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Morgengruß von Helmut Harff: Fremde Kulturen

... bleiben was sie sind - fremd

Wir leben in einer globalen Welt. Wir nutzen Produkte, die irgendwo auf der Welt hergestellt werden, wir essen Dinge, die irgendwo auf der Welt wachsen. Wir sind vernetzt, wir reisen, wir haben überall virtuelle und reale Freunde. Wir kommunizieren in Echtzeit rund um die Welt und haben auch Kollegen, die irgendwo weit weg von uns tätig sind oder arbeiten mit solchen Menschen direkt zusammen.

Wir sind international, Grenzen scheren uns nur noch in seltenen Fällen. Und doch, die Kulturen anderer Länder sind uns in vielen Fällen fremd. Begegnen wir ihnen, stehen uns gleich dutzende Fragezeichen auf der Stirn.

Nein, ich meine nicht die Kunst von der Art, wie man sie gerade auf der 14. Auflage der documenta in Athen und Kassel erleben kann. Obwohl, das was dort zum Teil gezeigt wird, ist zumindest mir in Teilen so fremd, als ob sie von Außerirdischen stammen würde.

Ich denke aber gerade an das, was ich gestern im Berliner Admiralspalast erlebt habe. Dort waren Chinesen mit dem Tanztheater-Projekt "Meet the Grand Canal" zu Gast.

In der Einladung hieß es: Begeben Sie sich mit dem Hangzhou Opera and Dance Drama Theatre (HZODDT), eine der besten Tanzformationen Chinas, auf eine Zeitreise mit mehr als 50 Tänzern in aufwendigen Kostümen. Das moderne Tanztheater führt Sie in die alte chinesische Kulturmetropole Hangzhou, den sagenumwobenen Westsee und an den Kaiserkanal. Die längste von Menschen geschaffene Wasserstraße der Welt ist seit 2011 UNESCO-Welterbe. Ein Stück rund um die wechselhafte Kulturgeschichte des Kaiserkanals, erzählt als Liebesgeschichte der Hauptfiguren Cheng Wang und Shui Ling. In dramatischen Bildern behandelt es das Verhältnis von Mensch und Natur und Themen wie Umweltverschmutzung und Umweltschutz.

So weit, so gut. Das erste Problem war, dass ich von diesem Kaiserkanal bisher kaum eine Ahnung hatte. Gut, ich hätte googlen können, aber ich wollte mich überraschen lassen. Die Überraschung kam im Form von fünf Menschen, die mehr redeten als tanzten - und das in der Weltsprache chinesisch. Daran, dass noch nicht alle Deutschen chinesisch verstehen, hat wohl niemand gedacht, weshalb sonst wurde keine Übersetzung projeziert. So blieben erst mal nur eine Pantomime und unverständliche Laute. Gut, dass die Charaktere der fünf sehr überzeichnet waren.

Dann das Ballett: Wie bei Chinesen nicht anders zu erwarten, tanzte das auf internationalem Spitzenniveau. Die Regisseurin des Stücks, Cui Wie, verwob dabei westliche und chinesische Musik sowie Tanz- und Bewegungsabläufe. Wer wenigstens etwas Ahnung vom westlichen Ballett hatte, konnte der Handlung einigermaßen folgen. Doch vieles von der Finesse, auch von den chinesischen Teilen blieben zumindest für mich im Verborgenen. Ich hatte den Eindruck, dass das nicht nur mir so ging.

Für mich blieb als Fazit des Abends, dass der interessant war, ich aber auch heute noch so gut wie keine Ahnung vom Reich der Mitte und seiner Kultur habe. Schön, man kennt die Arbeiten einiger weniger chinesischer Künstler und ich würde Ai Weiwei sogar auf der Straße erkennen. Doch eigentlich kenne ich die Kunst der Chinesen nicht. Wenn ich richtig überlege, dann ist meine Unkenntnis im Bezug auf die indische oder die lateinamerikanische Kunst - so sie nicht total verwestlicht ist - noch größer. Denke ich an Indien, so fällt mir nicht einmal ein Künstlername ein.

Die globalisierte Welt sorgt zwar dafür, dass ich jetzt zum Frühstück die exotischten Früchte genießen kann, doch wir haben noch viel voneinander zu lernen, wenn es um Kunst und Kultur geht.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück und 好胃口.

 


Veröffentlicht am: 05.07.2017

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