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23.08.2017

 

 

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Morgengruß von Helmut Harff: Auf dem grünen Hügel

... hatte ein Schustermeister das Sagen

Gestern startete die Festivalsaison in Bayreuth. Die Bayreuther Festspiele stehen wie schon seit 1876 im Zeichen der zehn letzten Opern Richard Wagners (1813–1883). Die 2017-Saison wurde mit den „Meistersinger von Nürnberg“ eröffnet. Neben den Stargästen, dem schwedischen Königspaar und der Kanzlerin nebst Gatten lauschten auch zahlreiche „normale“ Besucher der Musik und dem Text aus der Feder von Richard Wagner.

Sie hörten auch, was Schustermeister Hans Sachs in seiner Schlußansprache an Stolzing, Eva und das Volk sagt. Da heißt es:
… was deutsch und echt, wüßt Keiner mehr / lebt's nicht in deutscher Meister Ehr. / Drum sag ich Euch: / ehrt Eure deutschen Meister! / Dann bannt Ihr gute Geister / und gebt Ihr ihrem Wirken Gunst, / zerging in Dunst / das heil'ge röm'sche Reich, / uns bliebe gleich / die heil 'ge deutsche Kunst!

Ich hoffe, die in Bayreuth anwesenden Politiker, neben der Kanzlerin beispielsweise auch der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer, haben den Worten Richard Wagners gelauscht und waren nicht mit dem Wahlkampf oder ähnlichem Kram beschäftigt.

Wieso ich das hoffe? Weil Wagner singen lässt „ehrt Eure deutschen Meister!“. Was der Musik-Gigant schon vor über einhundert Jahren erkannt hat, wird heute zwar gern im Mund geführt, mehr aber auch nicht. Wer ehrt heute noch die Meister? In der Politik kenne ich niemand. Ein nicht nur im übertragenen Sinn Meister sein, das wird heute nicht mehr honoriert. Meister, Handwerksmeister wie einst Hans Sachs, gehören längst nicht mehr zu den wichtigen Leuten eines Gemeinwesens.

Handwerksmeister gehören heute eher zu den Abgehangenen der Gesellschaft oder wie es im Untertitel von genussmaenner.de heißt: zur größten Randgruppe der Gesellschaft. Nicht, dass Handwerksmeister am Hungertuch nagen. Das ist bei den meisten sicherlich nicht der Fall. Doch die Meister spielen in der Gesellschaft und noch mehr in der Politik so gut wie keine Rolle und schon gar nicht die, die Ihnen zukommt.

Klar wird in Sonntags- und Wahlreden gern davon geschwafelt, dass man das Handwerk und den Mittelstand stärken muss. Was man aber in Wirklichkeit stärkt ist die Bürokratie, die gerade den Handwerksmeistern das Leben schwer macht. Von Entlastung – ich meine nicht die steuerliche – ist weit und breit nicht die Rede. Weder die Kanzlerin noch Schulz oder andere Wahlkämpfer gehen mit konkreten Vorschlägen zum Abbau der Bürokratie in den Wahlkampf.

Doch was, wenn immer mehr junge Leute sich gegen eine Karriere als Handwerksmeister entscheiden? Die Antwort ist ganz einfach: Dann gibt es keine mehr. Dann gibt es aber auch keinen mehr, der heute bestehende Meisterbetriebe übernimmt. Dann gibt es auch keine Handwerksbetriebe mehr, die Lehrlinge ausbilden und dann gibt es zumindest immer weniger, die Meisterarbeit abliefern.

Wagner befürchtet, dass dann das Reich untergeht. Das klingt dramatisch – und es ist es auch.

Ich ehre die deutschen Meister – gleich meinen Bäckermeister.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück. 

 


Veröffentlicht am: 26.07.2017

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