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23.10.2017

 

 

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Kulturpflanze Hanf

10 Dinge, die Sie noch nicht über Cannabis wussten

Man kann es sich morgens über das Müsli streuen, sich damit eincremen, es anziehen, sich reinsetzen, damit zur Arbeit fahren, darauf schreiben, ein Haus bauen und vielleicht dabei die Welt verändern. Die Rede ist von Hanf.

Der mögliche Missbrauch als Rauschmittel bescherte der uralten Nutzpflanze einen negativen Ruf. Zu Unrecht, findet Janika Takats, Geschäftsführerin des Medienunternehmens sens media. Ihr Team hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Jahrhunderte alte Wissen über das Gewächs in die Gegenwart zu bringen und mit dem Schmuddelimage aufzuräumen.

1. Hanf darf legal angebaut werden
1989 verordnete die Europäische Kommission die Legalisierung von 25 Sorten Nutzhanf, die einen THC-Wirkstoffgehalt von unter von 0,3 Prozent haben. Sieben Jahre später wurden in Deutschland die ersten Lizenzen für den Anbau an hauptgewerbliche Landwirte erteilt. Berauschen kann sich mit dieser Form von Industriehanf allerdings höchstens eine Blattlaus.
 
2. Hanf kann keiner Maus was
In den Achtzigern versuchten amerikanische Forscher am Versuch mit Mäusen die tödliche Dosis von Marihuana zu ermitteln. Die Wissenschaftler scheiterten, denn es war nicht möglich, die Tiere mit dem Wirkstoff THC zu töten. Sie errechneten einen theoretischen Wert, der uns Menschen warnt: 680 Kilogramm Gras innerhalb von 15 Minuten zu konsumieren, ist höchstwahrscheinlich tödlich.
 
3. Hanf ermöglichte die Unabhängigkeitserklärung Amerikas
...zumindest deren Dokumentation. Im Jahr 1776 diente Hanf nämlich der Papierherstellung. Bereits vor 2000 Jahren verwendeten die Chinesen die Pflanze zur Produktion von Papier. Im 20. Jahrhunderte wurde Hanf von Holz abgelöst, da der Verarbeitungsprozess der Verarbeitung billiger ist. Schade für uns und die Umwelt, denn Hanfpapier ist reißfester, besser recycelbar und benötigt bei der Herstellung weniger Chemikalien.
 
4. Hanf bringt Sie von A nach B
Visionär Henry Ford entwickelte vor über 70 Jahren sein legendäres Hanf-Auto. Nicht nur die Karosserie war hanffaserverstärkt, auch für den Kraftstoff diente Hanföl. Der Marihuana Tax Act besteuerte den Rohstoff jedoch so stark, dass die Produktion nicht mehr lukrativ war. Heutzutage werden in jedem Auto fünf bis zehn Kilogramm Naturfaser verbaut. Die Hanfindustrie kann dem Massenmarkt aber noch keine ausreichenden Mengen liefern.
 
5. Hanf kann Häuser bauen
Der Trend zum Ökohaus schafft einen neuen Industriezweig, in dem Hanf eine entscheidende Rolle spielen wird. Thermohanf dient schon seit Jahrzehnten als organischer Dämmstoff und wurde in der Vergangenheit sogar von der EU subventioniert. Neue Verfahren ermöglichen die Herstellung eines Beton-ähnlichen Stoffes aus Hanf, mit dem man ein komplettes Haus bauen kann.
 
6. Hanf diente Christoph Kolumbus beim Entdecken
Seit Jahrtausenden stellen die Menschen aus Hanf unterschiedlichste Textilien her. Die Hanffaser ist reißfest und wasserabweisend und so überrascht es nicht, dass auch Kolumbus im 15. Jahrhundert Segel aus Hanf hisste, Seile aus Hanf knotete und Landkarten aus Hanf zeichnete. Die Industrialisierung und die maschinelle Verarbeitung von Baumwolle beendeten diese Karriere der Pflanze vorerst. Doch steigende Produktionszahlen und immer höhere Rentabilität zeigen ihr Comeback in der Textilindustrie der Gegenwart.
 
7. Hanf macht schön
Die Samen der Pflanze werden als Superfood gefeiert. Sie bestehen zu 22 Prozent aus Eiweiß und das daraus gewonnene Hanföl hat mehr ungesättigte Fettsäuren als Sonnenblumen-, Raps-, oder Olivenöl. Damit ergeben sich hautpflegende Eigenschaften, die sich zahlreiche Kosmetik-Hersteller zu Nutze machen. Da bei der Pflanzenzucht keine Chemikalien verwendet werden müssen, sind die Produkte auch für Allergiker interessant.
 
8. Hanf macht gesund
Die biochemische Zusammensetzung macht Hanföl auch zur Alternative bei der Behandlung von Neurodermitis und Schuppenflechte. Der Gesetzgeber reagierte nun auf die heilenden Kräfte der Hanfblüten und legalisierte medizinisches Marihuana. Über 60 Prozent der betroffenen Patienten leiden unter Schmerzen, Spasmen oder multipler Sklerose. In der Krebsforschung konnten Mediziner Laborerfolge bei der Behandlung von Tumorzellen bei Mäusen verzeichnen.
 
9. Hanf reinigt die Felder
Aber nicht nur in der Medizin oder Seefahrt findet Hanf seine Verwendung. Auch für Landwirte bietet die Pflanze eine Vielzahl von Vorteilen. Zunächst zeigt sich Hanf als relativ anspruchslos. Er braucht wenig Wasser, wenig Dünger und keine Pestizide. Trotzdem wächst er in nur 120 Tagen bis zu vier Meter hoch. Außerdem reinigt Hanf die Felder von Giftstoffen und Schwermetallen und macht den Boden fruchtbar für kommende Pflanzen.
 
10. Hanf hat Zukunft
...und eine lange Vergangenheit. Die Pflanze begleitet Menschen seit tausenden Jahren, auf allen Kontinenten, in verschiedensten Lebensbereichen, über Felder und Ozeane, in Krankheit und Gesundheit und trotzdem tabuisierte man sie im 19 Jahrhundert bis zum vollständigem Verbot. Durch weltweite Forschung, Aufklärung und ein verstärktes Umweltbewusstsein kann sich Hanf wieder in unsere Gesellschaft integrieren. Vielleicht ist sie noch nicht ganz wieder da, aber die Pflanze bahnt sich Schritt für Schritt ihren Weg zurück auf die Felder, zurück in die Industrie und in das Bewusstsein der Menschen.

Foto: Pixabay

 


Veröffentlicht am: 03.08.2017

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