Startseite  

23.08.2017

 

 

Werbung

 

Vorherigen Artikel lesen Nächsten Artikel lesen

 

Morgengruß von Helmut Harff: Stadtflucht

Wieso kommt die nicht?

Das Leben in den Städten wird immer grausamer. Überall liegt der Feinstaub Millimeter dick rum, es gibt kein Grün, die Kinder glauben, dass Kühe lila sind, die Autos stehen im Stau und „Dank“ der Dieselautos sterben in den urbanen Zentren die Menschen wie die Fliegen.

Das ist eine Katastrophe und alle, die es sich leisten können, fliehen aus der Stadt. In Gegenden wie der Lüneburger Heide oder in Brandenburg wird der Wohnraum knapp und die Geflüchteten können wieder durchatmen.

So müsste doch die Situation aussehen, wenn man die Diskussionen über Feinstaub, über Verkehrskollaps und Dieselautos verfolgt. Doch die Realität ist genau umgekehrt. Die Bertelsmann-Stiftung sagt für Stuttgart eine Steigerung der Einwohnerzahl von 603.579 per 31.12.2015 auf 607.242 per 31.12.2020 voraus. Die Stadt München rechnet damit, dass die Einwohnerzahl bis 2022 über 1,7 Millionen liegen wird. Die Bertelsmann-Stiftung rechnet mit einer Steigerung von 1.381.934 (31.12.2015) auf 1.420.214 Ende 2020. Die Voraussage für Berlin lautet: 3.487.000 Menschen lebten am 31.12.2015 in der Hauptstadt. Ende 2020 werden es 3.607.180 sein.

Ich gehe nicht davon aus, dass alle, die demnächst in die Städte ziehen werden, potentielle Selbstmörder sind, die in der Stadt bequem sterben wollen. Ich glaube auch nicht, dass all die zukünftigen Stadtbewohner gern extreme Mieten bezahlen wollen – vor allem für einen qualvollen Tod.

Ich glaube einfach, dass die heutigen Stadtmenschen – die eben nicht aufs Land ziehen – und die zukünftigen genau das schätzen, was eine Großstadt ausmacht: Viele Jobs, viele Menschen, viel Kunst und Kultur, eine sehr gute Gesundheitsversorgung, einen guten bis sehr guten öffentlichen Personennahverkehr und ein dichtes Netz von Einkaufsmöglichkeiten. Stadt, das bedeutet für viele einfach Leben.

Das so ein Stadtleben mit seiner Hektik, mit seinem Verkehr auch deutliche Schattenseiten hat, scheinen die meisten als zumindest hinnehmbar anzusehen. Man kann eben nicht alles haben. Doch die Menschen stimmen mit dem Umzugswagen ab. Sie drängen in die Städte – Feinstaub- und Dieselautobelastungen hin oder her.

Ich, jetzt auch auf dem Land lebend, muss zu meinem Lieblingsbäcker 20 Minuten mit dem Auto fahren. Noch weiter entfernt liegt der nächste Supermarkt und der Arzt. Fahrrad? Geht, doch macht das jemand bei dem Starkregen der vergangenen Tage oder bei Eis und Schnee?  Da redet keiner über die Umweltbelastungen der gerade auf dem Land gefahrenen Dieselautos.

Und nun darf ich zukünftig mit dem Diesel nicht einmal mehr in die Stadt fahren? Brauche ich jetzt einen Zweitwagen oder fahre ich nicht mehr in die Stadt? Kein Theaterbesuch mehr, kein Besuch bei Familie und Freunden mehr? Mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren? Das kann nur jemand sagen, der in der Stadt lebt. Wer das rät, soll doch mal versuchen, nach 19 Uhr ein brandenburgisches Dorf mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Ich befürchte, dass diese schwachsinnige Dieseldiskussion nur dazu führt, dass noch mehr Menschen in die Städte ziehen. Dort, wie beispielsweise in Berlin, braucht man gar kein Auto mehr. So kann man sich dann auch die hohen Mieten leisten.

Vielleicht denkt mal ein Gutmensch darüber nach. Ich fahre jetzt erst einmal zum Bäcker – mit dem Rad.

Ihnen wünsche ich ein genussvolles Frühstück.

 


Veröffentlicht am: 28.07.2017

AusdruckenArtikel drucken

LesenzeichenLesezeichen speichern

FeedbackMit uns Kontakt aufnehmen

NewsletterNewsletter bestellen und abbestellen

TwitterFolge uns auf Twitter

FacebookTeile diesen Beitrag auf Facebook

Hoch: Hoch zum Seitenanfang

Nächsten Artikel: lesen

Vorherigen Artikel: lesen

 

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

 


Werbung

Neu auf genussmaenner.de


 

 
         
             
     
     
     

 

Service
Impressum
Kontakt
Mediadaten
Newsletter
Nutzungshinweise
Presse
Redaktion
RSS 
Sitemap
Suchen

 

Besuchen Sie auch diese Seiten in unserem Netzwerk
| Börsen-Lexikon
| fotomensch berlin - der Fotograf von genussmaenner.de
| Frauenfinanzseite
| Geld & Genuss
| geniesserinnen.de
| gentleman today - Edel geht die Welt zu Grunde
| instock
| marketingmensch | Agentur für Marketing, Werbung & Internet
| Unter der Lupe

 

Rechtliches
© 2007 - 2017 by genussmaenner.de, Berlin. Alle Rechte vorbehalten.

Lesezeichen:
 Del.icio.us Google Bookmark Reddit