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22.07.2017

 

 

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Im Glanz des Hochmittelalters

Welterbe in Saale Saale-Unstrut ntdecken entdecken

(tpr) Den offiziellen Titel als UNESCO-Welterbe hat Saale-Unstrut gestern zwar nicht erhalten, doch der außergewöhnliche universelle Wert des Naumburger Doms wurde anerkannt. Damit ist er ein weltweit einzigartiges Beispiel menschlicher Schöpferkraft.

Die Bedeutung der hochmittelalterlichen Kulturlandschaft an Saale und Unstrut, die ebenfalls Teil des Antrags war, bestätigte das Welterbe-Komitee in seiner 41. Sitzung am Sonntag in Polen allerdings nicht. Der Antrag muss innerhalb der nächsten drei Jahre auf den Dom fokussiert werden, anschließend kann der Titel vergeben werden.

„Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Komitees, das den Naumburger Dom nun offiziell würdigt“, sagt Antje Peiser, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Saale-Unstrut. „Aber natürlich bedauern wir, dass es die hochmittelalterliche Kulturlandschaft an Saale und Unstrut nicht geschafft hat. Wir lassen uns davon jedoch nicht entmutigen. Nirgendwo sonst auf der Welt finden Touristen diese Dichte an Domen, Schlössern, Klöstern und Burgen auf engstem Raum. Zusammen mit den ursprünglichen Flusslandschaften und romantischen Weinbergen bilden die historischen Bauten ein beeindruckendes Reiseziel von unverkennbarem Wert.“

Schönstes Gesicht des Mittelalters im Bauwerk von Weltrang


Herzstück der Burgen- und Weinregion zwischen Leipzig und Weimar ist der imposante Naumburger Dom St. Peter und Paul. Er gehört mit seinen zwölf Stifterfiguren im Westchor zu den bedeutendsten Bauten des europäischen Hochmittelalters und kann sich nun bald mit dem Welterbetitel schmücken. Ein unbekannter Künstler schuf Mitte des 13. Jahrhunderts für diese Zeit ungewöhnlich natürlich aussehende, ausdrucksstarke Figuren. Uta von Naumburg, die berühmteste Stifterfigur, gilt als „schönste Frau des Mittelalters“. Ihr Gesicht tauchte auf unzähligen kunsthistorischen Publikationen auf und war Vorbild für die böse Königin im Disneymärchen „Schneewittchen“.

Einmalig sind auch die älteste Steinskulptur der Heiligen Elisabeth von Thüringen, die auf etwa 1235 datiert wird, und die von Lucas Cranach geschaffenen Altarflügel aus dem 16. Jahrhundert. Lohnenswert ist der Aufstieg über 200 Stufen zur Aussichtsplattform des Nord-West-Turmes. Von oben bietet sich ein unverstellter Blick auf die Altstadt und die malerische Umgebung.

Mittelalterliche Musik hinter dicken Burgmauern

Um den Naumburger Dom erstreckt sich eine sehenswerte Kulturlandschaft aus Weinbergen, Burgen und Schlössern entlang der Flüsse Saale und Unstrut. Nur wenige Kilometer westlich hoch über dem Winzerstädtchen Freyburg erhebt sich das mächtige Schloss Neuenburg. Vor 1000 Jahren war es herrschaftlicher Repräsentationsort Thüringer Landgrafen und Zentrum mittelalterlich-höfischer Kultur. Zusammen mit der Freyburger Stadtkirche St. Marien ist es heute Spielstätte für Europas bedeutendstes Festival mittelalterlicher Musik: montalbâne. Vokal- und Instrumentalensembles verschiedener Nationen entführen das Publikum jeden Sommer für drei Tage in eine andere Zeit.

Jahrhundertealte Weinbautradition im Kloster


An der Saale südlich von Naumburg liegt das ehemalige Zisterzienserkloster Pforta von 1137. Es entwickelte sich schnell zu einem der reichsten Klöster Ostthüringens. Heute liegt es in Sachsen-Anhalt und beherbergt die Landesschule zur Begabtenförderung. Die Mönche trugen einen wesentlichen Anteil am Aufschwung in der Region bei. So bauten sie einen Kanal zur Wasserversorgung, der zudem mehrere Mühlen betrieb. Auch den Weinbau brachten die Mönche nach Saale-Unstrut. Bereits 998 schenkte Kaiser Otto III. Weinberge an das Kloster Memleben, richtig aufgerebt wurde mit der Gründung des Klosters Pforta. Auf dem Pfortenser Köppelberg wird heute noch Wein nach altem Wissen und naturnahen Methoden angebaut. Das Landesweingut Kloster Pforta lädt regelmäßig zu Weinbergwanderungen in die sonnenverwöhnten Lagen und zu Weinproben in die historischen Keller. Weinliebhaber können sich zudem als Winzer für einen Tag ausbilden lassen.

Historische Reiseempfehlungen auf Tourismusportal

Auch ohne UNESCO-Titel ist Saale-Unstrut jederzeit eine Reise wert. Wichtigstes Tourismusportal ist www.saale-unstrut-tourismus.de. Hier informiert der ansässige Tourismusverein über die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und bietet Buchungsmöglichkeiten für Unterkünfte. Kulturinteressierte finden zudem historische Reiseempfehlungen für einen Ausflug ins Mittelalter.

Foto: Transmedial

 


Veröffentlicht am: 11.07.2017

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