monatelange enge Zusammenleben mit den fünf Kollegen. Es entstanden Konflikte, weil sich die Crewmitglieder nicht komplett aus dem Weg gehen konnten. Doch die gemeinsamen Herausforderungen schweißten auch zusammen. Bei Außeneinsätzen in schwierigen Terrain und in Höhlen lernte die Crew bedingungsloses Vertrauen ineinander.

Alle Referenten waren sich einig: Für die Zukunft brauchen sie Geld, Geld und nochmals Geld.

Die Daimler und Benz Stiftung fördert Forschungsprojekte aus sämtlichen wissenschaftliches Disziplinen. Daran können sich auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Polen beteiligen.

Text: Erwin Halentz
Bild: Daimler und Benz Stiftung

 


Veröffentlicht am: 17.06.2017

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