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Harff reist: Der Vilm

… ist eine wenig bekannte Ostseeinsel

Der Vilm – es heißt wirklich so – ist eine bislang wenig bekannte Ostseeinsel vor Rügen unweit der weißen Stadt Putbus. Das Eiland ist nur 0,94 km² groß und hat eine Länge von 2,5 km. Dennoch hat der Vilm einiges zu bieten.

Der Name Vilm leitet sich vom slawischen ilumu ab und bedeutet Ulme. Leider ist dieser Laubbaum auf der Insel fast völlig verschwunden. Verantwortlich dafür ist nicht der Mensch sondern die durch den Ulmensplintkäfer übertragene Ulmenkrankheit. Heute prägen urwüchsige und knorrige Buchen und Eichen sowie Hainbuchen und Bergahorn den Wald auf Vilm.

Die Insel gliedert sich in drei Teile. Im Norden befindet sich der Große Vilm, auf dem sich auch die mit 34 Metern höchste Erhebung befindet. Südwestlich befindet sich der schmale Mittelvilm  - die Verbindung zum südlichen Teil der Insel - dem Kleinen Vilm. An der Nordspitze des Vilms befindet sich der in den Rügischen Bodden ragende Große Haken.

Erste Menschen sollen die Insel schon in der Steinzeit für sich entdeckt haben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das den Slawen heilige Stück Land 1249. Seit damals befand sich der Vilm im Besitz derer von Putbus, die dort Vieh weideten. So richtig in den Fokus rückte die Insel nach dem Bau des Badehauses Goor – heute der ideale Ausgangspunkt für die Erkundung dieser Rüganer Region – durch Fürst Wilhelm Malte zu Putbus, der dort auch einige Zeit als Kind gelebt hat.

Der Vilm war ein begehrtes Ziel zahlreicher Künstler in der Zeit der Romantik. So weilten die Maler Caspar David Friedrich und Carl Gustav Carus, aber auch die Dichter Ernst Moritz Arndt und Gerhart Hauptmann auf der Insel. Tagestouristen bevölkerten den Vilm erst nachdem Lauterbach – dem Hafen nach Vilm – 1895 an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Heute endet hier der „Rasende Roland“ – die beliebte Schmalspurbahn der Insel.

Die prominentesten Inselbesucher reisten allerdings mit dem Auto an. Das waren seit 1959 die Minister der DDR, aber auch Walther Ulbricht, an den man sich noch heute in Lauterbach gern wegen seiner Volkstümlichkeit erinnert und das Ehepaar Honecker. Wobei DDR-Bildungsministerin Margot Honecker nebst Gatten im Gästebuch vermerkt ist. Er war ja kein Minister, sondern „nur“ Staatsratsvorsitzender.

Klar, dass die Nomenklatura in ihren Gebäuden im Stil einer Fischersiedlung – davon sind noch 11 erhalten – allein sein wollten. Die Insel war für normale DDR-Bürger gesperrt. Ein Fakt, von dem bis heute die Inselflora und –fauna profitiert.

Nicht verwunderlich, dass die bereits 1936 unter Schutz gestellt Insel bis heute in weiten Teilen für jeden Besuch gesperrt ist. Der Vilm gehört seit 1990 zum Biosphärenreservat Südost-Rügen. Die Insel ist gleichzeitig Europäisches Vogelschutzgebiet und FFH-Gebiet (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) nach EU-Recht.

Und doch kann man die Insel besuchen, auf den Spuren von Honecker und Co. wandeln und vor allem die urwüchsige Inselnatur genießen. Das geht allerdings nur im Rahmen von geführten Touren. Maximal 60 Besucher dürfen neben den dort arbeitenden Wissenschaftlern den Vilm jeden Tag besuchen und das 300 Tage im Jahr.

Los gehen die Touren jeden Tag um 10 Uhr ab dem Hafen Lauterbach. Der hat direkten Gleisanschluss an den „Rasenden Roland“ und liegt knapp fünf Kilometer von der weißen Stadt Putbus entfernt. Eine geführte Vilm-Tour dauert in etwa drei Stunden. Da bleibt genügend Zeit für eine Wanderung durch das Goor und einem Besuch von Putbus mit seinem „Zirkus“ und dem Schlosspark. Hier darf man ganz ohne Führer auf eine spannende Entdeckungsreise gehen.

 


Veröffentlicht am: 12.07.2017

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