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24.09.2017

 

 

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Sparen paradox

Deutsche wünschen sich hohe Renditen, setzen aber auf das Sparbuch

In Zeiten niedriger Zinsen bleiben die Deutschen zurückhaltend, was ihre Geldanlage angeht. Für 42 Prozent ist das Sparbuch trotz steigender Inflationsrate noch immer die Geldanlageform Nummer eins, gefolgt von einer Immobilie sowie dem Tagesgeldkonto.

Dies ist eines der Ergebnisse aus einer aktuellen Umfrage der Hamburger Sutor Bank in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut explorare. Dazu wurden im März 2017 bundesweit 250 Menschen – repräsentativ für die Haushalte in Deutschland – in Telefon-Interviews über ihre Einstellung zum Thema Geldanlage befragt.

Sparen paradox I: Wunsch nach höheren Zinsen, dennoch Sparbuch am beliebtesten

Auf die offene Frage, was sich die Befragten mit Blick auf ihre Geldanlage wünschen, antwortete jeder zweite Sparer (49%) mit „höhere Zinsen“. Im Umkehrschluss heißt das für die Sparer jedoch nicht, dass sie aktuell auf langfristig potenziell höher rentierliche Asset-Klassen, wie zum Beispiel Aktien oder Aktienfonds, setzen. Nur knapp jeder dritte Anleger (31%) nutzt Aktien oder Aktienfonds.

Mit dem Sparbuch (42%), dem Tagesgeldkonto (34%), einem Bausparvertrag (30%) sowie einer Lebensversicherung (24%) sind nach wie vor Produkte zahlreich bei den Deutschen vorhanden, die bereits seit einigen Jahren von niedrigen Zinsen betroffen sind.

Sparen paradox II: Gleichzeitig große Sicherheit und hohe Rendite nicht in einem Produkt lösbar


Ein weiteres Paradoxon betrifft die Einschätzung verschiedener Formen der Geldanlage hinsichtlich ihrer Sicherheit einerseits sowie ihrer Renditeaussichten andererseits. Demnach halten die befragten Deutschen Immobilien, gefolgt von Gold und Tagesgeldkonto, für die sichersten Investments. Auf der anderen Seite sind die Befragten der Ansicht, dass Immobilien, gefolgt von Gold sowie Aktien oder Aktienfonds, in fünf Jahren die beste Rendite haben werden.

„Rendite ist die Belohnung für das Eingehen eines Risikos. Wer bei der Geldanlage auf Nummer Sicher gehen will, muss Abstriche bei der Rendite machen. Das Streben nach Sicherheit mit gleichzeitig hoher Renditeerwartung lässt sich mit einem einzelnen Produkt nicht lösen“, sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensberatung der Sutor Bank. „Viele Anleger verkennen, dass auch eine vermeintlich sichere Anlageform wie eine Immobilie im Wert stark schwanken kann“, ergänzt Neumann. Unvorhergesehene Ereignisse wie eine ungünstige Bebauung in Grundstücksnähe könnten den Wert jederzeit negativ beeinflussen. Zudem seien Immobilien sehr illiquide: „Als Anleger können Sie nicht mal eben Ihr Wohnzimmer verkaufen, weil Sie nur einen Teilbetrag benötigen“, sagt Neumann. Auch Gold eigne sich aufgrund möglicher größerer Schwankungen eher nur als Beimischung in einem Depot.

„Es kommt auf den Mix der Anlageformen an. Diese Erkenntnis gilt es noch stärker in den Köpfen der Anleger und Nicht-Anleger zu verankern“, sagt Neumann. „Am besten ist eine gesunde Mischung aus Aktien, Anleihen und Liquidität. Aktien sorgen für die Rendite – wie ein Motor, Anleihen bringen Stabilität – quasi als Stoßdämpfer, und Liquidität ist das verbindende Getriebe.“

Scheu vor Aktien-Investments

Die Scheu vor einem Investment in Aktien ist jedoch nach wie vor groß. Diese beruht für viele Sparer auf der Annahme, damit ein zu hohes Risiko einzugehen. Rund 57 Prozent der Nicht-Aktienbesitzer sehen eine Investition in Aktien oder Aktienfonds demnach als zu risikoreich an. Für die Hälfte der Nicht-Aktienbesitzer (50%) sind mangelnde finanzielle Mittel ein Grund gegen ein Aktieninvestment. 42 Prozent von ihnen geben als Begründung für das Meiden von Aktien an, sie fühlten sich nicht ausreichend informiert.

Im Durchschnitt sind die befragten Sparer der Ansicht, dass die Zinsen erst in sechseinhalb Jahren (6,54 Jahre) wieder ansteigen dürften. Doch ist dies für sie kein Grund, Geld schon heute in möglicherweise höher rentierliche Anlageformen wie Aktien oder Aktienfonds umzuschichten: Knapp 77 Prozent der Befragten geben an, aufgrund der niedrigen Zinsen kein Geld in Aktien umschichten zu wollen beziehungsweise haben dies bislang nicht getan.

Auslaumodell Lebensversicherung

Die Lebensversicherung ist nach Ansicht der Befragten indessen kein Sparmodell der Zukunft mehr. Hier scheint ein Umdenken inzwischen stattgefunden zu haben, dass angesichts niedriger Zinsen eine Lebensversicherung keine ausreichende Rendite mehr abwirft: 88 Prozent der Deutschen können sich derzeit nicht vorstellen, eine Versicherung dieser Art abzuschließen.

Nur begrenzte Handlungsimpulse für das Depot durch politische Ereignisse

Politische Ereignisse beschäftigen die Menschen durchaus auch in Fragen der Geldanlage: Jeder dritte Anleger (33%) hat sich aufgrund der aktuellen Nachrichten zu politischen Ereignissen (Trump-Wahl, Brexit) Gedanken über seine Geldanlage gemacht. Demgegenüber haben allerdings nur 22 Prozent der Befragten aufgrund der politischen Ereignisse auch tatsächlich Änderungen an der Geldanlage vorgenommen.

„Anleger sollten sich aufgrund aktueller Nachrichten und politischer Ereignisse keine Sorgen um ihre Geldanlage machen. Langfristig gedacht ist jedes Ereignis nur ein kurzes Strohfeuer, das der Kapitalmarkt ganz schnell wieder egalisiert“, erklärt Lutz Neumann.

 


Veröffentlicht am: 24.06.2017

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