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Verstehen Sie Ihren Zahnarzt?

Eine Zahnärztin klärt auf

Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr MSc., Zahnärztin und Oralchirurgin aus Köln und Inhaberin der Zahnarztpraxis Dr. Dr. Lingohr & Kollegen, erklärt, was der Zahnarzt meint, wenn er bestimmte Fachbegriffe verwendet.

Was ist Bruxismus?
Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr:
Patienten, die unter Bruxismus leiden, pressen und reiben unbewusst die Zähne aufeinander. Daher ist die Krankheit auch eher unter dem Begriff Zähneknirschen bekannt. Menschen können sowohl tagsüber als auch nachts mit den Zähnen knirschen. Verschiedenste Ursachen lösen Bruxismus aus. So können Stress, Schlafapnoe, die Einnahme bestimmter Medikamente oder auch Zahnfehlstellungen das Zähneknirschen verursachen.

Da Bruxismus aufgrund des starken Abriebs unbehandelt zu Rissen im Zahnschmelz sowie chronischen Schmerzen und Beschwerden führt, sollten Betroffene einen Zahnarzt aufsuchen. Ich lasse in diesem Fall eine individuelle Aufbissschiene anfertigen, die dann als Schutzbarriere zwischen Ober- und Unterkiefer dient.

Was versteht man unter Gingivitis?
Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr:
Die Diagnose Gingivitis bezeichnet eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnfleisches. Diese äußert sich durch Rötungen und Schwellungen. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Zahnfleischblutungen. Eine Zahnfleischentzündung erfordert spätestens nach einer Woche die Behandlung durch einen Zahnarzt, damit sie nicht auf den Kieferknochen übergeht.

Eine Gingivitis im Anfangsstadium lässt sich mit einer professionellen Zahnreinigung sehr gut behandeln. Um anschließend ein Wiederauftreten zu vermeiden, sollten Patienten nach der zahnärztlichen Behandlung sehr viel Wert auf eine umfassende Mundhygiene legen. Dazu gehört neben dem Zähneputzen auch die tägliche Verwendung von Zahnseide.

Wofür steht der Begriff Parodontitis?
Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr:
Der Begriff Parodontitis steht für eine durch Bakterien verursachte Entzündung des Zahnbettes. Die Bakterien siedeln sich auf dem Zahnbelag an und bilden die sogenannte Plaque, einen Biofilm, der sich am schwer zugänglichen Zahnfleischrand und den schwer erreichbaren Zahnzwischenräumen festsetzt. Mit der Zeit greifen die Bakterien das Zahnfleisch an und es entstehen Zahnfleischentzündungen. Diese Entzündungen führen zu Zwischenräumen zwischen Zähnen und Zahnfleisch – den sogenannten Zahnfleischtaschen. In diesen Taschen sammeln sich dann viele Bakterien. So verursacht Parodontitis Zahnfleischschwellungen und -blutungen und im schlimmsten Fall sogar Zahnverlust.

Da Parodontitis das Immunsystem negativ beeinflusst und sogar Herzinfarkte, Diabetes und Schwangerschaftsrisiken wie Früh- und Fehlgeburten verursacht, muss umgehend eine Behandlung erfolgen. Dabei setze ich neben einem speziellen Laser auch den PerioChip ein. Dies ist ein Gelplättchen, das wir in die Zahnfleischtasche einlegen, wo es direkt an der Ursache den antibakteriellen Wirkstoff abgibt.

Was heißt Xerostomie?
Dr. Dr. med. dent. Thea Lingohr:
Xerostomie ist der Fachausdruck für Mundtrockenheit. Das Auftreten von Mundtrockenheit kann verschiedene Ursachen haben. Während ein trockener Mund in Stresssituationen oder aufgrund von Mundatmung bei Erkältungskrankheiten ein temporäres Symptom darstellt, leiden viele ältere Menschen unter dauerhafter Mundtrockenheit, die durch Flüssigkeitsmangel verursacht wird. Bei anderen tritt sie auch als Nebenwirkung einer Medikamenteneinnahme oder einer Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich auf. Auch Erkrankungen wie Diabetes und bestimmte Autoimmunkrankheiten beeinflussen die Funktion der Speicheldrüse. Die Mundtrockenheit führt zu Geschmacksstörungen und Zungenbrennen. Das Risiko, an Karies zu erkranken, steigt, weil die Schutzfunktion des Speichels fehlt.

Patienten, die unter leichter Mundtrockenheit leiden, rate ich, regelmäßig zuckerfreie Bonbons zu lutschen oder Kaugummis zu kauen. Ist die Xerostomie durch Medikamente verursacht, sollte ein Umstieg auf andere Medikamente in Erwägung gezogen werden. In schweren Fällen verschreibe ich ein Speichelersatzspray. Davon abgesehen, stellen eine gründliche Mundhygiene und regelmäßige Besuche beim Zahnarzt wichtige Komponenten zur Vorbeugung dar.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 18.07.2017

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